Nobelpreisträger & Debütantin: Abdulrazak Gurnah & Fabienne Maris

Nobelpreisträger & Debütantin: Abdulrazak Gurnah & Fabienne Maris

Auf dem Literaturstammtisch liegen heute zwei aussergewöhnliche Bücher. «Nachleben» des letztjährigen Literaturnobelpreisträgers Abdulrazak Gurnah und «Hitzewelle» der Schweizer Autorin Fabienne Maris.
29 Minuten

Beschreibung

vor 3 Monaten
Auf dem Literaturstammtisch liegen heute zwei aussergewöhnliche
Bücher. «Nachleben» des letztjährigen Literaturnobelpreisträgers
Abdulrazak Gurnah und «Hitzewelle» der Schweizer Autorin Fabienne
Maris. Brütende Hitze. Kein Strom. Kein Wasser. Aus dem Kühlschrank
weht fauliger Geruch. Doch dieser aussergewöhnlich heisse Sommer
hat auch sein Gutes. Ausgelöst durch den Ausnahmezustand, taut der
langweilige Eigenbrötler Jonathan so langsam auf. Mit «Hitzewelle»
ist Fabienne Maris ein ganz zauberhaftes Schweizer Debüt gelungen,
findet Katja Schönherr.  Rassismus und Gräueltaten ohne Ende:
Im Roman «Nachleben» zeichnet der Literaturnobelpreisträger
Abdulrazak Gurnah ein ungeschminktes Bild der deutschen und
britischen Herrschaft in Ostafrika zur Zeit von Kolonialismus und
Imperialismus. Der aus Tansania stammende Autor erzählt konsequent
aus der Sicht von Afrikanerinnen und Afrikaner - vom entsetzlichen
Gebaren der Europäer, aber auch von Sehnsucht der Menschen nach
Liebe und Geborgenheit. Für Felix Münger ist «Nachleben» sei ein
eindrucksvolles Epos. Um Geschwisterbeziehungen, psychische
Krankheit und Traumata, die weitervererbt werden, geht es im neuen
Roman von Rebecca Wait. Schwere Themen, mit Leichtigkeit erzählt,
findet Britta Spichiger. Sie empfiehlt «Meine bessere Schwester» im
heutigen Kurztipp. Unter anderem auch, weil er zeigt, wie wenig es
oft braucht, um jemanden zu verletzen – oder jemandem zu zeigen,
wie sehr man ihn/sie liebt. Buchhinweise: * Fabienne Maris.
Hitzewelle.150 Seiten. Atlantis Verlag, 2022.  * Abdulrazak
Gurnah: Nachleben, übersetzt von Eva Bonné. 384 Seite. Penguin,
2022. * Rebecca Wait. Meine bessere Schwester. Übersetzt von
Ann-Christin Kramer. 510 Seiten. Kein & Aber, 2022.

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