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Die interessantesten Interviews aus dem Radioprogramm von SWR Aktuell finden Sie hier zum Nachhören. Die spannendsten Themen kurz auf dem Punkt gebracht im Podcast: Im Gespräch.
Beschreibung
vor 4 Tagen
Deutschland habe ein großes Interesse daran, den Westbalkan
schneller und entschlossener in die EU zu integrieren, sagt Jakov
Devčić, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Serbien und
Montenegro. Für die Bundesrepublik gehe es dabei nicht nur um
Politik, sondern auch um wirtschaftliche Stabilität in Europa.
Gerade in unsicheren Zeiten sei der Westbalkan ein wichtiger
Partner. Auch Bundeskanzler Merz habe dafür vor wenigen Tagen neue
Impulse gegeben. Fokus auf Ukraine sorgt für Spannung Die Debatte
um eine mögliche schnellere EU-Anerkennung der Ukraine werde in den
Westbalkanstaaten genau beobachtet, sagt Devčić. Für Montenegro
gelte das allerdings nicht in gleichem Maß, weil das Land bereits
am weitesten im Beitrittsprozess sei. In anderen Staaten der Region
gebe es aber Sorgen, wegen des Ukraine-Fokus aus dem Blick zu
geraten. Deshalb sei es wichtig, dass der Westbalkan-Gipfel in der
Region stattfinde. Montenegro und Serbien unter Druck Montenegro
wolle die Beitrittsverhandlungen noch in diesem Jahr abschließen,
sagt Devčić. Das sei ambitioniert, weil noch zahlreiche sogenannte
"Beitrittskapitel" offen seien. Für Serbien sei der Weg deutlich
schwieriger, unter anderem wegen der Kosovo-Frage und der
russlandfreundlichen Linie von Präsident Aleksandar Vučić. Der
Westbalkan-Gipfel könne hier vor allem politische Signale setzen
und den Reformdruck erhöhen. EU-Skepsis in Serbien In Serbien sei
die Stimmung gegenüber der EU zwiespältig, sagt Devčić. Die
Zustimmung zur Mitgliedschaft liege derzeit nur bei etwa 35 bis 40
Prozent. Historische Erfahrungen aus den Balkankriegen und eine
ausgeprägt antiwestliche Haltung spielten dabei eine große Rolle.
Zugleich zeige das Beispiel Kroatien, dass sich Meinungen auch
rasch ändern könnten, wenn die politische Richtung klar sei. Europa
müsse den Staaten der Region daher deutlich machen, dass die Tür
offen stehe.
schneller und entschlossener in die EU zu integrieren, sagt Jakov
Devčić, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Serbien und
Montenegro. Für die Bundesrepublik gehe es dabei nicht nur um
Politik, sondern auch um wirtschaftliche Stabilität in Europa.
Gerade in unsicheren Zeiten sei der Westbalkan ein wichtiger
Partner. Auch Bundeskanzler Merz habe dafür vor wenigen Tagen neue
Impulse gegeben. Fokus auf Ukraine sorgt für Spannung Die Debatte
um eine mögliche schnellere EU-Anerkennung der Ukraine werde in den
Westbalkanstaaten genau beobachtet, sagt Devčić. Für Montenegro
gelte das allerdings nicht in gleichem Maß, weil das Land bereits
am weitesten im Beitrittsprozess sei. In anderen Staaten der Region
gebe es aber Sorgen, wegen des Ukraine-Fokus aus dem Blick zu
geraten. Deshalb sei es wichtig, dass der Westbalkan-Gipfel in der
Region stattfinde. Montenegro und Serbien unter Druck Montenegro
wolle die Beitrittsverhandlungen noch in diesem Jahr abschließen,
sagt Devčić. Das sei ambitioniert, weil noch zahlreiche sogenannte
"Beitrittskapitel" offen seien. Für Serbien sei der Weg deutlich
schwieriger, unter anderem wegen der Kosovo-Frage und der
russlandfreundlichen Linie von Präsident Aleksandar Vučić. Der
Westbalkan-Gipfel könne hier vor allem politische Signale setzen
und den Reformdruck erhöhen. EU-Skepsis in Serbien In Serbien sei
die Stimmung gegenüber der EU zwiespältig, sagt Devčić. Die
Zustimmung zur Mitgliedschaft liege derzeit nur bei etwa 35 bis 40
Prozent. Historische Erfahrungen aus den Balkankriegen und eine
ausgeprägt antiwestliche Haltung spielten dabei eine große Rolle.
Zugleich zeige das Beispiel Kroatien, dass sich Meinungen auch
rasch ändern könnten, wenn die politische Richtung klar sei. Europa
müsse den Staaten der Region daher deutlich machen, dass die Tür
offen stehe.
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