5050 by OMR Archiv
91 Episoden
39 Minuten
Im Schnitt liegt der bereinigte Gender Pay Gap hierzulande bei etwa 7 Prozent. Eine Zahl, die Vodafone bis vor 5 Jahren mit einer ziemlichen Punktlandung gespiegelt hat. Mittlerweile kann das Unternehmen einen bereinigten Pay Gap von 2,5 Prozent vorweisen — weit unter dem Durchschnitt also. Daran sind die heutigen Gästinnen maßgeblich beteiligt: Felicitas von Kyaw ist Managing Director HR & Labour Relations bei Vodafone. Ihre Kollegin Dr. Claudia Holtschlag arbeitet im HR Analytics & Transformation Management. Seit rund fünf Jahren verfolgen die beiden mit sehr viel Ambition und Herzblut die Vision, den bereinigten Gender Pay Gap bei Vodafone auf 0 Prozent zu setzen. Mit Isa und Kira sprechen Claudia und Feli darüber, warum Diversity und Geschlechtergerechtigkeit in Unternehmen nicht schnell abgehandelt werden können, sondern eine klare und konsequente Haltung erfordern. Wie geht Vodafone mit der Elternzeit um – dem Thema, das häufig als eines der ersten diskutiert wird, wenn es um geschlechterungerechte Bezahlung geht? Wie schaffen es Unternehmen, den Gender Pay Gap zu schließen und sogenannte Altlasten der Ungerechtigkeit loszuwerden, ohne dass es wehtut? Und was sind Best Practices dafür, einen Gender Pay Gap im eigenen Unternehmen gar nicht erst entsteht zu lassen?
40 Minuten
Pavlo Stroblja ist Gründer von Queermentor, Diversity Coach, Keynote-Speaker und Teil der Queeren Nothilfe Ukraine. Er ist selbst in der Ukraine aufgewachsen und mit Anfang 20 nach Heidelberg gezogen, um Jura zu studieren. Aber vor allem, um seine sexuelle Orientierung und queere Identität auch nach außen tragen zu können. Mit Queermentor hat Pavlo 2021 ein Mentoringnetzwerk für queere Menschen aufgebaut, um sie sowohl in ihrer privaten als auch in ihrer beruflichen Entwicklung zu unterstützen und einen Safer Space zu kreieren. Mittlerweile zählt er nicht nur über 100 Mentees zum Netzwerk, sondern auch diverse Unternehmen, die Themen wie Inklusion und Chancengleichheit aktiv umsetzen wollen. Gemeinsam mit Isa und Kira spricht Pavlo darüber, wie er seine persönlichen Erfahrungen zum Beruf gemacht hat, warum man seine eigenen Privilegien erkennen muss, um aktiv zu werden und wie er Rainbowwashing in Unternehmen wahrnimmt. Außerdem geht es um die Rolle heterosexueller Allies als Mentor*innen und die Frage, was eigentlich normal ist.
51 Minuten
Nicola Winter ist eine der ersten Kampfjet-Pilotinnen Deutschlands, Astronautin, Keynote-Speakerin und Coach für Krisenmanagement. Sie ist studierte Ingenieurin, die nicht nur wissen will, wie Maschinen funktionieren, sondern sie auch selbst bedienen. Deshalb hat sie 14 Jahre lang als Pilotin für die Bundeswehr gearbeitet. Doch damit nicht genug: Letztes Jahr konnte sich Nicola gegen 22.000 Bewerber*innen durchsetzen und hat nun die Chance ins All zu fliegen. Ganz nebenbei arbeitet sie außerdem im Rettungsdienst und macht ihren Hubschrauberführerschein. Nicola berichtet offen über ihre Erfahrungen als Frau bei der Bundeswehr, warum sie besonders junge Mädchen für Technik begeistern möchte und wie sie an herausfordernde Situationen herantritt. Isa und Kira sprechen mit ihr über den Alltag als Pilotin, die Chancengleichheit in der Flugbranche und warum bis heute so wenige Frauen ihren Weg in diesen Beruf finden.
