Gast im Studio Archiv
100 Episoden
14 Minuten
In ihren Comics greift Barbara Yelin immer wieder historische Stoffe auf – wie in ihrem mehrfach ausgezeichneten Comic-Roman "Irmina". Nun zeichnet sie das Leben von Emmie Arbel nach, die den Holocaust als Kind überlebt hat, nach dem Krieg nach Israel emigrierte und Jahrzehnte lang über die Traumata ihrer Kindheit geschwiegen hat. Drei Jahre lang haben sich die beiden Frauen immer wieder getroffen. Im Gastgespräch erzählt Barbara Yelin, wie sie die Begegnung mit Emmie Arbel erlebt hat.
18 Minuten
Holger Fock und Sabine Müller übersetzen seit über dreißig Jahren zusammen Bücher der französischen Literatur. Für ihr Gesamtwerk bekommen sie nun den Paul-Celan-Preis vom Deutschen Literaturfond 2023. Ihre Übersetzung des Romans "Die geheimste Erinnerung der Menschen" von Mohamed Mbougar Sarr hat den Ausschlag für die Auszeichnung gegeben. Welche Herausforderungen es beim Übersetzen dieses Buches gab, das erzählen Holger Fock und Sabine Müller, die im Leben auch ein Paar sind, im heutigen Gastgespräch.
11 Minuten
Als Großmutter Lin kommt Ursula Werner noch einmal zurück ans Maxim Gorki Theater, in der von Sasha Marianna Salzmann erzählten jüdischen Familiengeschichte "Muttersprache Mameloschn". Inszeniert hat Hakan Savaş Mican. Ursula Werner - eine der großen deutschen Schauspielerinnen - war 35 Jahre war Ensemblemitglied des Gorki-Theaters. Nicht erst seit dem Deutschen Filmpreis für die beste Hauptrolle im Film "Wolke 9" ist die Theater- und Filmschauspielerin in ganz Deutschland bekannt – vor allem auch als "Anti-Diva".
16 Minuten
2023 ist für Tristan Brusch ein produktives Jahr. Im Frühjahr hat der Liedermacher sein viertes Album "Am Wahn" veröffentlicht und zum Herbst die Bühnenmusik für "Woyzeck" in der Regie von Ersan Mondtag am Berliner Ensemble komponiert, die ebenfalls als Album besteht. Keine einfache Aufgabe, haben doch bereits Größen wie Alban Berg und Tom Waits Büchners Bühnenklassiker vertont. Über die Aktualität von Woyzeck, seinen musikalischen Zugang zum Stück sowie die Verwandtschaft zwischen beiden Alben spricht Tristan Brusch auf rbbKultur.
10 Minuten
Beim Buß- und Bettag geht es nicht um Strafe oder Sühne für ein Vergehen, sondern um Umkehr und Reue. Letztlich um eine Änderung der Gesinnung. Das ist heute aktueller denn je. Auch wenn der Buß- und Bettag - außer in Sachsen - längst kein staatlicher Feiertag mehr ist, ist er für die evangelische Kirche wichtig. Warum, erklärt Pfarrer Jan von Campenhausen aus Berlin-Neukölln.
9 Minuten
Die Choregoraphien von Florentina Holzinger sind oft mit Warnungen versehen, sie könnten auf manche Zuschauer:innen eine verstörende Wirkung haben. Und tatsächlich performen ihre Darstellerinnen nicht nur nackt, sondern loten alle Möglichkeiten und Grenzen des Körpers aus. Für diese Radikalität wird Florentina Holzinger gefeiert - wie zuletzt bei der Arbeit "Ophelia's got talent". Mit diesem Stück ist sie nun für den Theaterpreis DER FAUST nominiert.
11 Minuten
"Stärker als Wut", so heißt das neue Buch der Journalistin und Autorin Stefanie Lohaus. Darin unternimmt sie den Versuch, die Entwicklung der Frauenbewegung von den achtziger Jahren bis heute einzuordnen und zieht Bilanz: Wo steht der Feminismus und welche Zukunft hat er? Heute ist Stefanie Lohaus, Mit-Gründerin des feministischen "Missy Magazine", zu Gast bei uns auf rbbKultur.
