Große Geschichten - ARD Literatur-Hörspiele Archiv
459 Episoden
37 Minuten
Welche Musik verträgt eine Techno-Fabel, dessen Protagonisten keine Musik kennen. Und was erzählt diese Musik über den Roman "Die Abschaffung der Arten" selbst, den Dietmar Dath eher als "langes Gedicht" bezeichnen würde, und über den eine Kritikerin schrieb, ihn zu lesen sei so wie "in die grelle Sonne schauen".
56 Minuten
Fünf Testpersonen haben die Aufgabe, ab sofort in ein anderes Leben zu schlüpfen. Sie bekommen nur eine Adresse, den Haustürschlüssel, ein paar wenige Daten und Handlungsanweisungen. Sie kennen den anderen nicht. Sie übernachten in der anderen Wohnung, schauen aus dem anderen Fenster, trinken aus der anderen Tasse, blättern in den anderen Fotoalben. Nur das Aufnahmegerät ist dabei. // Mit Hermann Bohlen, Georg Cadeggianini, Nava Ebrahimi, Monika Julie Hunger, Michael Weins, Resa Memarnia / Komposition: Ben Sturm / Realisation: Tina Klopp / BR 2008
14 Minuten
Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien, schrieb Niklas Luhmann. Massenmedien produzieren und reproduzieren kollektive Weltvorstellungen. Es sind die Bilder der mediatisierten Gesellschaft, Bilder von Stars, Katastrophen oder historischen Augenblicken, die das das kollektive Gedächtnis bevölkern. Wir öffnen die Augen / Unser Atem ist ruhig / Wir schließen die Augen / Und / Wir stellen uns einen Atompilz vor / Unser Atem ist ruhig / Und / Wir sehen Madonna tanzen / Und / Wir sehen den amerikanischen Präsidenten wie er zu uns spricht. // Mit Peter Fricke / Regie: Herbert Kapfer / BR 2005
54 Minuten
Kick-off-Meetings und Powerpoint-Präsentationen im tageszeitlosen Neonlicht. Ein Hörspiel über die schöne neue Arbeitswelt, das auf einer Messe spielt. Kommunikation, Leistung, Effizienz, und keiner, der ein Auge zumacht. Sie schlafen nicht. Sie erzählen von ihrer Arbeitswelt. Der Unternehmensberater, der IT-Supporter, die Online-Redakteurin oder die Key Account Managerin kommen zu Wort. Denn es geht um Organisation, um Content, um Durchsetzungskraft, vor allem aber um die eigene Identität. // Mit Franziska Ball, Julia Jentsch, Christiane Roßbach, Leopold von Verschuer, Paul Herwig, Wolfgang Pregler / Komposition: Oliver Doerell / Regie: Barbara Schäfer / BR 2004
55 Minuten
Mit Ronel Doual, Andrea Huyoff, Tian Rotteveel, Johannes Frick, Anna Zett / Komposition: Tian Rotteveel / Realisation: Anna Zett / BR 2017 // Eine Gruppe von Künstler/innen und Heiler/innen trifft sich in einem Gartenhaus zu einem immersiven Experiment. Mit Hilfe eines vom spätmittelalterlichen Tarot de Marseille adaptierten Kartenspiels versuchen sie zwischen der Gegenwart und der mythischen Ära der Weimarer Republik eine drahtlose Verbindung herzustellen. Auf dem Spiel steht die Möglichkeit, mit Hilfe der eigenen Stimme Bedeutung zu erzeugen, Bedeutung zu zerstören, sich auf einander einzustimmen und mit anderen abzustimmen.
54 Minuten
Mit Jan Peters, Pit Przygodda, Cecile Lapoire, Michael Layton, Neal Hartman / Komposition: Pit Przygodda / Realisation: Jan Peters / BR in Zusammenarbeit mit arts@CERN 2014 / Länge: 53'46 // Immer noch ist der Filmemacher und Hörspielautor Jan Peters auf der Suche nach Antworten auf die wirklich großen Fragen: nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Mit dem Eindruck, es schon an vielen Stellen versucht und dabei wenig Neues entdeckt zu haben, hat er sich als "artist in residence" an einem Ort beworben, der für die Entwicklung neuer Ideen bekannt ist: am CERN, der europäischen Organisation für Kernforschung in Genf, wo Wissenschaftler aus aller Welt auch auf der Suche nach Antworten auf wirklich große Fragen sind.