42 Minuten
Boris von Heesen ist geschäftsführender Vorstand eines Jugendhilfeträgers, Männerberater und Autor des Buches „Was Männer kosten – Der Preis des Patriarchats“. Boris setzt sich vor allem mit dem Thema kritische Männlichkeit auseinander und deckt durch seine Arbeit die Folgen und Ursachen von patriarchalen Strukturen auf. Dabei untersucht er Bereiche, die unsere Gesellschaft besonders belasten: Sucht, Gefängnisaufenthalte oder häusliche Gewalt. Kira und Isa sprechen mit ihm über die Verbindungen zwischen patriarchalen Strukturen, Stereotypen und ungesunden Verhaltensweisen. Wieso sind bundesweit 75 % aller Suchterkrankten Männer? Was braucht es, um neue Arten von Männlichkeit Normalität werden zu lassen und wieso profitiert am Ende die gesamte Gesellschaft von einer Dekonstruktion der Männlichkeitsideale? Es geht um Deutschlands Männerberatungsnetz, um gleichstellungsorientierte Politik und um den hohen Preis des Patriarchats.
46 Minuten
Dana Pietralla ist forschungsorientierte Psychologin, Cognitive Scientist und Gründerin. Sie beschäftigt sich damit, wie unterschiedlich Menschen Dinge wahrnehmen und hat mit ihrem Social-Tech-Start-Up Paged ein Unternehmen gegründet, dass sich für Inklusion im digitalen Raum einsetzt. Isa spricht zusammen mit ihr über die Herausforderungen für neurodivergente Menschen im digitalen Raum und wie diese von Unternehmen oder Institutionen minimiert werden können. Warum ist der Einbezug von Neurodiversität so wichtig und was versteht man eigentlich genau unter diesem Begriff? Welche Unternehmen sind bereits Vorreiter und was sollte in den nächsten Jahren noch auf diesem Feld passieren? Dana gibt Tipps zum Umgang mit neurodivergenten Menschen im Arbeitsumfeld und gewährt uns einen Einblick in ihre Arbeit als Wissenschaftlerin und Start-Up-Gründerin.
46 Minuten
Mina Saidze ist Datenexpertin, Gründerin und Autorin. Sie steht für eine inklusive Tech-Branche, in der Big Data, KI und Diversity in Tech demokratisiert werden. In ihrem neuen Buch „FairTech: Digitalisierung neu denken für eine gerechte Gesellschaft“ spricht sie über die Ursachen und Folgen einer männerdominierten Technologie-Branche, die sie mit ihrer Aufklärungs- und Beratungsarbeit ordentlich umkrempeln will. Isa und Kira sprechen mit Mina über das Phänomen Women in Tech, warum es bis heute noch viel zu wenige von ihnen gibt und was in Zukunft passieren muss, damit eine inklusive und demokratische Tech-Branche möglich wird. Wieso sind unterschiedliche Lebenserfahrungen so wichtig bei der Entwicklung von Tech-Produkten? Warum kann Technologie dazu führen, dass bestimmte Türen für einige Menschen verschlossen bleiben? Und wie könnte der Einstieg in die Tech-Branche für sozial diverse Gruppen erleichtert werden? Es geht um die ethische Dimension hinter KI, Big Data und Co., um Vermarktungsstrategien und hinderliche Narrative in Film und Fernsehen und um die Auswirkungen einer diversen Tech-Branche auf unsere Gesellschaft.
53 Minuten
Saralisa Volm ist Schauspielerin, Regisseurin, Filmproduzentin und Autorin. In ihrem neuen Buch „Das ewige Ungenügend“ erzählt sie die Geschichte ihres ambivalenten Verhältnisses zum eigenen Körper und damit auch die Geschichte vieler anderer Frauen. Isa und Kira gehen auf Saralisas feministische Auseinandersetzung mit dem Thema Körper ein, auf den Kampf von Frauen gegen sich selbst, die Stellung des weiblichen Körpers in der Gesellschaft und auf die nötige Emanzipation des Mannes. Wer trägt die Schuld am gesellschaftlichen Schönheitsdilemma? Wie viel passiert durch Social Media, wie viel durch Konzerne und wie viel auch durch uns selbst? Wie können Frauen diesem Bewertungssystem entkommen? Es geht um die orgasm gap, um Gleichberechtigkeit in der Sexualität, ums Grenzenziehen und darum, wie wir lernen können, den Bedürfnissen unseres Körpers mehr und mehr gerecht zu werden.
