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EvidenzUpdate – für klügere Medizin Archiv

207 Episoden
19 Minuten
Die offiziellen Zahlen zur Corona-Pandemie zeigen uns nur ein Zerrbild: nämlich nur die Daten der laborbestätigten Fälle. Um aber das wahre Ausmaß der Epidemie hierzulande abschätzen zu können, braucht es andere Daten. Reihenweise sind jetzt Studien angelaufen, die das untersuchen sollen. Die Forscher wollen die Durchseuchung der Bevölkerung ermitteln – über repräsentative Stichproben. Damit könnten sie auch feststellen, wie viele Menschen womöglich immun gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 sind, etwa weil sie eine Infektion längst unbemerkt durchgemacht haben. Erste vorläufige Ergebnisse einer solchen Studie gibt es in Deutschland bereits für das Örtchen Gangelt im schwer betroffenen Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Doch kaum waren die ersten Daten am Gründonnerstag veröffentlicht, kam Kritik an der Untersuchung auf. In dieser Episode vom "CoronaUpdate" beschäftigen wir uns näher mit der Gangelt-Studie und der Kritik daran. Ist sie womöglich berechtigt? Welche Schlüsse können wir aus einer Erhebung in einem kleinen Ort für die ganze Republik ziehen? Und wie verlässlich sind die Testverfahren, die die Forscher für diese Untersuchungen einsetzen? Eine neue Validitätsstudie aus Kopenhagen lässt nämlich einige Zweifel an Antikörpertests aufkommen. Quellen: 1. Hendrik Streeck, Gunther Hartmann, Martin Exner, Matthias Schmid. Vorläufiges Ergebnis und Schlussfolgerungen der COVID-19 Case-ClusterStudy (Gemeinde Gangelt). www.land.nrw. 9. April 2. Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) e.V. 7. April 3. Ria Lassaunière, Anders Frische, Zitta B Harboe, Alex CY Nielsen, Anders Fomsgaard, Karen A Krogfelt, Charlotte S Jørgensen. Evaluation of nine commercial SARS-CoV-2 immunoassays. medRxiv 2020.04.09.20056325; doi: 10.1101/2020.04.09.20056325
25 Minuten
Medizinische Versorgung, so scheint es, findet im Moment nur mehr im intensivmedizinischen Setting im Kontext von COVID-19 statt. Das ist zumindest das medial oft vermittelte Bild. Was aber geschieht mit all den Diabetikern, Menschen mit Rhythmusstörungen oder mit chronischen Wunden? Wer versorgt all jene, die sonst das medizinische Versorgungsgeschehen ausmachen, wenn Praxen unter Quarantäne stehen oder Ärzte zu Pflichtdiensten herangezogen werden oder in Abstrichzentren Dienst tun? In diesem „CoronaUpdate“ reden wird über die medizinische Versorgung in Zeiten der Krise. Denn das SARS-CoV-2 schert sich nicht um die 700 Millionen ambulanten Behandlungsfälle, die es auch ohne das neue Coronavirus jährlich in Deutschland gibt. Diese Patienten, sagt DEGAM-Präsident Martin Scherer, müssen nach wie vor gut versorgt werden. Und es müssen Risikopatienten identifiziert und geschützt werden.
