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Geschichte(n) aus dem Schweizerischen Nationalmuseum

Geschichte(n) aus dem Schweizerischen Nationalmuseum

Schweizerisches Nationalmuseum 65 Episoden Neueste vor 4 Wochen
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Episoden

1 Stunde 25 Minuten
Was sagen Statistiken über die Schweiz und was nicht? Wer entscheidet, was zählt: Wohlstand, Ungleichheit, soziale Sicherheit? Und wie formen statistische Kategorien nicht nur unser Wissen, sondern auch den Handlungsspielraum staatlicher Akteure?

Statistiken gelten als zentral für das Funktionieren von modernen Demokratien – und sind doch stets Teil politischer Aushandlungen. Mit der Gründung des Eidgenössischen Statistischen Bureaus 1860 begann in der Schweiz die systematische Erhebung von Daten. Im 20. Jahrhundert entwickelten sich daraus jene Formen der Wissensproduktion, die Gesellschaft erst messbar machten: durch Debatten darüber, was erfasst werden soll, durch politische Entscheidungen, die bis heute nachwirken und durch die zunehmende Einbindung in internationale statistische Standards und Organisationen.

Der Historiker Matthieu Leimgruber und der Statistiker Georges-Simon Ulrich greifen diese Themen auf. Gemeinsam diskutieren sie, wie statistische Systeme entstehen, wessen Realität sie abbilden und was dies für unsere Gesellschaft heute bedeutet.

Moderation: Christina Neuhaus, Leiterin Inlandredaktion NZZ
1 Stunde 15 Minuten
Was gilt als Behinderung? Und wer entscheidet, was als «normal» gilt? Wie sind diese Kategorien entstanden und wie prägen sie unser Leben bis heute? Die Veranstaltung bringt Perspektiven aus Disability Studies mit jenen aus Architektur- und Kulturgeschichte ins Gespräch.

Am Ende des 19. Jahrhunderts entstehen in Medizin, Recht und Fürsorge klare Unterscheidungen zwischen Normalität und Abweichung. Institutionen legten damit fest, welche Körper und Lebensweisen als «normal» zu gelten haben. Diese historischen Einteilungen prägen unsere Gesellschaft bis in die Gegenwart, ganz konkret auch in der gebauten Umwelt. Denn Städte, Gebäude und öffentliche Räume sind nie neutral: Ihre Gestaltung entscheidet mit darüber, wer sich frei bewegen und teilhaben kann – und wer ausgeschlossen wird.

Vor diesem Hintergrund stellt die Veranstaltung die Frage, was «Inklusion» heute bedeutet: Reicht es, Gebäude barrierefrei zu bauen oder braucht es ein grundlegendes Umdenken in Planung und Baukultur? Wo befinden sich noch Leerstellen?

Gabrielle Schaad und Brian McGowan diskutieren gemeinsam, welche Verantwortung die Akteurinnen und Akteure in Architektur und Planung tragen und wie wir Zugänglichkeit, Teilhabe und räumliche Gerechtigkeit neu denken können.

Moderation: Ladina Spiess, freischaffende Moderatorin, Kommunikationstrainerin und Texterin
1 Stunde 25 Minuten
Bis in die 1980er-Jahre wurden in der Schweiz hunderttausende Menschen Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen: Sie wurden fremdplatziert, administrativ versorgt und in vielen Lebensbereichen entmündigt – mit gravierenden, lebenslangen Folgen. Die gesellschaftliche Aufarbeitung ist bis heute nicht abgeschlossen; sie beruht wesentlich auf den Zeugnissen der Betroffenen, auf der Arbeit der Forschung, ebenso aber auf der Wahrnehmung offizieller Verantwortung.

Die Zeitzeuginnen Uschi Waser und Elisabeth Meister berichten von ihren persönlichen Erfahrungen, ihrem langen Kampf um Anerkennung sowie ihrem Engagement für Gerechtigkeit. Gemeinsam mit der Historikerin Loretta Seglias diskutieren sie, welche Bedeutung das Erinnern heute hat, welche Verantwortung daraus erwächst und wie die Folgen fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen in unserer Gesellschaft verhandelt werden können und sollen. 

Moderation: Marc Tribelhorn, Redaktor NZZ
1 Stunde 29 Minuten
Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde die Schweiz völkerrechtlich als souveräner Staat anerkannt. Seither traf die Eidgenossenschaft mehrfach wegweisende Entscheidungen, die ihre politische Ordnung und ihre Stellung in Europa nachhaltig prägten: sie verpflichtete sich zur immerwährenden bewaffneten Neutralität, führte die direkte Demokratie ein, verlagerte die politische Macht dauerhaft zum Volk oder leitete den bilateralen Weg mit der Europäischen Union ein.

Heute steht die Schweiz erneut vor grundlegenden Fragen. Ihre Rolle als neutrale Vermittlerin wird zunehmend kontrovers diskutiert. Gleichzeitig gestaltet sich das Verhältnis zur Europäischen Union komplexer. Die Schweiz muss neu ausloten, wie sie ihre traditionellen Prinzipien – Neutralität, Föderalismus und demokratische Selbstbestimmung – mit den Anforderungen einer stärker vernetzten und konfliktreicheren Welt in Einklang bringen will. Kann sie die nötigen Entscheidungen treffen? Welche Verantwortung tragen dabei Bundesrat und Parlament?

Darüber diskutieren der Politikwissenschaftler und Diplomat Tim Guldimann und der ehemalige Bundeskanzler und Dozent für Staatswissenschaft Walter Thurnherr.

Moderation: Sermîn Faki, Nachrichtenchefin CH Media
1 Stunde 32 Minuten
Warum ziehen sich Libertarismus und Autoritarismus gegenseitig an? Die einen plädieren für individuelle Freiheit und Eigenverantwortung und sind überzeugt, dass der Staat so wenig wie möglich in das Leben der Menschen eingreifen soll. Die anderen setzen auf Autorität, Gehorsam und Unterordnung und auf Systeme, in der die Macht in den Händen einer Person, einer Partei oder einer kleinen Elite konzentriert wird. 

Was passiert, wenn beide miteinander verschmelzen? Warum finden libertäre Autoritäten so viele Anhängerinnen und Anhänger? Und steckt dahinter vielleicht sogar eine Lust an der Zerstörung? Diesen Fragen gehen die renommierte Soziologin Carolin Amlinger und der renommierte Soziologe Oliver Nachtwey nach. Bereits in ihrem viel beachteten Buch «Gekränkte Freiheit» haben sie den Rechtsrutsch und das Erstarken neuer Autoritäten analysiert. Im 2025 erschienenen Buch «Zerstörungslust» liefern sie nun eine Erklärung: Im Kern richtet sich diese Revolte gegen die Blockaden liberaler Gesellschaften, die ihre Versprechen von Aufstieg und Emanzipation nicht mehr einlösen. Die Zerstörung der Welt sei ein letzter Versuch, sich davor zu retten, von ihr zermalmt zu werden.

Moderation: Peer Teuwsen, Redaktionsleiter Kultur der «NZZ am Sonntag»
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Über diesen Podcast

Geschichten und Gespräche aus dem Schweizerischen Nationalmuseum: Hochkarätige Gesprächspartner aus dem In- und Ausland diskutieren über historische und gesellschaftsrelevante Themen. Dazu kommen exklusive Podcasts zu Themen aus den Ausstellungen im Landesmuseum Zürich, dem Château de Prangins und dem Forum Schweizer Geschichte Schwyz.
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„Geschichte(n) aus dem Schweizerischen Nationalmuseum“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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