Credite Suisse ist zum Glück systemrelevant

Credite Suisse ist zum Glück systemrelevant

4 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat

Meine gestrige Börsenminute-Folge „Nationalbanken sind nicht die
besseren Anleger“ kommentierte ein Hörer folgendermaßen: Wem
gehören denn die Nationalbanken? Richtig! Meistens den Staaten
und l'état c'est moi. Alle Nationalbanken? Nein, nicht alle.
Nicht einmal die US-Notenbank FED zur Gänze. Denn zwölf regionale
US-Notenbanken stehen im Eigentum der Geschäftsbanken. Und die
EZB gehört zwar den Nationalbanken der Euro-Staaten, doch drei
davon sind auch nicht im Staatsbesitz. Die Italienische
Zentralbank gehört den italienischen Banken und Versicherungen.
Die Bank of Greece (ISIN: GRS004013009) gehört zu 100 Prozent
Privataktionären und die Belgische Nationalbank (ISIN:
BE0003008019) ist zur Hälfte staatlich, der Rest an der Börse.
Und die besagte Schweizerische Nationalbank ist zu 55 Prozent
börsennotiert (ISIN: CH0001319265). Der Rest gehört den Kantonen
und Kantonalbanken. Die SNB ist in den letzten sechs Monaten um
um 37,8 Prozent abgestürzt. 


Abgestürzt ist auch die Aktien der Credite Suisse, alleine am
Montag um zehn Prozent, seit Jahresbeginn über 54 Prozent.
 Die Credite Suisse ist inzwischen mit einer
Marktkapitalisierung von kaum mehr als zehn Milliarden Schweizer
Franken der zweikleinste Wert im Schweizer Leitindex SME. Man
munkelt, dass das Schweizer Flagschiff untergehen könnten, wovon
ich persönlich nicht ausgehe. Schließlich die der Schweizer
Tanker systemrelevant, also too big to fail und man hat ja noch
in den Knochen, was die Pleite von Lehman 2008, die die
US-Regierung nicht rettete, auslöste. Und ich glaube ich liege da
mit meinem Optimismus nicht so falsch, die Aktie legte am
Dienstag schon wieder deutlich zu. Gespräche gibt es auch über
eine Kapitalerhöhung von vier Milliarden, das wäre bei einer
Markkapitalisierung von zehn Milliarden Franken aber wohl eine zu
große Verwässerung der Anteilscheine der Altaktionäre.
 Schlagseite hat die Schweizer Investmentmentbank schon
länger wegen diverser Skandale, vom Spitzelskandal des früheren
Vorstandschef Thiam über Megaverlusten aus Krediten an die New
Yorker Hedgefonds Archegos bis hin zu fragwürdigen Geschäften mit
dem insolventen Finanzdienstleister Greensill. Ein starker Schlag
in die Magengrube der Investmentbank war zuletzt auch der
raketenhafte Anstieg der britischen Staatsanleihen, nachdem
massive Steuererleichterungen an die Reichen und Unternehmen
angekündigt wurden, aber schon wieder zurückgerudert wurde.
 Ich will nicht auch über die CS spekulieren. Ich schaue mir
bei den Problemkandidaten immer nur auch an, wer die Eigentümer
sind und ob ich vielleicht dort investiert bin. Und hier tauchen
 bei der Credite Suisse so schillernden Namen wie der
Staatsfonds von Qatar mit rund fünf Prozent auf.
Interessanterweise ist  erst am 26. Jänner diesen Jahres
BlackRock mit 4,11 Prozent eingestiegen. Geht´s einem Unternehmen
schlecht, geht´s auch den Eigentümern im entsprechenden Ausmaß
schlecht ...


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Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von
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Kistner keine Haftung. Denn handelt sich weder um eine
Steuer-, Rechts- noch Finanzberatung, sondern nur um die
persönliche Meinung der Autorin.


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Foto: Credite Suisse



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