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  4. Palmsonntag Vorausgehen Mk 11,1 und 14,13
Vorausgehen kann gefährlich sein. Ich hatte einen Onkel, der vor
dubios aussehenden Restaurants seiner Frau im Scherz zu sagen
pflegte: „Darling, geh Du voran. Ich glaube, hier kriegen wir
Dresche.“

Auch ums Vorausgehen wird gerade in der Kirche gestritten: Wer
geht voraus – und wer läuft bloß rum? Wer sucht und findet die
Wegrichtung Gottes – und wer will vor allem Dresche vermeiden?
Wer führt – und wer verführt?

Zweimal werden heute im Markusevangelium jeweils zwei Jünger
„voraus geschickt“. Allerdings gehen die nicht der Gemeinde
voraus, sondern Jesus. Von ihm haben sie Auftrag und Vollmacht.
Die einen besorgen den Esel. Die anderen bereiten den Raum.

Sie treten mit dem Anspruch von jemandem auf, der in sein
Eigentum kommt: Bringt das Fohlen her! Und fragt Euch jemand,
dann sagt: Der Herr braucht es!

Sie klappern nicht die Häuser nach einer Unterkunft ab wie damals
in Bethlehem, sondern richten einem Haus eine Frage aus: „Wo ist
der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen
kann?“

Ihr könnt Euch ja mal fragen: Gehöre ich an diesem Palmsonntag
eher zu denen, die Jesus vorangehen – dorthin, wohin er selbst
mit den Seinen gehen will? Oder gehöre ich eher zu denen, von
denen er Mittel und Wege und einen Raum erfragt, um uns mit sich
zu verbinden und die Kirche aufzubauen?

Beides kann sein. In Jesus Christus ist Gott noch immer im
Kommen. Noch immer wirbt er um den Weg und den Raum, um uns zu
sammeln und uns mit sich zu verbinden.

Die erwähnte Tante hat übrigens soweit ich weiß nie Dresche
bekommen.

Aber es kann sein, dass wir Dresche bekommen. So wie Er. Doch was
für ein unvergleichliches Glück wird es sein, wenn er einzieht
und das Fest seines Daseins für die Welt in unserem Lebenshaus
beginnt.

Fra' Georg Lengerke
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„Palmsonntag Vorausgehen Mk 11,1 und 14,13“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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