Jetzt noch die KESt optimieren, falls es Gewinne gibt!

Jetzt noch die KESt optimieren, falls es Gewinne gibt!

3 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat

Die deutschen Hörer:innen haben es mit der Steueroptimierung zu
Jahresende  mal nicht ganz so eilig wie die
österreichischen. Die Deutschen dürfen nämlich die
Wertpapierverluste vortragen und dann mit den Gewinnen in den
Folgejahren verrechnen. Das lässt die österreichische Finanz
nicht zu. In der Alpenrepublik können nur Wertpapiergewinne und
Verluste aus demselben Jahr gegenverrechnet werden. Dafür dürfen
in Österreich die Verluste und Gewinne nicht nur aus ein und
derselben Einkunftsart ausgeglichen werden, sondern man kann zum
Beispiel Verkaufsverluste bei Aktien auch mit Dividenden oder
auch mit Zinsgewinnen bei Anleihen gegenverrechnen. Zinserträge
auf Sparbücher  kann man übrigens auch in Österreich nicht
Wertpapierverlusten gegenrechnen.


Realisierte Gewinne aus Wertpapierverkäufen werden in Österreich
mit 27,5 Prozent besteuert. In Deutschland beträgt die KESt zwar
nur 25 Prozent, inklusive Soli und Kirchensteuer liegt hier die
tatsächliche Steuerbelastung aber auch zwischen 26,38 und 27,99
Prozent. Nachdem das heurige Börsenjahr nicht so brillant
verlaufen ist, habt ihr   wahrscheinlich nicht so viele
Aktien mit Gewinn verkauft, mit denen ihr etwaigen realisierten
Verlusten heuer ausgleichen könntet. Aber dennoch macht es Sinn,
bie Deinem Broker einmal Deinen KEST-Bericht anzuschauen, ob Du
irgendwelche Gewinne oder Dividenden heuer schon verkestet hast .
Mein Tipp wäre dann zu schauen, ob Du irgendwelche Leichen im
Depot hast, die sich von ihren kapitalen Stürzen wohl nie wieder
erholen werden, da ihr Geschäftsmodell womöglich nicht mehr
funktioniert. Solche Depot-Leichen können Dir zumindest noch
durch einen Verkauf dazu dienen, von Deiner bezahlten
Kapitalertragssteuer wegen der gegenverrechneten Verluste wieder
etwas zurückzubekommen.  Den Ausgleich macht die Depotbank
automatisch für Dich. Es sei denn, Du hast mehrere Depots bei
verschiedenen Instituten oder etwa ein Gemeinschaftsdepot mit
Deiner besseren Hälfte. Dann musst Du bei den Banken
Bescheinigungen über den Verlustausgleich anfordern und den
Ausgleich der Verluste und Gewinne auf verschiedenen Konten über
die Steuerveranlagung selbst vornehmen.  Die jährliche
Dokumentation Deines Depotvermögens inklusiver erfolgter
Transaktionen musst Du übrigens in Österreich selbständig
durchführen, wenn Du etwa bei einem deutschen Broker ohne
rot-weiß-roter Niederlassung ein Depot hast. Der bekannteste ist
hier wohl Trade Republic. Auch wenn die deutschen Broker Dir hier
vielfach Hilfestellung geben, die Berechnung für die
Einkommensteuer bleibt mühsam.


Wenn Euch diese Podcastfolge der Boersenminute gefallen hat, dann
abonniert die BÖRSENMINUTE und die GELDMEISTERIN doch gratis auf
Eurer Podcastplattform Eurer Wahl oder auf YouTube, um keine
weitere Folge mehr zu verpassen. Damit unterstützt ihr mich
automatisch beim Podcast-Ranking. Vielen Dank!


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von
getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia
Kistner keine Haftung. Denn handelt sich weder um eine
Steuer-, Rechts- noch Finanzberatung, sondern nur um die
persönliche Meinung der Autorin.


#Börse #KESt #Einkommensteuer #Aktien #Anleihen #Steuerausgleich
#Verluste #Gewinne #investieren #Deutschland  #Österreich
#Finanz #Finanzamt  #podcast #börsenminute #2023 #2022
#Broker #Depot #Vermögen #TradeRepublic #Wertpapiere
#Steueroptimierung


Foto: unsplash/Markus Spiske

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

Sparclub
Berlin
15
15
:
: