Autismus braucht Aufklärung Archiv
74 Episoden
44 Minuten
„Ja, Sie sind Asperger-Autistin.“ Uff, alles klar. Von wegen: denkste. Jetzt geht es erst richtig rund. So würde ich meine vier Jahre nach Erhalt meiner Diagnose etwas flapsig umschreiben. Ich durchlief verschiedene Phasen, nicht linear nacheinander, sondern auch sich überschneidend: Erleichterung: endlich weiß ich, warum ich so anders bin – Unsicherheit – Ungläubigkeit - alles wie ein Schwamm aufsaugen, was mit Autismus zu tun hat - mein ganzes Sein, jedes Handeln von mir mit meinem Autismus erklären - es gibt nur noch meinen Autismus - anfangen, mich und mein autistisches Sein zu verstehen - Rückblick auf mein bisheriges Leben: Trauer, Wut, hadernd - Ernüchterung: mein Leben wird nicht einfacher – mich mit mir und meinem Autismus aussöhnen – Rückblick auf mein bisheriges Leben: Würdigung – Autismus und Nicht-Autismus – die Diagnose in der Gesellschaft – die anderen, nicht-autistischen Menschen – und heute: die „blöde“ Diagnose…
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51 Minuten
Diese Folge gleicht eher einem Essay über die Suche nach meiner Identität. Meine Identität ist dabei untrennbar mit meinem autistischen Sein verbunden. Es geht in dieser Folge um die Vorstellung der Welt aus nicht-autistischer Sicht, die Standard ist. Die Identität von Autistinnen ist demgegenüber nicht selbstverständlich. Sie werden selten in dieser als absolut gesetzten Weltsicht und Kultur gesehen, höchstens vielleicht als „exotische“ Wesen mit besonderen Fähigkeiten. Bis zum Verstehen ist es noch ein sehr weiter Weg. Ich glaube, wir befinden uns in dem Anfang einer emanzipatorischen Bewegung: Der Abnabelung, der Freimachung der autistischen Menschen von dem nicht-autistischen Blick auf sie als die „Anderen“, die nicht als autonome Wesen betrachtet werden. Die nicht-autistischen Menschen sind die Subjekte, die autistischen Menschen die Objekte, die auf einen Subtypus des Menschen reduziert werden. Die vielen Stimmen von Autistinnen erheben sich gegen diese selbstverständliche Vorstellung der nicht-autistischen Welt. Sie bringen sie nicht ins Wanken, aber sie rütteln gehörig an ihrer Selbstverständlichkeit. Sie beginnen, die Definitionsmacht über sich selbst an sich zu reißen, entrümpeln ihr Gehirn von dem defizitären Bild, das die nicht-autistische Gesellschaft versucht, ihnen einzupflanzen. Da werden sie nicht stehen bleiben. Selbstbestimmung und Sichtbarkeit sind die Schlagworte.
Darüber hinaus ist meine Identität jedoch nicht nur autistisch. Mich macht noch mehr aus, mich hat vieles geprägt. Das, was man „Heimat“ nennen mag, ist mir verloren gegangen, ist mir weggebrochen (worden). Und so habe ich mich wie in einem Tunnel auf mein autistisches Sein gestürzt, sah nach der späten Diagnose darin meine Rettung. Aber ich wurde nicht gerettet.
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Darüber hinaus ist meine Identität jedoch nicht nur autistisch. Mich macht noch mehr aus, mich hat vieles geprägt. Das, was man „Heimat“ nennen mag, ist mir verloren gegangen, ist mir weggebrochen (worden). Und so habe ich mich wie in einem Tunnel auf mein autistisches Sein gestürzt, sah nach der späten Diagnose darin meine Rettung. Aber ich wurde nicht gerettet.
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36 Minuten
Dr Camilla Pang (2020): Explaining Humans. What Science Can Teach Us about Life and Relationships. [o.O.]: Viking, S. 25.
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27 Minuten
"... sondern sie entwickelte vielmehr auch eine kritische Haltung zur Pathologisierung des Anders-Seins." (J. Dachez)
Mademoiselle Caroline / Julie Dachez (2016): La différence invisible. [o.O.]: Éditions Delcourt, S. 175.
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Mademoiselle Caroline / Julie Dachez (2016): La différence invisible. [o.O.]: Éditions Delcourt, S. 175.
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18 Minuten
Sittah, in: Ulrike Geist (Hrsg.) (2017): Mit einem anderen Blick. Zur geistigen Dimension des Autismus. Frankfurt am Main: Info3-Verlagsgesellschaft, vorderer Klappentext.
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11 Minuten
Daniela Schreiter (2017): Die Abenteuer von Autistic-Hero-Girl. 1. Auflage. Stuttgart: Panini [„Samstagshelden“, o.S.].
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13 Minuten
Joey, in: Mary Berridge (2021): Visible Spectrum. Portraits from the World of Autism. Heidelberg: Kehrer, S. 84.
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18 Minuten
Denise Linke (2018): Nicht normal, aber das richtig gut. Mein wunderbares Leben mit Autismus und ADHS. München: Piper, S. 105.
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17 Minuten
Julie Dachez (2018): Dans ta bulle. Vanves Cedex: Marabout, S. 17.
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19 Minuten
Leo M. Kohl (2018): Asperger: Mein Leben zwischen Intelligenz und Gefühlsleben… Aber ich habe gelernt, damit umzugehen! 4. überarbeitete Auflage. Gera: Verlag Daniel Funk, S. 78.
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21 Minuten
Charlotte Amelia Poe (2019): How to Be Autistic. Oxford: Myriad, [Vor-Vorwort, o.S.].
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20 Minuten
Marlies Hübner (2018): Verstörungstheorien. Die Memoiren einer Autistin, gefunden in der Badewanne. Erweiterte Neuausgabe. Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf, S. 117.
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13 Minuten
Aleksander Knauerhase (2016): Autismus mal anders. Einfach, authentisch, autistisch. Norderstedt: BoD, S. 81.
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22 Minuten
Julia March (2017): La fille pas sympa. La vie chaotique et turbulente d’une jeune autiste Asperger. Paris: Seramis, S. 12.
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30 Minuten
Emma, in: Eleonora Kohl/Hajo Seng/Tobias Gatti (Hrsg.) (2017): Typisch untypisch. Berufsbiografien von Asperger-Autisten. Individuelle Wege und vergleichbare Erfahrungen. 1. Auflage. Stuttgart: W. Kohlhammer, S. 268.
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