Mein Vater der Privatdetektiv

Mein Vater der Privatdetektiv

Er ist kein TV-Detektiv, sondern echt: Hans Ruch aus Münsingen ist seit 32 Jahren Privatdetektiv. Er führt seinen Sohn und SRF-Reporter in die Kniffe seiner Branche ein, die häufig an der Grenze zur Illegalität operiert. Ein ungefilterter Einblick in ...
33 Minuten

Beschreibung

vor 2 Monaten
Er ist kein TV-Detektiv, sondern echt: Hans Ruch aus Münsingen ist
seit 32 Jahren Privatdetektiv. Er führt seinen Sohn und
SRF-Reporter in die Kniffe seiner Branche ein, die häufig an der
Grenze zur Illegalität operiert. Ein ungefilterter Einblick in die
Arbeit von Schweizer Privatdetektiven. «Wir kennen die roten Linien
des Gesetzes, die nicht überschritten werden dürfen», sagt
Ex-Polizist Hans Ruch. Als Privatdetektiv muss er häufig in
rechtlichen Grauzonen operieren: Hier eine
Geschwindigkeitsübertretung begehen, da einen GPS-Tracker an einem
Auto anbringen. Denn ohne solche Rechtsübertretungen wäre so manche
Observation nicht erfolgreich. Hans Ruch beobachtet hauptsächlich
Versicherungsbetrüger: Etwa Leute, die krankgeschrieben sind und
Geld kassieren, daneben aber trotzdem arbeiten. Besteht ein
Anfangsverdacht, engagieren die Schadensabteilungen der
Versicherungen gerne Privatdetektive für die heiklen Überwachungen
im Feld. Oft ist der Alltag echter Privatdetektive unspektakulär:
Für seine Observationen sitzt Hans Ruch stundenlang im Auto und
filmt. Nervenkitzel gibt es dann, wenn er eine Zielperson mit dem
Auto verfolgt oder ein GPS-Gerät unter einem Fahrzeug befestigt.
Doch mit den Positions-Trackern an fremden Autos bewegen sich die
Privatdetektive im gesetzlichen Niemandsland. Sich nicht erwischen
zu lassen, gehört zum Geschäftsmodell. «Es handelt sich um eine
Branche, die sich schon immer im dunkelgrauen bis schwarzen Bereich
bewegt hat und auch davon lebt», kritisiert Rechtsprofessor Thomas
Gächter von der Universität Zürich. Nach 32 Jahren im Geschäft
gewährt der 73-jährige Hans Ruch einen einzigartigen Einblick in
seine Arbeit. Reporter André Ruch porträtiert seinen Vater, der
seine Firma gerne an einen seiner Söhne weitervererben würde. Die
Parallelen zwischen Journalisten und Privatdetektiven sind
augenfällig: Beide recherchieren, holen Informationen ein und
fertigen am Ende einen Bericht. So beschäftigt sich der Reporter
nun damit, vielleicht doch eines Tages ins Geschäft des Vaters
einzusteigen – und gerät dabei in moralische Konflikte.

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