Christine Koschmieder über »Dry« - Das eigene Leben als Roman - Buchmesse-Podcast 2022

Christine Koschmieder über »Dry« - Das eigene Leben als Roman - Buchmesse-Podcast 2022

Christine Koschmieder hat einen Roman über eine Frau geschrieben, die gegen ihre Alkoholsucht kämpft. Sie heißt Christine Koschmieder. Wie wird das eigene Leben zur Literatur? Und wie ist es, wenn das eigene Buch im Literarischen Quartett besprochen wird?
34 Minuten
Podcast
Podcaster
Der literarische Treffpunkt im Internet - Interviews, Tipps und akustische Eindrücke aus der Welt der Bücher und Hörbücher. Für Leser und Autoren.

Beschreibung

vor 2 Monaten
Das Gespräch mit der Autorin und Literaturagentin Christine
Koschmieder ist nach Dörte Hansen und Rebecca Gablé die letzte der
drei Podcast-Folgen von der Frankfurter Buchmesse 2022. Und es ist
ein ganz besonderes Gespräch. Zum einen wurde Christine
Koschmieders Roman »Dry« unmittelbar vor dem Treffen auf der Messe
im Literarischen Quartett im ZDF besprochen. Ihr Verleger Gunnar
Cynybulk saß im Publikum, wie hier im literaturcafe.de nachzulesen
ist. Wie hat die Autorin das Ganze erlebt? Und dann ist »Dry« ein
ganz besonderer und ein sehr persönlicher Roman. Das mit dem
»persönlicher Roman« – oder gar »persönlichster Roman« – ist
normalerweise eine Klappentext-Floskel. Doch in diesem Fall trifft
es zu. Christine Koschmieder erzählt in »Dry« die Lebensgeschichte
einer Figur mit Namen Christine Koschmieder. Trotz einiger
Schicksalsschläge hat diese Frau ihr Leben scheinbar im Griff. Doch
schon am Beginn des Buches wissen wir, dass vieles Fassade ist.
Christine Koschmieder ist Alkoholikerin. »Funktionale
Alkoholikerin«, wie es die Autorin im Gespräch präzisiert. Es ist
keine Sucht mit schlimmen Abstürzen. Sie trank, um zu funktionieren
und das Leben zu meistern. Das Buch beginnt in der Suchtklinik, und
gemeinsam mit der Autorin Christine Koschmieder blicken wir auf das
Leben der Romanfigur Christine Koschmieder. Das eigene Leben zu
einem Roman zu machen, scheint 2022 ein preisgekrönter Trend zu
sein: Der Deutsche Buchpreis an Kim de L‘Horizont, der
Literaturnobelpreis an Annie Ernaux. Warum steht auf diesen Büchern
»Roman« und nicht »Autobiografie«? Christine Koschmieder kann die
Frage einfach beantworten und nennt im Gespräch mehrere Gründe. Zum
einen schrieben Autobiografien meist berühmte Leute, doch das sei
sie nicht. Zum anderen gibt es verschieden Wahrheiten. »Dry« ist
ihre Version. Doch erhebt das Buch keinen Anspruch auf Wahrheit und
Vollständigkeit. Im Podcast des literaturcafe.de berichtet
Christine Koschmieder von der Entstehung des Romans. Privates
preiszugeben, sei eine Befreiung gewesen. Jetzt bestimme sie, was
die anderen von ihr wissen. Die Form all das niederzuschreiben, sei
jedoch eine sehr literarische, wie der Autorin auch im
literarischen Quartett bescheinigt wurde. Lamoriant, egoistisch,
selbstbezogen, all diese Klischees über »Suchtromane« wollte sie
vermeiden, was Christine Koschmieder auch gelungen ist. Selbst
literarisch schleicht sich der Alkohol nicht immer sichtbar ins
Leben der Hauptfigur. Hören Sie das ausführliche Gespräch mit
Christine Koschmieder, das auf der Frankfurter Buchmesse 2022
geführt wurde, im Podcast des literaturcafe.de. Nutzen Sie den
Player unten nach dem Beitrag. Der Podcast des literaturcafe.de ist
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