Heiner Monheim: Warum ist Deutschland nicht verkehrswendefähig - und warum ist die erfolgreiche Bäderbahn dafür der Beweis?

Heiner Monheim: Warum ist Deutschland nicht verkehrswendefähig - und warum ist die erfolgreiche Bäderbahn dafür der Beweis?

In Zeiten eskalierender Emissionen und Zulassungszahlen im deutschen Verkehrssektor soll eine Bahn eingestellt werden, die mit steigender Tendenz 1,2 Millionen Fahrgäste im Jahr befördert: Die so genannte Bäderbahn an der Lübecker Bucht.
49 Minuten
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On the way to new mobility: Katja Diehl spricht alle 14 Tage mit Gästen über Mobilität statt Verkehr, Diversität, New Work, Inklusion, kindergerechte Stadt und das Mobilisieren auf dem Land.

Beschreibung

vor 4 Monaten
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Folge gefällt, lass´ gern eine Bewertung da und/oder supporte mich
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vorbestellbar und ja: Ich brauche große Zahlen an Vorbestellungen,
damit mein nischiges Sachbuch die Chance hat, auf Bestsellerlisten
zu flitzen und den Kick Off für die Mobilitätswende zu bilden. Mein
Buch trägt den Titel: "Raus aus der AUTOkratie - rein in die
Mobilität von morgen" und wird am 13.3.2024 erneut bei den
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Landparlament :) Mehr zum Buch erfahrt ihr hier, ich bin aufgeregt!
Aber nun zur Folge. Heiner Monheim ist das, was wir weisen alten
Mann nennen könnten. Seit Jahrzehnten ist er in Deutschland tätig,
um Politk und Gesellschaft wieder rauszuführen aus der Sackgasse
der Autoabhängigkeit. Gerade der ländliche Raum - so seine These -
wird missbraucht für eine Manifestierung dieser Abhängigkeit. Auf
Hinweis durch Michael Stödter, seit dem 1. Juli 2020
Verkehrswendebeauftragter der Stadt Lübeck, haben wir uns in dieser
Folge einem unfassbaren Vorgang in einer Welt der Klimakatastrophe
gewidmet. In Zeiten eskalierender Emissionen und Zulassungszahlen
im deutschen Verkehrssektor soll eine Bahn eingestellt werden, die
mit steigender Tendenz 1,2 Millionen Fahrgäste im Jahr befördert:
Die so genannte Bäderbahn an der Lübecker Bucht. Von der
Einstellung wäre Timmendorfer Strand am heftigsten betroffen, der
hiesige Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke (FDP!) hält die
Einstellung für einen „undurchdachten Schnellschuss“, „absoluten
Irrsinn“, so lässt er in der taz zitieren.„Aber die letzte Schlacht
ist noch nicht geschlagen. Notfalls gehen wir vor Gericht.“ Und so
positionieren sich auch Heiner und Michael in unserem Austausch.
Zumal die Bäderbahn ähnlich wie die Regio-S-Bahn in Kiel auch Basis
einer Regio-S-Bahn für Lübeck darstellen soll. Warum also überhaupt
der Gedanke an eine Stillegung? Hintergrund ist ein Neubauprojekt
in Richtung Lübeck - Fehmarn, die so genannte Hinterlandanbindung
des Fehmarnbelt-Tunnels. Diese hat - so Michael Stödter - enorme
Vorteile. So werde das Fliegen auf diesen Strecken obsolet, es gäbe
attraktive Anbindung an Skandinavien. Aber diese Neubaustrecke
entsteht "auf der grünen Wiese". Also ohne gewachsene Bahnhofs- und
Haltestellenstrukturen, völlig neu. Und so ist die Entscheidung der
DB Netz AG, mit Bau dieses Novums die alte Regionalstrecke
stillzulegen, begründet mit einem Kapazitätsengpass, vor allem beim
Fachpersonal. .Heiner Monheim ergänzt an dieser Stelle, dass eine
Stillegung gar nicht so einfach sei, da - bevor die Stillegung
erfolgt - sich andere Unternehmen auf den Betrieb der lukrativen
Bäderbahn bewerben können. "Wir sind in Deutschland einfach nicht
verkehrswendefähig. Wir bauen Autobahnen wie im Wilden Westen, aber
die Bahn, die vernachlässigen wir in allen Facetten massiv."
Hochgeschwindigkeit habe immer Vorrang vor regionalen Verbindungen,
was für eine "starke Schiene" kontraproduktiv und nicht
nachvollziehbar sei.

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