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Tiefschnee Archiv

30 Episoden
1 Stunde 10 Minuten
So unglaublich viel Zeit, die ich jetzt habe, viele Unikurse sind gestrichen, mein einziger mir verbliebener Unitag der Donnerstag, ansonsten habe ich frei. Doch was tun, so beschließe ich, mir meinen letzten Monat so schön wie möglich zu machen. Ich reise in die Provinzstadt Mariinsk, Lilia hat mich eingeladen, sie dort zu besuchen, mit Ilja brüte ich über langen Schachpartien, die Glühweinsaison wird eingeläutet. An einem ruhigen Abend lade ich die anderen Ausländer zu mir ein, will sie kennenlernen und erfahre, dass sich nicht jeder hier so pudelwohl fühlt wie ich…

Nr. 28 - Vinyl

1 Stunde 21 Minuten
Es wird schlimmer mit Corona, Krankenhäuser sind heillos überlastet, Apotheken ausverkauft, und wieder schließt die Uni ihre Pforten. Gut, dass ich mir mittlerweile mit meinem neuesten Freundeskreis in der Rockbar Vinyl die Nächte um die Ohren schlagen kann, dieser kleinen unterirdischen Oase, die mir stets wie eine surreale Traumwelt scheint. 

Zudem bin ich Nachhilfelehrer geworden, zweimal die Woche treffe ich ein Jüngelchen aus der sechsten Klasse, das von der deutschen Sprache nicht die geringste Ahnung hat. Und auch sonst vergehen die Tage wie im Fluge, auf skurrilen Ausflügen, langen Abenden mit Freunden, Glühwein in anhaltendem Schneegestöber. Und über allem liegt der Schatten der baldigen Abreise, die sich leider nicht mehr in weiter Ferne befindet...

Nr. 23 - Tomsk

51 Minuten
Was die Wahl des nächsten Reisezieles betrifft, so trete ich dieses Mal kürzer und fahre in die mir schon bekannte Nachbarstadt Tomsk - auf dem Fahrrad. Dort treffe ich Ayimgul wieder, die usbekische Kinderchirurgin, mit der ich stundenlang am Tom sitze. Immer wieder aufs Neue bin ich erstaunt, was sie alles zu erzählen hat...
53 Minuten
Meine nächste Fahrt führt mich gen Süden, in die einsamen Gebirgsszüge des Altais. Nach kräftezehrender Anreise beginnt eine strapaziöse Bergwanderung, auf der nichts so läuft wie geplant. Und zu allem Überfluss schließt mein Oblast über Nacht seine Grenze. Jeder Rückkehrer muss für zwei Wochen in streng überwachte Heimquarantäne...
57 Minuten
Verbunden mit einigen Schwierigkeiten führt mich der Beginn der großen Ferien in die Stadt Tyumen. Ich besuche dort meine Brieffreundin Olga...
48 Minuten
Mit dem Bestehen der letzten Prüfung entlässt man mich in die Ferien. Doch Ruhe möchte sich nicht so recht einstellen, denn neben ewigen Papierkriegen und Wohnungssuche finden Militärparaden statt, wir gehen campen in der Steppe bei Kemerowo, kühlen uns im Tom von der Sommerhitze ab und feiern den Beginn der Ferien. Schließlich ziehe ich in ein völlig neues, lebendiges Viertel...
42 Minuten
Mein erstes Semester in Kemerowo ist offiziell vorbei, nur noch ein paar kleine Prüfungen trennen mich von meinen Ferien. Doch wie sich diese gestalten werden, bleibt abzuwarten, denn die Reisefreiheit in Russland ist stark eingeschränkt. Um die Grenzen dieser Beschränkungen auszutesten, reise ich in die Nachbarstadt Tomsk, um herauszufinden, was bei einem Übertritt der Bezirksgrenzen passiert...
32 Minuten
Heute ist der große Tag: Ich habe mir ein langersehntes Fahrrad gekauft und beginne, jeden Winkel Kemerovos zu erkunden. Die gefährlichen Viertel im Norden der Stadt, die riesigen Plattenbausiedlungen im Osten, das possierliche Zentrum und das Industriegebiet mit seinen qualmenden Fabrikschloten. Anschließend mache ich mich auf den Weg in die gottverlassene, sibirische Provinz...
34 Minuten
Sonderepisode...

Wir hören die Kurzgeschichte Weiber, von Anton Tschechov.

Begleitende Lieder:

Alexander Scriabin - Walzer op. 38

Sergei Rachmaninoff - Phantasien op. 3

Sergei Rachmaninoff - Elegien

Peter Tschaikovsky - Cherubin

Georgiy Sviridov - Schneesturm
34 Minuten
Die Regierung hat die zweiwöchige Quarantäne verlängert, die sich langsam aber sicher nach großen Ferien anfühlt. Genug für Ausflüge in die Region, ausgedehnte Spaziergänge, neue Bekanntschaften und wochendliche Gelage... Über alledem steht der hereinbrechende Frühling, der die ganze Stadt, endlich, mit Leben erfüllt
23 Minuten
Bei einem ausgedehnten Spaziergang entdecken wir in menschenverachtender Kälte sitzend die sibirischen Fischer auf dem Eis des zugefrorenen Toms. Anschließend ein Spaziergang mit Polina, bei dem ich viele interessante Dinge über Stadt, Land und Leute erfahre...
14 Minuten
Schon früh am Morgen erreicht der Kusbassexpress Kemerovo, fast unglücklich verlasse ich meinen behaglichen Zug, um mein neues Zuhause anzusehen. Tiefverschneite Straßen, Plattenbauten und ein Hauch von Kohle in der Luft, der erste Eindruck ist rustikal und abweisend. Es bleibt abzuwarten, ob er sich bewahrheiten wird, doch vieles spricht dagegen: Fröhliche Musik, die überall ertönt, mein redseliger neuer Mitbewohner und Polina, die mich vom Bahnhof abholt und mich auf einen Spaziergang einlädt, um mir ihre Stadt zu zeigen...
10 Minuten
Von Moskau bis Kemerovo sind es fast viertausend Kilometer, eine Strecke, die der Kusbass-Express zwei Mal wöchentlich zurücklegt, sechzig Stunden braucht er dafür. Über eine unvorstellbar entspannte Zugfahrt, die man sich mit Mittagsschläfchen, Blicken aus dem Fenster, Büchern und Keksen vertreibt...

Nr. 2 - Moskau

13 Minuten
Moskau ist die größte Stadt Europas und ist dekadent, chaotisch und voller Menschen. Wir unternehmen Abstecher zum Kreml, in die gewaltigen Schlafstädte und auf die Märkte der Stadt und lassen uns treiben auf ihren chaotischen Straßen...
14 Minuten
Der große Tag ist gekommen, mit gepackten Koffern stehe ich an den Bahnsteigen vieler Länder, auf Züge wartend, die mich nach Moskau bringen... Über eine Begegnung mit der Zeit.
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