«Welcher Art die Wärme ist» von M. Nadj Abonji, C. Andreotti und P. De Martin

«Welcher Art die Wärme ist» von M. Nadj Abonji, C. Andreotti und P. De Martin

Rund eine halbe Million Kinder von Saisonniers lebte von 1950 bis 2000 illegal in der Schweiz oder blieb in der Heimat zurück. Denn der Familiennachzug war für ausländische Arbeitende verboten. Zwei Autorinnen und ein Autor erinnern sich an eine von F ...
58 Minuten

Beschreibung

vor 3 Monaten
Rund eine halbe Million Kinder von Saisonniers lebte von 1950 bis
2000 illegal in der Schweiz oder blieb in der Heimat zurück. Denn
der Familiennachzug war für ausländische Arbeitende verboten. Zwei
Autorinnen und ein Autor erinnern sich an eine von Fremdenhass und
Entfremdung geprägte Kindheit. Ein Kind, das sich – von den Eltern
getrennt – in einer Dachkammer dem Nachthimmel anvertraut. Ein
Bruder, der erst mit 15 Jahren seine Eltern und Geschwister
«wirklich» kennen lernte. Und eine Mutter, die sich im Altersheim
in Italien fragt, woher dieser Hass in der Schweiz gegen sie kam,
der ihre Tochter im Säuglingsalter des Landes verwies. Jetzt, da
ihre «ausländischen» Eltern im hohen Alter sind oder nicht mehr
leben, übernehmen die erwachsenen Kinder die Verantwortung und
erschreiben sich ihre Migrationsgeschichten. Sie befragen die
Erinnerung an die Illegalisierung ihrer Familien, eine Folge eines
über siebzig Jahre bestehenden Gesetzes, das Arbeitsmigrantinnen
und -migranten verbot, mit ihren Familien in der Schweiz
zusammenzuleben. Sie schreiben gegen die Scham der Armut, das
Fremdsein, gegen das private und politische Schweigen – im
Bewusstsein der Kontinuität der Geschichte und eingedenk der
Tatsache, dass nur die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit die
Gegenwart und die Zukunft verändernd prägen kann. Die Produktion
wurde von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste als
Hörspiel des Monats Oktober 2022 ausgezeichnet und für den
Deutschen Hörspielpreis der ARD 2023 nominiert. Mit: Katja Bürkle,
Olivia Grigolli, André Jung und Carsten Fabian Tontechnik: Michael
Krogmann und Adele Kurzdiel - Komposition: Martin Schütz
- Hörspielbearbeitung und Regie: Erik Altorfer
- Produktion: BR/SRF 2022 - Dauer: 58'
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