Podcast-Interface

Focusrite 'Vocaster Two' Review mit Soundbeispiel

19. August 2022

Focusrite hat die Podcastcommunity diesen Sommer mit dem Vocaster Two beglückt. Unsere Redaktion testet das neue Interface auf Herz und Nieren, damit ihr euch ein Bild von seinen Vorzügen machen könnt. Für wen lohnt sich ein Kauf?

Bild: podcast.de
Focusrite 'Vocaster Two' Review mit Soundbeispiel

Podcasting ist nach wie vor ein niedrigschwelliges, zugängliches Medium. Das bedeutet natürlich nicht, dass Podcaster sich nicht professionalisieren dürften. Focusrite bringt mit dem Vocaster Two ein kleines, mobiles und leistungsstarkes Interface auf den Markt, das kaum Wünsche offen lässt.

Das Podcast-Interface Vocaster Two von Focusrite in der Frontalansicht
Bild: podcast.de

Erster Eindruck des Vocasters

Der erste Eindruck des Vocaster Two ist solide. Sowie bei Verpackung als auch beim Design des Interfaces gibt Focusrite sich betont schnörkellos. Drei Drehregler und die gummierte Knopfleiste dominieren die Optik auf der Vorderseite. Die Front ist mit schwarzem, matten Kunststoff verblendet, die Haptik erinnert an einen angenehm rundgewaschenen Flussstein. Das dunkle Plastik ist leider gleichzeitig auch ein Magnet für Fingerabdrücke.

Beim Schütteln klappert nichts, beim Drehen wackelt nichts. So weit, so gut. Der charakteristische rote Ring rahmt das Gerät an der Vorderseite ein und gibt ihm einen kraftvollen Look. Die Vorderseite ist symmetrisch aufgebaut, alle Regler und Knöpfe auf der linken Seite sind für den Host, die rechte Seite gehört dem zweiten Sprecher, den Focusrite Guest nennt.

Die Rückseite ist in grauer Granitoptik gehalten. Ein Gummiring auf der Unterseite verhindert, dass der Vocaster Two auf der Tischoberfläche verrutscht. Insgesamt macht der Vocaster Two einen aufgeräumten, durchdachten ersten Eindruck.

Anschlüsse am Vocaster Two

Beim Vocaster Two kommt vieles im Doppelpack. Zwei 6,5mm Klinke-Anschlüsse für Kopfhörer, zwei XLR Stecker für Mikrofone, ein Paar Outputstecker. Auf der Rückseite finden sich zudem noch Anschlüsse für Telefon und Kamera. Das Interface wird per USB-C mit dem Computer verbunden und benötigt sympathischer Weise keine separate Stromzufuhr.

Der PC erkennt das Interface nach dem Einschalten auf Anhieb. Sobald der Vocaster Two Strom erhält, glühen die Kontrollleuchten auf. Andere Interfaces wie der ProCaster leuchten so bunt wie eine Diskothek, der Vocaster Two gibt sich etwas neutraler und schüchterner.

Die Software Vocaster Hub ist das digitale Spiegelbild des Vocaster Two. Hier lassen sich digital 48V Phantomspannung anlegen, Gain regeln oder Mikrofone auf stumm schalten, parallel dazu ist das alles aber natürlich auch analog am Interface selbst möglich. Das Gerät und die dazugehörige Software präsentieren sich als eingespieltes Team, das durch Verständlichkeit und Klarheit punktet. Auch Podcast-Einsteiger können sich hier schnell zurechtfinden.

Der Vocaster Two scheint auch auf den zweiten Blick zu halten, was sein Design bereits vermuten ließ: Funktionalität steht im Vordergrund, große Überraschungen, sowie im Positiven als auch im Negativen, bleiben aus.

Die Auto Gain-Funktion des Vocaster Hub beim Vocaster Two
Bild: Screenshot: Vocaster Hub

Aufnahme & Klang

Was nicht bedeutet, dass der Vocaster Two keinen Spaß macht. Alles wirkt intuitiv, sodass Podcaster schnell zu vorzeigbaren Ergebnissen kommen. Die neben dem Gain-Regler liegenden Leuchten wechseln je nach angewählter Funktion die Farbe. Bei Mute leuchten sie rot, bei Gain leuchten sie weiß, beim Sprechen zeigen sie den Pegel an. So können Podcaster einem Übersteuern oder zu leisen Aufnahmen vorbeugen.

Unsere Redaktion hat das Interface mit dem RØDE PodMic getestet. Das dynamische Mikrofon wird per XLR-Kabel angeschlossen und liefert, wie üblich, einen satten, sauberen Klang. Es erfordert allerdings auch einen beherzten Griff zum zentralen Gain-Regler, den es bis auf circa 85 Prozent aufzudrehen gilt. Als Maximum gibt der Hersteller 70 Dezibel Vorverstärkung an. Parallel dazu steigt leider das Hintergrundrauschen, das den Spaß an der Aufnahme etwas mindert. Bei so viel Gain klingt die Aufnahme zwar nach wie vor gut, aber eben nicht mehr perfekt. Je nach Vorliebe können Nutzer auch die Enhance-Funktion nutzen, um den Klang ihrer Stimme zu verändern.

HIER KÖNNT IHR EUCH EIN BILD VOM KLANG MACHEN

Aufnahme mit dem Vocaster Two von Focusrite in Audition
Bild: podcast.de

Ein starkes Feature hat Focusrite mit der Bluetooth-Funktion eingebaut. Handy, PC oder andere Geräte lassen sich unkompliziert koppeln. So können beispielsweise Telefonate oder andere Audiostücke nahtlos eingespielt werden. Die Audioqualität von Musik nimmt bei dieser Übertragungsweise leider leicht ab. Dennoch ein wahrer Pluspunkt für Podcaster, die lebendige Shows mit vielfältigen Elementen produzieren.

Interface Vocaster Two Seitenansicht
Bild: podcast.de

Fazit zum Vocaster Two

Der Vocaster Two ist ein leistungsfähiges Interface, das mit seiner geringen Größe von circa 5x11x22 cm in jeden Rucksack passt. In Sachen und mobilem und gemeinschaftlichen Podcasting ist das eine echter Pluspunkt. Der Funktionsumfang, die Verarbeitung und das Gesamtpaket sind absolut vorzeigbar. Das Interface eignet sich für Einsteiger und fortgeschrittene Podcaster, die Produkte im mittleren Preissegment suchen. Ein Schnäppchen ist es jedoch nicht unbedingt.

FAZIT: Pro

FAZIT: Contra

+ Solide Verarbeitung

- Kein Display

+ Praktisch für unterwegs

- Preis circa. 329,00 Euro

+ Intuitiv und verständlich

+ Einspeisung von Bluetooth-Signal


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