Grenzerfahrung Russland – Konfliktzone Kaukasus

Grenzerfahrung Russland – Konfliktzone Kaukasus

Die Strecke zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer ist gespickt mit Konflikten – Der ehemalige Russland-Korrespondent Christof Franzen begibt sich auf die komplizierteste Reise seines Lebens in eine der komplexesten Gegenden der Welt.
1 Stunde 32 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat
Die Strecke zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer ist gespickt mit
Konflikten – Der ehemalige Russland-Korrespondent Christof Franzen
begibt sich auf die komplizierteste Reise seines Lebens in eine der
komplexesten Gegenden der Welt. Christof Franzen trifft auf seinem
Weg bis ans Schwarze Meer auf alte Revolutionäre und junge mutige
Menschen, auf Flüchtlinge, die vor 30 Jahren ihre Heimat verloren
haben, auf Mütter, die bereit sind, ihre Söhne in den nächsten
Krieg zu schicken. Vor allem aber trifft er immer wieder auf
Grenzen mitten in Europa, Grenzen, an denen es kein Durchkommen
gibt. Aserbaidschan, Armenien und Georgien sind ehemalige
Sowjetrepubliken, die nach dem Zerfall der Sowjetunion unabhängig
geworden sind. 30 Jahre und ein paar Kriege später gibt es nicht
nur drei, sondern sechs Gebiete, die sich als eigenständige Staaten
definieren. Nagorno-Karabach, Südossetien und Abchasien bleiben
zwar höchst umstrittene Territorien. Wenig umstritten ist jedoch
die Feststellung, dass die ehemalige Zentralmacht Russland heute
wieder mehr Einfluss im Südkaukasus hat. Vielerorts stehen ihre
Soldaten, sichern den Frieden oder auch nur russische Interessen.
Nur schon die Vorbereitung der Reise war eine Herausforderung. Wo
braucht es welche Bewilligungen? Wer stellt sie aus? Wer
kontrolliert welche Zugänge? Was bedeutet das Visum des einen
Landes im Pass für den Grenzübertritt ins andere? Wie gross ist das
Risiko, auf eine schwarze Liste gesetzt zu werden, weil man ein
Gebiet betreten hat, das man in den Augen der verfeindeten Partei
nicht betreten darf? Die Reise erfordert grosse Umwege, um an ihr
Ziel zu kommen. Es ist eine Reise durch wunderschöne Landschaften
und faszinierende Kulturen, eine Reise auch entlang der
Seidenstrasse mit ihrem hohen wirtschaftlichen Potenzial. Aber es
ist auch eine Reise, die nachdenklich stimmt. Der Krieg in der
Ukraine hat die Unsicherheit für die Menschen auch im Südkaukasus
noch vergrössert. Da ist das gas- und ölreiche Aserbaidschan, das
von einer autoritären Machtelite kontrolliert wird. Da ist
Georgien, dessen Bevölkerung nach Westen drängt und dessen
Regierung am Kreml haftet. Da ist Armenien, das eingeklemmt
zwischen seinen Erzfeinden Türkei und Aserbaidschan Russland als
einzige Schutzmacht hat. Und da sind überall die ungelösten und am
Leben erhaltenen Konflikte um kleine Gebiete, die dafür sorgen,
dass kein stabiler Frieden möglich ist. Der Krieg in der Ukraine
verändert die Machtverhältnisse im Südkaukasus nicht grundsätzlich.
Aber der lange Arm Russlands, die alten Abhängigkeiten und die
Folgen der ungelösten Konflikte zeigen sich jetzt noch deutlicher.

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