Audio Katzen und Cashcows – Der Musical-Podcast Podcast

  • Mit "Katzen und Cashcows" begibt sich Dramaturgin und Übersetzerin Lisanne auf die Reise hinter die Vorhänge der Musicalbühnen Deutschlands. Wer schreibt eigentlich Musicals? Kann man vom komponieren leben? Wie entsteht eine Choreografie und was machen Musiker_innen eigentlich tagsüber? Fragen über Fragen, die in Interviews mit spannenden Gästen aus der deutschsprachigen Musicalszene beantwortet werden wollen. Und wer weiß...vielleicht finden wir dabei ja endlich das "neue deutsche Musical", das wir immer suchen?!

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06.01.20 09:48 Uhr
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Lisanne Wiegand
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  • Jo Quirin mit Greets aus Hamburg (Gast)22.02.21 11:52 Uhr

    Moin aus Hamburg,
    ich habe euren Podcast entdeckt und finde eure Auseinandersetzung und Sichtweisen spannend. Als Autor, der ab 1993 selber lange auf der Bühne war und regelmäßig zwischen U-und E- wechselte (was es auch nur in Deutschland gibt) habe ich die Erfahrung gemacht, dass es vor allem die Strukturen gerade in Deutschland ziemlich hinterherhinken. Es fehlt oft der Mut. Wo sich das Publikum längst bei Netflix und Amazon gewisse Sehgewohnheiten, zugelegt hat und es eine große Offenheit für neue Themen hat, baut man immer noch auf die alten Stücke. Dabei sind die Zuschauer viel offener als man annimmt (Bsp. 1986 hat keine Sau in Hamburg geglaubt, dass ein Stück über Katzen was wert ist. Der Produzent hat 1 läppische Mark Miete für das Operettenhaus abgedrückt) Vor allem in den Stadt- und Staatstheatern gibt es seit 30 Jahren immer wieder dies selben Wellen derselben Musicals. Oder eine bestimmtes Stück ist gerade angesagt und das machen dann alle, wie "SisterAct" diesen Sommer auf den Freilichtbühnen oder "Ball im Savoy", obwohl das eher eine Operette ist. Nur wenige , kleine Stadttheater haben mal den Mut etwas Neues zu wagen. Als Autor, der echt gut vernetzt ist, bekomme ich von befreundeten Intendanten und Dramaturgen oft zu hören; "Wir machen jetzt erst mal Evita, weil es das Publikum so will. Vielleicht mal was Neues auf der "Studiobühne". Musical muss ja die Zahlen, die die anderen Stücke nicht reinholen aufpimpen. Gott sei Dank ist man mittlerweile davon abgekommen, dass man die Regisseure und Macher ranlässt, die im Schauspiel oft keinen Stich bekommen und dann "halt" Musical machen müssen. Die oft keine Musical Handwerk besitzen. Da setzt man schon öfters erfahrenen Leute ran. Mittlerweile hat sich Musical auch gegen die selbsternannten Kunstverteidigern als Pflichtprogramm auf den Spielplänen durchgesetzt. Aber natürlich nur Sondheim-LOL. Es gibt aber immer noch eine Menge Verweigerer, die alles in eine Schublade stecken. Nun ja, damit lässt sich leben. Als Autor und Produzent habe ich vor 8 Jahren beschlossen es selber zu machen, sonst würden meine neuen Stücke nicht auf den Markt kommen. Wir wurden belächelt und bemitleidet. Denn wir brachten nur Wissen, Erfahrung, Handwerk und Struktur mit. Mittlerweile habe ich 2 Musicals uraufgeführt, das Dritte und Vierte ist in der Planung. "Sherlock Holmes- Next Generation" geht dieses Jahr, so Corona es will auf Deutschland Tournee (ihr könnt gerne kommen, wir freuen uns auf Kollegen) . Was ich bei Sherlock immer höre ist; Das hätten wir ja so nicht gedacht, dass das laufen könnte. Da ist ja so vieles neue...Wir haben jetzt einen Tournee Partner, der nicht vom Musical kommt, weil er, anders als andere Veranstalter, auch neue Stück machen will. Kann Musical, dass kommerziell gut läuft politisch, intellektuell und unterhaltsam sein? Ja!!!! Das muss es sogar sein! Sonst ist es doch nur zweidimensional.Nur ist es leider oft so, dass sich mittlerweile jede flache Revue Musical nennt. Es ist dabei der Job von uns Autoren und Komponisten dafür zu sorgen. Es kommt dabei natürlich immer auf die Erzählweise an (Im Schmittchen, hier in Hamburg ist ein Stück über Plastikmüll auf den Markt) . Und was macht den kommerziellen Erfolg aus? Die Erzählweise-das Neue, Wagemutige-UND-natürlich die Musik! Was echt schade ist, dass die meisten neuen Stücke in der Schubladen bleiben, weil viele Intendanten und Dramaturgen die oft lange Entwicklung scheuen. Anderes als bei Schauspielstücken, die doch oft einfacher zu entwickeln sind, braucht es beim Musical eine lange Entwicklungszeit mit Readings, Zuschauerfragungen und Nachbearbeitungen bis das Uhrwerk funktioniert. Und dann weiß man auch nicht, ob es laufen wird..Was in Hamburg ein Erfolg ist, kann in München ein Flop sein. Ein weites, aber spannendes Thema. Was für mich seltsam ist; ihr redet oft über Musical-Stars? Gibt es die wirklich? Bis auf Alexander Klaws, der wirklich Tickets mehr verkauft hat (ich kenne die Zahlen bei Stage) sind die meisten Namen nur Insidern bekannt. Patricia Meden
    dreht zwar oft, aber der große Durchbruch war noch nicht da. Lg aus Hamburg! Macht weiter so! LG JO Quirin/ www.joquirin.com

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