13 Minuten
Der Vater war als Teenager Soldat, die Mutter erlebte die Flucht aus Westpreußen. Aber gesprochen wurde über all das nicht in der Familie von Falk Richter. In seinem neuen Stück "The Silence" untersucht der Autor und Regisseur Familien als Orte von Tabus. Er versucht zu verstehen, wie Tabus seine Familie und ihn selbst geprägt haben und er thematisiert die Gewalt, die aus ihnen folgte. Wie können wir uns individuell und als Gesellschaft aus dieser Gewalt lösen und Beziehungen anders leben?
18 Minuten
Gerade können Sie in unserer Lesung mit "Verleugnen" den zweiten Teil aus Tsitsi Dangarembgas Roman-Trilogie hören. Erzählt wird die Geschichte des Mädchens Tambuzai, das unter britischer Kolonialherrschaft in Rhodesien aufwächst, dem heutigen Simbabwe. Der Roman handelt vom Aufstieg einer Frau, die durch Bildung die Armut ihrer Eltern hinter sich lassen kann, aber für diesen Aufstieg einen sehr hohen Preis zahlt. Gelesen wird dieser Roman von der Schauspielerin Abak Safei-Rad.
11 Minuten
In der Rolle von Hitler in der Satire "Er ist wieder da" gelang Oliver Masucci der Durchbruch im Film. Seitdem dreht er ununterbrochen und trat in Filmen wie "Werk ohne Autor", "Enfant Terrible" oder in erfolgreichen Serien wie "Dark" auf, zuletzt spielte er für Roman Polanski. Nun hat Oliver Masucci sein Leben in "Träumertänzer" aufgeschrieben – das eines Gastarbeiterkindes, das die Restaurants seines italienischen Vaters übernehmen sollte und es bis nach Hollywood geschafft hat.
13 Minuten
Die Schauspielerin Meike Droste hat am Berliner Ensemble gespielt, im Deutschen Theater gehörte sie zum Team, und sie entschied sich schließlich für ein Leben als freie Schauspielerin. Zu sehen war sie als "naive" Polizistin in der Serie "Mord mit Aussicht", zuletzt war sie präsent im Film "Das Leben ist kein Kindergarten - Vaterfreuden". Jetzt spielt sie die MEDEA in der gleichnamigen konzertanten Aufführung von Georg Anton Benda.
27 Minuten
Er liebt die Musik wie die Literatur und ist überhaupt ein Multitalent, denn er spricht mehrere Sprachen: der amerikanische Pianist Tzimon Barto. Tzimon Barto, eigentlich Johnny Barto Smith, will, dass alles perfekt ist: sein Spiel, sein Schreiben und auch sein Körper. Jetzt ist er Gast im Piano Salon Christophori und hat ein neues Album veröffentlicht: "Das Wohltemperierte Klavier I + II".
13 Minuten
Nicht erst die Terroraktionen der Hamas seit dem 7. Oktober und die antisemitischen Reaktionen danach in Deutschland haben dem Autor und Hochschullehrer C. Bernd Sucher gezeigt, dass Deutschland eine "unsichere Heimat" ist. In seinem gerade erschienenen Buch blickt er zurück bis 1945, als bis dahin verfolgte Juden wieder ins Land der Mörder kamen und ein christlich-jüdisches Zusammenleben anstrebten. Wie sich das jüdische Leben in Deutschland seit 1945 gestaltet, darüber hat C. Bernd Sucher auch mit Vertreter*innen jüdischer Institutionen gesprochen und in seinem Buch veröffentlicht.
11 Minuten
Ihr erstes belletristisches Buch wurde ein Bestseller. Frauen spielten darin die Hauptrollen, wie auch jetzt in ihrem neuen Roman "Bei euch ist es immer so unheimlich still": Darin flieht Silvia, die gerade Mutter geworden ist, von ihrer unzuverlässigen Berliner WG nach Süddeutschland zu ihrer Mutter Evelyn. Mit dem Neugeborenen in einem Wäschekorb fährt Silvia im geklauten Auto und hofft auf eine Versöhnung mit der Mutter nach Jahren der Entfremdung. Alena Schröder beschreibt das oft komplexe Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern. Ist das über Generationen ähnlich schwierig? Darüber sprechen wir mit ihr auf rbbKultur.
10 Minuten
Marlen Hobrack ist Journalistin, schreibt Literaturkritiken und auch eigene Bücher. Marlen Hobrack beschäftigt die Frage nach Herkunft – sie selbst kommt aus einer ostdeutschen, bildungsfernen Familie. Nun wird Marlen Hobrack mit dem Jörg-Henle-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet. Mit ihr reden wir über Authentizität und Bewertung in der Literatur sowie soziale Prägung.