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Episoden
13.02.2026
54 Minuten
Guyana ist die am schnellsten wachsende Wirtschaft der Welt.
Riesige Ölfunde haben es sehr schnell sehr reich gemacht – pro Kopf
gerechnet, reicher als Deutschland. Der Blick ins Land zeigt
allerdings noch ein anderes Bild. Noch vor zehn Jahren zählte
Guyana zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. Dann entdeckte
ExxonMobil 2015 gewaltige Ölvorkommen vor der Küste. Seither hat
sich das kleine Land in Südamerika rasant verändert: Die Wirtschaft
wächst in Rekordtempo, die Staatskassen sind prall gefüllt. Und
Guyana erlebt eine Generation an Fortschritt in nur wenigen Jahren.
Doch wo plötzlich Reichtum ist, wächst auch die Kluft: 40 Prozent
der Bevölkerung leben weiterhin in Armut. Viele Guyaner sagen
heute: Vor dem Öl war das Leben besser. Was bedeutet es, der
vielleicht letzte entstehende Petrostaat der Welt zu sein?
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06.02.2026
55 Minuten
Louis Brody, geboren 1892 in «Deutsch-Kamerun», war in den Goldenen
Zwanzigern der bekannteste Schwarze Filmschauspieler Deutschlands.
Seine Nachfahren haben erst vor kurzem erfahren, dass er und seine
Familie mit anderen Kolonialmigranten auch gegen Rassismus
kämpften. Brody kam um 1900 ins Deutsche Kaiserreich – so wie
hunderte weitere Afrikaner aus den Deutschen Kolonien auch. Als
Schauspieler arbeitete er mit Filmgrößen wie Fritz Lang, Alfred
Hitchcock und Hans Albers, überlebte mit seiner Familie die
Nazizeit und trat bis zu seinem Tod 1951 in Ost-Berlin in über 60
Kinofilmen auf. Oft musste er rassistische Figuren verkörpern:
Diener, Bösewichte oder den «primitiven Wilden». Brody war aber
auch ein Aktivist. Bereits 1918 forderte er z.B. mit einer Petition
«gleiche Rechte» für Schwarze Menschen in Deutschland und in den
Kolonien.
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30.01.2026
56 Minuten
Während des Zweiten Weltkriegs dienten rund 2000 Schweizer in der
Waffen-SS. Darunter auch mein Onkel, der an seinem 17. Geburtstag
im Juni 1943 ausriss und illegal über die deutsche Grenze ging. Was
waren die Motive solcher Freiwilliger? Erkundung eines unschönen
Kapitels der Schweizer Geschichte. In meinem Elternhaus lag ein
schmales Buch mit dem Titel «Zur Waffen-SS gezwungen». Mein
verstorbener Onkel Franz Grüter beschreibt darin, wie er als
Jugendlicher heimlich ins Deutsche Reich ging, weil es ihm zu Hause
zu eng war. Er suchte Arbeit in einem Büro, wurde aber bald ins
Ausbildungslager der Waffen-SS geschickt. Er desertierte zwei Mal
und verbrachte den Rest des Kriegs im Straflager. Was bewog damals
junge Leute zum Gang über die Grenze? Faszination für die
NS-Ideologie, Naivität oder Abenteuerlust? Eine Spurensuche entlang
von persönlichen Dokumenten und Tönen aus dem SRF-Archiv.
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16.01.2026
56 Minuten
Kein Wunder, wollte der rassistische Drogenfahnder Harry Anslinger
nicht nur Billie Holiday zur Strecke bringen, sondern auch «Strange
Fruit» auslöschen. Der Song geht unter die Haut: «Die Bäume im
Süden tragen seltsame Früchte ... schwarze Körper bewegen sich
sanft in der südlichen Brise». Eindringlich beklagt Billie Holiday
in «Strange Fruit» die Lynchjustiz. Als sie mit 44 stirbt, von der
Drogenfahndung ans Bett gekettet, lebt «Strange Fruit» weiter. Der
Song steht am Anfang einer ganzen Playlist von Stücken, die bis
heute für den kraftvollsten Jazz steht: den Jazz des Widerstands.
Peter Kemper hat die Geschichte der politischen Ästhetik des Jazz
kürzlich aufgearbeitet. Er ist zu Gast in der Passage, und zu Wort
kommt u.a. auch Matana Roberts: Mit dem mehrteiligen
«Coin-Coin»-Projekt ist die non-binäre Saxophonist:in eine der
heutigen Erb:innen von Billie Holiday und deren Kampf für mehr
Rechte und Gerechtigkeit. Erstsendung: 26.4.2024
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09.01.2026
56 Minuten
Angesichts aktueller Krisen macht sich der Autor auf die Suche nach
mehr Zuversicht, lotet Möglichkeiten aus, aufgeklärt und informiert
zu sein und trotzdem Zuversicht zu fördern. Diese sei dringend
nötig, um den Problemen der Gegenwart kraftvoll begegnen zu können.
Die Weltkrise ist nur einen Klick entfernt. Klimakatastrophe. Krieg
in der Ukraine. Krieg in Gaza. Das Gefühl der eigenen Ohnmacht wird
täglich größer. Die Staatsbürgerpflicht zwingt dazu, sich zu
informieren. Zugleich paralysiert der starre Blick auf die
Nachrichten. Woraus lässt sich in dunkler werdenden Zeiten
Zuversicht schöpfen? Es brauche Mut, die Unsicherheit zu
akzeptieren, sagt der Publizist Ulrich Schnabel. Für die
Philosophin Natalie Knapp ist Zuversicht die Grundvoraussetzung für
jeden kreativen Akt, notwendig, damit Neues entstehen kann, wenn
das Alte nicht mehr funktioniert.
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Über diesen Podcast
Die Sendung «Passage» steht für radiophone Exzellenz auf SRF 2
Kultur. Hier verbinden sich Wort und Musik, Ton und Stille.
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