26 Minuten
Die Gesellschaft, die Politik kennt im Moment kaum ein anderes Thema als die Coronavirus-Pandemie. Wir sind im Corona-Tunnel. Doch welche Folgen hat er, welche Kollateralschäden könnten wir mit den Maßnahmen vielleicht sogar provozieren? Und zwar mit besonderem Blick auf die medizinische Versorgung. In dieser Folge vom "CoronaUpdate"-Podcast reden wir über die paradoxe Situation, dass gleichzeitig Arztpraxen im Moment leer stehen, viele Menschen aber medizinisch oder pflegerisch nur schwer betreut werden können. Wir schauen in die wissenschaftliche Literatur und suchen nach möglichen medizinischen Kollateralschäden, die der Lockdown verursachen könnte. Gibt es beispielsweise Evidenz, dass Herzinfarkte nicht schnell genug behandelt werden? Und könnte dadurch sogar die Zahl der Todesfälle steigen? Und wie wirkt sich Homeoffice auf die Gesundheit aus? Welche Belastungen bringt die Pandemie für Gesundheitspersonal mit sich? Und was bedeutet der Lockdown für die Betreuung von Pflegebedürftigen? Als das sind unsere Themen in diesem "CoronaUpdate". Quellen von Martin Scherer: [1] Bussche et al. Umfang und Typologie der Häufignutzung in der vertragsärztlichen Versorgung der älteren Bevölkerung - Eine Analyse auf der Basis von GKV-Abrechnungsdaten. ZEFQ 2013; 107(7): 435-441. doi: https://doi.org/10.1016/j.zefq.2012.12.025 [2] Tam et al. Impact of Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Outbreak on ST-Segment-Elevation Myocardial Infarction Care in Hong Kong, China. Circ Cardiovasc Qual Outcomes 2020; Mar 17: CIRCOUTCOMES120006631. doi: https://doi.org/10.1161/CIRCOUTCOMES.120.006631 [3] Qiu et al.: A nationwide survey of psychological distress among Chinese people in the COVID-19 epidemic: implications and policy recommendations. General Psychiatry 2020; 33: e100213. doi: https://doi.org/10.1136/gpsych-2020-100213 [4] Lai et al.: Factors Associated With Mental Health Outcomes Among Health Care Workers Exposed to Coronavirus Disease 2019. JAMA Network Open 2020; 3(3): e203976. doi: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2020.3976 [5] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Ambulante-Pflege-in-der-Corona-Krise,corona1342.html [6] https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/corona-krise-ambulante-pflege-vor-dem-aus,Rv0Abmh [7] https://www.br.de/nachrichten/wissen/arztbesuche-waehrend-der-corona-krise,Rv6xhx3
21 Minuten
Alles dreht sich im Moment um das neue Coronavirus SARS-CoV-2. Politik und Gesellschaft sind im Krisenmodus, im "Corona-Tunnel". Unser Fokus liegt ganz auf Bekämpfung der Pandemie und ihrer Folgen. Das Ziel: die Gesundheitssysteme und vor allem Risikogruppen vor dramatischen Folgen schützen. Doch was passiert mit uns, mit den Gesellschaften, wenn unser Blickfeld eingeschränkt ist? Was könnte ein Tunnelblick für uns bedeuten? Und wie kämen wir wieder daraus? In dieser Episode vom "CoronaUpdate" reden wir über die "Virtualisierung unseres Lebens" in einer "unbedingten Realität". Wir reden über die Folgen eines Tunnelblicks für die medizinische Versorgung. Was bedeuten all die getroffenen Maßnahmen für Menschen, die schon vor Corona an einer Krankheit gelitten haben? Und wir fragen uns, was aus Digitalisierung, Klimaschutz, Organspende und der Reform der Notfallversorgung in Deutschland geworden ist.
29 Minuten
Diagnostische Tests sind in aller Munde. Für die Testung auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2 haben die Labore in Deutschland ihre Kapazitäten drastisch hochgefahren: Über 100.000 Tests täglich können sie dem Robert Koch-Institut zufolge durchführen. Weniger als jeder zehnte Test ist bislang allerdings positiv. Doch der RT-PCR-Test auf das Erbgut des COVID-19-Erregers ist nicht das einzige Diagnostikum. Viele hoffen derzeit auf Antikörpertests. Die sollen eine durchgemachte Infektion erkennen können – und könnten so anzeigen, wer immun für eine (erneute) Ansteckung ist. Vor allem Gesundheitsberufe hoffen darauf. Doch die Spannbreite reicht von eher verlässlichen ELISA-Immunassay bis hin zu Schnelltests aus fragwürdiger Quelle. Wie verlässlich sind die Labortests auf das neue Coronavirus überhaupt? Und sind binäre Aussagen über "positiv oder negativ" überhaupt nützlich? Darüber reden wir in dieser Episode vom "CoronaUpdate". Keine Angst vor diesem kleinen biostatistischen Repetitorium. Denn am Ende stellen wir fest, welche Messparameter uns im Moment wirklich fehlen, um verlässliche Aussagen aus den Testergebnissen ziehen zu können.
