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  4. #57 Beschuldigte, die es der Polizei rechtmachen wollen
Sandra stellt fest, dass es immer wieder Beschuldigte gibt, die der
Polizei Gefallenwollen: Sie nehmen nicht ihre Interessen als
Richtschnur des Handelns, sondern sie verhalten sich so, wie sie
glauben, dass die Polizei es von ihnen erwartet. Aus Sicht der
Strafverteidigung ist ein solches Verhalten meist ein Desaster: -
Zum einen liegt dies bereits am Widerspruch, dass je mehr jemand
versucht zu Gefallen, desto schlechter das gelingt. Niemand mag
letztlich People-pleaser, auch die Strafverfolger nicht. - Hinzu
kommt, dass es für den Verfahrensfortgang relativ unerheblich ist,
was der Polizist über den Beschuldigten denkt, die Verfahrenshoheit
liegt nicht bei diesem. - Weiter lässt eine übermässige
Wahrheitsliebe nur logisch die Strafuntersuchung grösser und damit
unübersichtlicher werden (es gibt auch ein zu viel an Info), was
die Verfahrensdauer und den Geständnisrabatt (unweigerlich stellen
sich Widersprüche ein) negativ beschlägt. - Und die lange
Verfahrensdauer hat gerade bei People-pleaser psychologisch
negative Folgen, werden diese leider vom Druck eines
Strafverfahrens massiv vereinnahmt. - Die Strategie zudem, das
Strafverfahren zu kontrollieren, indem man dem Mächtigen zu
gefallen sucht, kann nicht aufgehen, im Gegenteil: Der Beschuldigte
wird noch viel abhängiger vom Staatsanwalt und dem Gericht, wobei
man je nach Delikt nicht mit viel Sympathie rechnen sollte.
Darüberhinaus engt man mit diesem Verhalten den eigenen Verhaltens-
und Verhandlungsspielraum zusehens ein. - Letztlich erhält der
Beschuldigte für den vorauseilenden gehorsam zwar einen Abschlag
bei der Strafzumessung, wobei dieser Abschlag die höhere Strafe
aufgrund der Zugeständnisse selten aufwiegt. Kurz: Mit einer
gesunden, strategisch geschickten Portion Widerstand fährt man
besser. Aber leichter gesagt, als getan: Denn das Gefallenwollen
ist eine verankerte Gewohnheit. Und das Strafverfahren der denkbar
ungünstigste Ort, um zu lernen, Druck und Konflikte auszuhalten,
für die eigenen Interessen einzustehen und nein zu sagen. **Weitere
Podcastreihen von [Duri Bonin](http://www.duribonin.ch)** - Auf dem
Weg zur Anwältin - Interview aus dem Gefängnis - Fragen den Anwalt
- Mit 40i cha mers mit de Tiger - Strafverteidigung Diese Podcasts
sind auf allen üblichen Plattformen zu hören . Einfach nach 'Duri
Bonin' suchen und abonnieren. - [Anwaltskanzlei von Duri Bonin und
Sandra](http://www.duribonin.ch) - Titelbild
[bydanay](https://www.instagram.com/bydanay/)
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„#57 Beschuldigte, die es der Polizei rechtmachen wollen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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