Wie wir Behinderte behindern

Wie wir Behinderte behindern

20 Prozent der Gesamtbevölkerung leben mit einer Beeinträchtigung. Doch der Alltag der Betroffenen ist auch acht Jahre nach dem Beitritt zur UNO-Behindertenrechtskonvention voller Barrieren. «Einstein» zeigt, warum die Gesellschaft von der Inklusion v ...
37 Minuten

Beschreibung

vor 2 Wochen
20 Prozent der Gesamtbevölkerung leben mit einer Beeinträchtigung.
Doch der Alltag der Betroffenen ist auch acht Jahre nach dem
Beitritt zur UNO-Behindertenrechtskonvention voller Barrieren.
«Einstein» zeigt, warum die Gesellschaft von der Inklusion von
Menschen mit Beeinträchtigung weit entfernt ist. 20 Prozent der
Gesamtbevölkerung leben mit einer Beeinträchtigung. Die Hochschulen
und Start-ups sind im Entwickeln von Assistenz-Technologien top.
Doch der Alltag der Betroffenen ist auch acht Jahre nach dem
Beitritt zur UNO-Behindertenrechtskonvention voller Barrieren. Menü
Surprise: Hier kocht der «Blind-Chef» Gemüse schneiden, Fleisch
braten und Desserts kreieren, ohne etwas zu sehen – eigentlich
unmöglich. Das merkt Moderatorin Bigna Silberschmidt sofort, als
sie dem erblindeten Koch Reto Frey mit verbundenen Augen zur Hand
geht. Doch genau dieser Challenge muss sich Frey tagtäglich
stellen. Bei «Einstein» demonstriert er, wie er dank viel Intuition
und weniger Hilfsmittel einen delikaten Mehrgänger auf die Teller
seiner Gäste zaubert. Land voll Barrieren: Schlechtes UNO-Zeugnis
für die Schweiz Eine UNO-Konvention hat die Rechte aller Menschen
mit Beeinträchtigung festgehalten. Die Schweiz bekommt acht Jahre
nach dem Beitritt zu diesem Übereinkommen schlechte Noten.
Insbesondere bei Gleichstellung und Selbstbestimmung von
behinderten Menschen stellt der UN-Ausschuss grosse Defizite fest.
Der Basler Staatsrechtler Markus Schefer, Mitglied des unabhängigen
Expertengremiums, spricht bei «Einstein» Klartext. Hindernis
Architektur: Bildung in der Schweiz noch voller Barrieren Die UNO
verlangt für Menschen mit Beeinträchtigung ungehinderten Zugang zu
allen Lebensbereichen. Doch im Vergleich zu anderen Ländern hinkt
die Schweiz diesbezüglich weit hinterher. Rollstuhlfahrer und
Uni-Professor Rolf Sethe zeigt, wie gross die Hindernisse im
Universitätsalltag noch immer sind. Die Zürcher Hochschulen haben
das Problem inzwischen erkannt und grosse Projekte lanciert, um für
alle zugänglich zu sein. Aber bauliche Massnahmen allein reichen
nicht: Künftig sollen auch Lehre und Studium endlich barrierefrei
werden. Kein Blindflug mehr: Wie das Internet barrierefrei wird
«Inklusion» und «Diversity» sind im Internet populäre Schlagworte.
Doch in Realität sind Websites, PDF-Dokumente oder Apps für
Menschen mit Sehbehinderung eben oft nicht barrierefrei. Dabei
wären die technischen Lösungen längst da, um den Betroffenen
ungehinderten Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen. Das
demonstriert Alireza Darvishy, Informatik-Professor und selbst
stark sehbehindert, mit eindrücklichen Beispielen. «bro»: Der
«Tesla» unter den Rollstühlen Er heisst «bro» und will, wie der
Name sagt, auch in kniffligsten Situationen der verlässliche
«Kumpel» sein. Er kann klettern, meistert 70 Prozent Gefälle und
bringt die Rollstuhlfahrenden dank Liftfunktion endlich auf
Augenhöhe mit andern. Das Wunderding des Winterthurer Start-ups
«scewo» ist vollgepackt mit Software und wird als Meisterwerk der
Technik gefeiert. «Einstein» hat den «bro» von einem Piloten mit
Beeinträchtigung testen lassen. Hält er wirklich alles, was er
verspricht?

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