Ein Kind vor lauter Bergen: Armutsbewältigung durch Resilienz

Ein Kind vor lauter Bergen: Armutsbewältigung durch Resilienz

Über diesen Podcast

Abstract: Kinderarmut stellt mittlerweile selbst in westlichen Wohlfahrtsstaaten ein zahlenmäßig gra-vierendes Problem dar. Die internationale Kinderhilfsorganisation UNICEF fordert daher in ihrer Bericht-erstattung immer wieder die politisch Verantwortlichen dieser Länder auf, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Jenseits dieser zweifellos notwendigen politischen Auseinandersetzung gilt es das Problem aber auch aus der Sicht der betroffenen Kinder und Familien zu betrachten: Was bedeutet es für ein Kind, mitten in einer modernen Wohlfahrtsgesellschaft in Armut aufzuwachsen? Wie werden die vielfältigen Armutsfolgen von diesen Kindern bewältigt? Wie können sie dabei unterstützt werden? Vor allem für angehende Pädagoginnen und Pädagogen stellt sich hier die Frage nach einem fachlich verantwortlichen Umgang mit diesen Kindern. Die qualitative Kinderarmutsforschung der letzten Jahre liefert uns mit ihren Erkenntnissen aussagekräf-tige Antworten. Entsprechende Anregungen bieten auch vielfältige praxisbezogene Projekte. ln mei-nem Vortrag möchte ich bei der Verbindung dieser beiden Ebenen noch einen besonderen Akzent set-zen: Im Besonderen will ich auf die Förderung von "Resilienz" -also der "seelischen Widerstandskraft" dieser Kinder-eingehen. Wir haben hier die Möglichkeit, solange die Politik ihrer Verantwortung nicht nachkommt und immer noch weite Teile der Gesellschaft wegsehen, zumindest in Form von sekundärer Prävention bei vielen Kindern die schlimmsten Folgen abzumildern. Zur Person: Margherita Zander, gebürtig aus Südtirol, hat ihr Studium mit einem Auftaktsemester an der Universität lnnsbruck begonnen und dann in Bonn fortgesetzt und abgeschlossen. Zuletzt hatte sie an der FH Münster (NRW/Deutschland) eine Professur mit dem Lehrgebiet Sozialpolitik, mit dem 1.3.2012 wurde sie emeritiert. Seit 1997 hat sie mehrere qualitative Studien zu Kinderarmut und Bewältigungsstrategien von Kindern publiziert; gleichzeitig hat sie auch sozialpädagogisch ausgerichtete Praxisprojekte zu die-ser Problematik wissenschaftlich begleitet. Da es jedoch -selbst für eine Wissenschaftlerin -wenig be-friedigend ist, bei der Problemanalyse stehen zu bleiben, verbindet M. Zander seit einigen Jahren das Thema Kinderarmut mit der pädagogischen Perspektive der Resilienzförderung, zuletzt in einem drei-jährigen "Projekt zur Resilienzförderung mit Roma-Fiüchtlingskindern" (Amaro Kher in Köln: 2009 - 2012), dessen Ergebnisse nun vorliegen.

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