19 Minuten
Auch der Karneval in Venedig ist dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Doch für die Anhänger der Camouflage gibt es Abhilfe: FFP2- und FFP3-Masken, wahlweise auch Einweg-OP-Masken, Schutzkittel und Handschuhe. Wäre da nicht der Umstand, dass die gerade zur Rarität geworden sind. In dieser Episode vom "CoronaUpdate" reden wir über Sinn und Zweck von Schutzmasken für die Bevölkerung. Denn nicht nur in Österreich sind die Masken mittlerweile Pflicht beim Besucht von Supermärkten. Auch erste Städte in Deutschland haben begonnen, ähnliche Vorschriften einzuführen. Wir fragen: Wäre es nicht besser, die Masken primär für Gesundheitsberufe und Mitarbeiter in anderen kritischen Einrichtungen zu reservieren? Immerhin beklagen Arztpraxen, Krankenhäuser oder Pflegeheime derzeit einen eklatanten Mangel – trotz der zentralen Beschaffung durch den Bund. Und wie nützlich sind solche Schutzmasken überhaupt? Helfen sie mehr als regelmäßiges Händewaschen? Oder ist es sogar eher nicht so klug, sie zu tragen? Und schützen vielleicht auch Schals? Die Auflösung haben wir in dieser Podcast-Episode. Plus ein Update der hausärztlichen Leitlinien zum neuen Coronavirus SARS-CoV-2.
18 Minuten
Gesundheitsminister Jens Spahn hat die jetzige Situation der Corona-Epidemie hierzulande vergangene Woche die "Ruhe vor dem Sturm" genannt. Als Wahl-Hamburger kennt Martin Scherer sich mit steifen Brisen aus. In dieser Episode des "CoronaUpdate"-Podcasts wird es deswegen meteorologisch-medizinisch-epidemiologisch. Was sind überhaupt Stürme? Was bedeutet es, wenn Gesundheitspolitiker zu Meteorologen werden? Und welche Wundermittel helfen gegen dieses Phänomen? Wir versuchen, den Begriff Sturm semantisch zu ergründen und fragen die Gebrüder Grimm zu möglichen Assoziationen. Und wir schauen, ob das Bild des Sturms epidemiologisch überhaupt gerechtfertigt ist? Denn "Stürme" gibt es immer wieder in der medizinischen Versorgung. Aber warum nennen wir sie oft nicht so und bereiten uns nicht so auf sie vor, wie wir es jetzt in der Coronavirus-Pandemie tun?
21 Minuten
Viele Jahre müssen junge Menschen studieren, um Ärzte werden zu können. Zig Praktika müssen sie überstehen und drei Staatsexamensprüfungen. Für den Jahrgang, der jetzt vor der zweiten ärztlichen Prüfung stand, wird wegen der Coronavirus-Epidemie alles anders: Gesundheitsminister Jens Spahn hat ihr Staatsexamen von diesem in das nächste Frühjahr verschoben. Die rund 4500 Studierenden sollen jetzt direkt ins Praktische Jahr – und bei der bei medizinischen Versorgung mithelfen. Auf der anderen Seite erwartet sie im kommenden Jahr ein kleines Hammerexamen aus gleich zwei großen Prüfungen. Was bedeutet diese Änderung für die Studenten? Was für Konsequenzen hat Corona auf die medizinische Lehre und die Hochschulen? Ist es gut für die Studenten und die Versorgung, wenn sie jetzt mithelfen? Oder werden sie schlimmstenfalls als "billige" Hilfskräfte verschleißt? Über diese Fragen reden wir in dieser Episode vom "CoronaUpdate". Und wir überlegen, welche Auswirkungen die jetzige Situation auf die Ärzteausbildung generell haben könnte.
29 Minuten
In der Coronavirus-Pandemie hat die Stunde der Forschung geschlagen: Wissenschaftler wollen das Virus SARS-CoV-2, Ärzte die Krankheit COVID-19 verstehen. Fieberhaft wird nach Impfstoffen geforscht, reihenweise laufen klinische Studien mit Wirkstoffen an, um geeignete Therapien gegen das Coronavirus zu finden. Wir alle sind Teil eines riesigen unkontrollierten Experiments geworden. Was aber bedeutet diese Pandemie für die medizinische Versorgung? Auch für die Versorgung von Patienten mit anderen Erkrankungen, sei es eine koronare Herzkrankheit, ein Schlaganfall, Diabetes mellitus, neurologische oder psychische Probleme? Wie beeinflusst die Pandemie die Situation dieser Menschen und ihre medizinische Versorgung? Diese Fragen muss jetzt die Versorgungsforschung beantworten, sagt DEGAM-Präsident Martin Scherer. Nur sie könne am Ende auch beantworten, ob und wie Maßnahmen und Therapien gegen das Coronavirus wirken.