47 Minuten
Alex Nicolaus ist Gründer von MSTRY Berlin. Mit seinen Statement-Socken will er auf gesellschaftliche Themen wie Gleichberechtigung, Sexualität, Mental Health und Klimaschutz aufmerksam machen. Alex schafft es mit Produkten wie den „La Dolce Vulva“-Socken Menschen in Austausch über die Diversität von Vulven zu bringen, hat die ersten Blindenschriftsocken der Welt entwickelt und betreibt auch rund um die Produkte viel Aufklärungsarbeit. Er zeigt, wie man als Unternehmer von Anfang an Impact mitdenken kann und wie auch privilegierte Männer sich positionieren und alle Menschen mit einbeziehen können. Isa und Kira sprechen mit Alex über unternehmerischen und privaten Gegenwind, darüber, worin die Schwierigkeiten in der Führung eines sozialen Unternehmens bestehen und wie viel es Käufer*innen tatsächlich um soziales Engagement statt nur um modisches Aussehen geht.
40 Minuten
Prof. Dr. Jutta Allmendinger ist Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. In der Vermächtnisstudie des WZB, infas und der Zeit setzt sie sich mit der übergeordneten Frage auseinander, welches Vermächtnis die Deutschen an zukünftige Generationen weitergeben wollen. Es werden bspw. folgende Fragen beantwortet: Wo stehen wir zwischen Beruf und Privatleben, Unabhängigkeit und Familienwunsch, Materiellem und Lebenserfüllung? Was wird von uns übrig bleiben? In dieser Folge beleuchten Kira und Isa diese Fragen mit Prof. Dr. Allmendinger aus der Perspektive der Gleichberechtigung. Wo stehen wir in Thema Elternzeit und Care-Arbeit? Inwiefern müssen wir unser Verständnis von Tätigkeit erweitern? Warum liegen Wahrnehmung und Realität bei Frauen und Männern oft so weit auseinander?
40 Minuten
Louisa Schneider ist Journalistin und Klimaaktivistin mit der Mission, die Dringlichkeit von Klimaschutz aufzuzeigen. Aktuell arbeitet sie mit Greenpeace im Rahmen des Projekts grad.jetzt zusammen. Isa und Kira sprechen mit ihr darüber, wie und welche Ungleichheitsdimensionen im Zusammenhang mit der Klimakrise stehen. Wie werden Geschlechterungerechtigkeiten, Diskriminierung und soziale Ungleichheiten durch die Klimakrise verstärkt? Wer ist am meisten betroffen? Aus welchem Grund können Umweltkatastrophen nie losgelöst von den Milliardengewinnen in Unternehmen betrachtet werden? Es geht um globale Kipppunkte, die Klimakreditkarte sowie um die Bedeutung von Klimaschutz als Frauenschutz. Außerdem thematisieren die drei fehlenden politischen Willen und Möglichkeiten, globale Klimalösungen sozial und ökologisch gerecht zu gestalten.
51 Minuten
Annahita Esmailzadeh ist Leiterin des Bereichs Customer Success Account Management bei Microsoft. Kira und Isa sprechen mit ihr heute jedoch über ihre Arbeit als Speakerin, Business Influencerin und Autorin. Annahita setzt sich in ihrem aktuellen Buch mit unconscious Biases auseinander, unbewussten Vorurteilen, die jede*r von uns in sich trägt. Sie beschreibt die tiefgreifenden Konsequenzen dieses Schubladendenkens in der Arbeitswelt und geht auf unterschiedliche Effekte ein, die dazu führen, dass Diversität nicht ausgebildet und Diskriminierung in Unternehmen sogar fest verankert werden kann. Was können Unternehmen gegen unbewusste Vorurteile machen? Wie sehr müssen Führungskräfte das eigene Bewusstsein für diese stärken, um richtige Personalentscheidungen treffen zu können? Und weshalb sollten wir alle auch die negative Konnotation des “alten weißen Mannes” überdenken?
