Der Spanisch-Amerikanische Krieg: Wie die USA zur Großmacht wurden

Der Spanisch-Amerikanische Krieg: Wie die USA zur Großmacht wurden

22 Minuten

Beschreibung

vor 2 Monaten

Die USA waren immer schon etwas Besonderes. Ob du nun zustimmst
oder nicht: Zumindest glauben das dort viele Menschen und auch
schon im 19. Jahrhundert war dieser Glaube in den USA fast
genauso weit verbreitet. Man sah sich eben als etwas anderes als
all diese altmodischen europäischen Staaten, die sich da so in
der Welt herumtummelten. Immerhin war man doch die erste richtige
demokratische Republik der Moderne!


Und zu so einem Selbstbild gehörten dann doch ein paar Sachen
ganz selbstverständlich dazu. Die Isolation zum Beispiel. Seit
den 1820er-Jahren begannen sich die USA aus dem Weltgeschehen
außerhalb des eigenen Kontinents immer mehr herauszuhalten. Die
Monroe-Doktrin von 1823 legte fest, dass sich die USA nicht
außerhalb ihres „Einflussbereichs“ am amerikanischen Kontinent
betätigen würden. Gleichzeitig verbat man sich aber auch
jeglichen europäischen Einfluss auf die Geschehnisse in Amerika.
Während die bestehenden europäischen Kolonien dort zwar toleriert
wurden, waren die USA in der Zeit somit also auch eine Macht
gegen (weiteren) Kolonialismus in Amerika. Logisch mit Blick auf
die eigene Geschichte eigentlich.


Wenn man sich die Vereinigten Staaten heute so anschaut, scheinen
wir aber doch Welten von der Monroe-Doktrin und dem
Isolationismus von damals entfernt zu sein. Über den ganzen
Globus verstreut haben die USA heute ihre Militärbasen und bis
vor kurzem sahen sie sich überhaupt noch als Sheriff der Welt.
Wie kamen wir also dahin, wo wir heute sind? Wie kamen wir von
der Idee der amerikanischen Besonderheit – dem
„Exceptionalism“ – erst in die Isolation und dann zum
Ausbruch daraus zum heutigen Großmachtstatus?


Das hat ganz viel mit einem erstmal gar nicht so Aufsehen
erregenden Krieg zu tun: dem Spanisch-Amerikanischen Krieg am
Ende des 19. Jahrhunderts. Aber es hängt doch ein ganzer
Rattenschwanz an Entwicklungen an diesem Krieg mit dran. Im
Kontext dieser Ereignisse sehen wir auch ein ganz neues
Aufschwappen von billigem US-Patriotismus, angefeuert von einer
selbstbewussten Boulevardpresse. Und mit dieser Begeisterung und
dem folgenden Kriegsglück geschieht noch etwas. Irgendwann in
diesem Prozess fanden die Führer der USA dann auch noch selbst
Geschmack am Kolonialismus. Wie sich die Zeiten nicht ändern.


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