26 Minuten
Der Deutsche Ethikrat erwartet angesichts der COVID-19-Pandemie, dass Ärzte auch in Deutschland „tragische Entscheidungen über Leben und Tod“ treffen und mit „nahezu unlösbaren Dilemmata“ umgehen müssen. Und zwar, wenn sich die Situation in den Krankenhäusern zuspitzt. Aus Italien oder dem Osten Frankreichs berichten Ärzte von teils katastrophalen Situationen: Für die vielen beatmungspflichtigen Patienten reichen die Behandlungskapazitäten nicht aus. Mediziner in den betroffenen Regionen müssen deswegen schon jetzt faktisch über Leben und Tod entscheiden. Wie aber sollten Ärzte entscheiden, wenn die medizinischen Ressourcen nicht ausreichen? In dieser Episode des CoronaUpdate-Podcasts reden Martin Scherer und Denis Nößler über "egalitäre Basisgleichheit", nämlich dass jeder Patient ohne Ansehen seiner Person die gleiche medizinische Hilfe erhalten muss. Sie reden auch darüber, wie Ärzte mit dem Dilemma umgehen können, eben nicht immer jedem helfen zu können. Patientenautonomie und primum non nocere, sagt DEGAM-Präsident Martin Scherer, sind gerade kein Widerspruch. Was in den momentanen ethischen Überlegungen laut Scherer aber zu kurz kommt, ist die Patientenverfügung. Nicht nur bei älteren Patienten, und ob mit oder ohne COVID, sollte der Patientenwille nach wie vor maßgeblich für die ärztliche Entscheidungsfindung sein.
24 Minuten
Heute reden wir über Ängste. Macht uns das neue Coronavirus Angst, macht uns die Pandemie Angst? Machen uns vielleicht auch die Auswirkungen Angst? Angst, was ist das überhaupt? Ist sie berechtigt? Und wie gehen wir im Moment damit um, was wären kluge Strategien? Können uns massenhafte Labortests helfen, mit unseren Ängsten, unseren Sorgen umzugehen? Das ist unser Thema in dieser Episode vom CoronaUpdate. Und eine kleine Überraschung gibt es am Schluss: ein Leitlinien-Update.
26 Minuten
„Noch ein Corona-Update?“, werden Sie sich fragen. Ja noch ein Corona-Update sagen wir, und zwar aus Sicht der Allgemeinmedizin. Wir, das sind Professor Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, und Denis Nößler, stellv. Chefredakteur und Nachrichtenchef der „Ärzte Zeitung“ aus dem Hause Springer Medizin. Hausärzte sind es, die – neben den Krankenhausärzten, Pflegekräften und MFA –an vorderster Front der Corona-Pandemie ausgesetzt sind. Virologen erklären uns seit einigen Wochen, wo das neue Coronavirus SARS-CoV-2 herkommt, was es mit Antikörpern auf sich hat und wie man testen sollte. Epidemiologen erklären uns anhand immer neuer Kurven und Histogramme, wie die Pandemie sich angeblich entwickelt, was jetzt zu tun wäre, was schon wirkt und was nicht. In diesem Podcast wollen wir hinter die Zahlen, hinter die Moleküle blicken. Martin Scherer und Denis Nößler wollen über Betroffene und nicht Betroffene reden. Natürlich wollen wir auch darüber reden, wie es Erkrankten ergeht und all jenen, die ihnen helfen, auch medizinisch. Aber unser großes Thema wird sein, was das Virus mit unserer Gesellschaft macht. Gibt es vielleicht auch Kollateralschäden jenseits der Erkrankung? Was ist mit den Einzelschicksalen? Was bedeutet COVID-19 für die (nicht nur medizinische) Versorgung in unserem Land? Und was kann die Wissenschaft hierzu sagen? Darüber wollen wir ab sofort in diesem Corona-Update reden – immer montags bis freitags.
EvidenzUpdate – für klügere Medizin

EvidenzUpdate – für klügere Medizin

Gespräche über die "Wahrheiten" in der Medizin