54 Minuten
Emre Çelik ist Gründer, Menschenrechtsaktivist, Antidiskriminierungsexperte, zudem Speaker und Content Creator. Emre setzt sich mit seiner Arbeit dafür ein, das Bewusstsein für Themen wie Empathie, Gleichberechtigung und Inklusion zu schärfen. Emres Vision: Eine Welt ohne Ausgrenzung und Diskriminierung, in der sich alle zugehörig fühlen. Und das kommt nicht von ungefähr, denn Emre hat am eigenen Leib erfahren, wie es ist, vorverurteilt, angefeindet und ausgegrenzt zu werden. Heute tritt Emre dagegen als Sprachrohr für Menschen in ähnlichen Situationen ein. Im Gespräch mit Kira und Isa erzählt Emre von den Identitätsschwierigkeiten, verschiedenen Projekten, mit denen Emre die Antidiskriminierungsarbeit in Deutschland vorantreibt und inwiefern wir alle mehr als nur einen ökonomischen Wert haben.
40 Minuten
Mirna Funk ist Schriftstellerin, Journalistin und Drehbuchautorin. Sie polarisiert insbesondere durch ihre feministische Haltung. Mirna ist davon überzeugt, dass Gleichberechtigung ohne ökonomische Unabhängigkeit nicht möglich ist und Emanzipation nicht in Teilzeit funktionieren kann. Heißt konkret: Es bräuchte mehr Frauen, die Vollzeit arbeiten und die Welt verändern wollen. Isa und Kira wollen sich mit dieser kritischen Perspektive auseinandersetzen und sprechen mit Mirna über das Patriarchat, Politik vs. Individuum sowie über Intersektionalität und die Diversitätsdimension Ost- und Westdeutschland. Weshalb entscheidet sie sich bewusst für ein Leben, das so viel Angriffsfläche bietet? Wieso liegt es ihrer Meinung nach nur in individueller Hand, tradierte Rollenbilder aufzulösen? Was führt wirklich zu gesellschaftlicher Veränderung und wieso würde es uns vielleicht sogar ganz guttun, wenn Politiker*innen durch KIs ersetzt würden?
48 Minuten
Aljosha Muttardi ist Aktivist für Veganismus und Queerness, Arzt und Podcasthost. Außerdem ist er Teil der Netflix-Serie Queer Eye Germany. Dass Formate wie diese abgesetzt werden, ist in seinen Augen nicht nur unverständlich, sondern vor allem unverantwortlich. Denn Aljosha ist davon überzeugt, dass sie dazu beitragen, eine neue Normalität zu schaffen und sogar Menschenleben zu retten. Mit Kira spricht er darüber, welche große Rolle die Medien in Bezug auf Sichtbarkeit von Queerness spielen und weshalb wir niemals aufhören dürfen, über Coming Outs zu reden. Welche Konsequenzen hat das wachsende Geltungsbedürfnis auf Social Media und wie beeinflussen Zahlen und Likes unsere Welt mehr denn je? Wo müssen wir unser Ego zurückstecken und was können wir auch unter- und füreinander für mehr Gerechtigkeit tun?
43 Minuten
Nachhaltigkeit ist im Leben der meisten Yogis sehr präsent, doch viele hatten vermutlich jahrelang Yogamatten zu Hause, die unter schwierigen Bedingungen produziert wurden. Sophie Zepnik hat vor einigen Jahren die erste closed-loop Yoga Brand hejhej gegründet. Seitdem entwickeln sie Yogamatten, die sowohl lokal als auch im Rahmen der Kreislaufwirtschaft produziert werden. Nach und nach haben sie bemerkt, wie homogen und wenig divers die Yoga-Branche aufgestellt ist und versuchen, in ihren Angeboten Diversität ganzheitlich mitzudenken. Das bedeutet: barrierefreies Yoga für alle Menschen. Wie sieht hejhejs Kommunikationsstrategie aus? Welche Rückschläge gab es und welches Feedback hat Sophie mit hejhej bekommen? Gibt es Konkurrenzunternehmen in Deutschland? Und was hat ein pinkes Logo damit zu tun, dass sie sich dazu entschieden haben, sich selbst zu finanzieren?