1 Stunde 16 Minuten
"Was, der Vater tot, der Vater tot? Was regen Sie sich auf? Jeder Vater stirbt, Ihrer halt jetzt, gestern, heute, morgen, übermorgen ein andrer, egal, ermordet, sagen Sie? Das können wir glauben oder auch nicht." // elfriedejelinek.com 03./07.11.2016 / BR 2017
12 Minuten
"Die Zuversicht vertreiben wir aus dem Land, denn wir sind stark! Entschuldigung, nein, wir bringen sie, die Zuversicht, mit federleichtem Leib. Wenn wir uns selber anschaun, ist die Angst auf einmal klein. Verläßlich sind wir wie der Tod, jetzt sind wir da." // 26.04./18.10.2016 elfriedejelinek.com / BR 2017
47 Minuten
In einer Nacht - so erzählt es die Anekdote - wird die ungefähr zehnjährige Prinzessin Alexandra auf den Korridoren im Schloss ihres Vaters, Ludwigs I. von Bayern, beobachtet, wie sie vorsichtig und sehr, sehr langsam auf und abgeht. Ihren besorgten Eltern sagt sie mit ernster Miene, dass sie Angst habe, zu zerbrechen - wegen des vielen Glases in ihr. Prinzessin Alexandra Amalie von Bayern (1826-1875) litt unter der Einbildung, ein gläsernes Klavier verschluckt zu haben.
20 Minuten
Mit Katja Bürkle / Regie: Karl Bruckmaier / BR 2016 // "Im Bewußtsein einer Läuferin (oder eines Läufers): Sie (oder er) joggt durch einen Park, der sich in jedem Teil der Welt befinden kann. Es werden Außenreize wie Temperatur und Vogelgezwitscher registriert, daneben auch Begegnungen, die im Vorbeilaufen kaum wahrzunehmen sind und deshalb kleine Störungen verursachen: die Gedanken bleiben daran hängen, gehen zurück, driften ab. Katja Schraml gelingt es mit ihrem inneren Monolog Es läuft sich gut hohes Tempo und Sogwirkung zu entfalten. Ein situativer, äußerst radiophoner Text, der durch Witz und Lakonie besticht und dabei nichts weniger als die Natur des Denkens und die Präsenz des Augenblicks reflektiert." (Jurybegründung)
54 Minuten
Alexander Kluge hat in seinem Leben viel erzählt. Lebensläufe hießen die Geschichten, mit denen der spätere Filmemacher und Fernsehgestalter Anfang der 60er Jahre erstmals als Schriftsteller öffentlich auftrat. Sie seien "teils erfunden, teils nicht erfunden. Zusammen ergeben sie eine traurige Geschichte." // Mit Alexander Kluge, Andreas Ammer / Komposition: Console/Martin Gretschmann / Realisation: Andreas Ammer / BR 2007
42 Minuten
Mit Sebastian Weber / Realisation: Karl Bruckmaier / BR 2016 // Dreißig Jahre und länger sucht Peter Weiss sein Auskommen, sein Einkommen, sein Fortkommen als Malender. Als Jugendlicher entstehen die ersten Bilder, und noch der erfolgreiche Theaterautor wird letzte Collagen anfertigen. Ein halbes Künstlerleben verstreicht hier ohne Anerkennung durch Dritte, ohne Publikum und auch ohne kritischen Zuspruch. Aber auch: ohne eigene Bildsprache. In den fünfziger Jahren unternimmt Weiss einen Zwischenschritt als Filmemacher, doch die Unvereinbarkeit von künstlerischer Intention und der Realität des Filmgeschäfts lässt ein Scheitern früh ahnen. Erst das Schreiben, bei Peter Weiss auch ein Malen nach Vokalen, bringt die ersehnte und verdiente Anerkennung, ermöglicht das selbstbestimmte Leben als originärer Künstler.
55 Minuten
Als Anregung für sein Hörspiel diente Wolfgang Müller Valeska Gerts Tanzfigur "Pause". Die 1892 in Berlin geborene Künstlerin beschäftigte sich während der Zwanziger Jahre intensiv mit den Brüchen der Moderne. Vom modernen Tanz ausgehend, erweiterte sie die Grenzen des noch jungen Genres mit sogenannten Tontänzen sowie mit Prä-Formen von Vokal-Art, Happening und Performance. // Mit Claudia Urbschat-Mingues, Felix Müller, Wolfgang Müller, Ernst Mitzka, Chris Dreier, Carola Regnier, Charlotte Simon, Gudrun Gut / Realisation: Wolfgang Müller / BR 2016
26 Minuten
Destruction in Art Symposium, 10.09.1966 / Länge: 25'23 // Zu hören ist, wie der Künstler Raphael Montañez Ortiz beim "Destruction in Art Symposium" in London 1966 ein Piano mit einer Axt zertrümmert. Es ist das rare Dokument eines kunstgeschichtlich wichtigen Symposiums, das die Destruktionskunst erstmals als internationale Zeitströmung sichtbar machte. Initiator war der in Nürnberg geborene Künstler Gustav Metzger - Sohn jüdischer Eltern, die Opfer des Holocaust wurden. Pete Townshends Gitarrenzerstörungen gehen auf Metzgers Konzept der Destruktionskunst zurück.
25 Minuten
BR 2008 / Länge: 25'13 / Der BR und intermedium records präsentieren mit "Beschleunigter Zerfall" den Remix einer originalen Aufnahme einer Pianozertrümmerung durch Raphael Ortiz, genauer des "Piano Destruction Concert 1966".