Neue Bücher von Alain Claude Sulzer und Daniela Dröscher

Neue Bücher von Alain Claude Sulzer und Daniela Dröscher

Der Schweizer Schriftsteller Alain Claude Sulzer schreibt in seinem neuen Roman «Doppelleben» über die Brüder Goncourt. Detailreich und empathisch. Die deutsche Autorin Daniela Dröscher erzählt in ihrem neuen Roman eine persönliche Familientragödie. B ...
27 Minuten

Beschreibung

vor 2 Monaten
Der Schweizer Schriftsteller Alain Claude Sulzer schreibt in seinem
neuen Roman «Doppelleben» über die Brüder Goncourt. Detailreich und
empathisch. Die deutsche Autorin Daniela Dröscher erzählt in ihrem
neuen Roman eine persönliche Familientragödie. Bildhaft und
erschütternd. Michael Luisier kommt mit Alain Claude Sulzers Roman
«Doppelleben» in die Sendung. Darin werden die Brüder Jules und
Edmond de Goncourt beschrieben, die mit ihren Romanen und einem
7000 Seiten starken Tagebuch bedeutende Spuren im Paris des 19.
Jahrhunderts hinterlassen. Sulzer erzählt aber einen sehr viel
persönlicheren Teil ihres Lebens: das Sterben des jüngeren Bruders
an Syphilis und das Zurückbleiben des älteren. Und er erzählt das
Drama der Haushälterin Rose, die schwanger wird, ein Kind bekommt,
das Kind verliert und zu trinken anfängt, ohne dass die Brüder
etwas merken. Erst nach ihrem Tod schreiben sie einen Roman über
sie, der eine neue Literaturgattung begründet: den Naturalismus. In
«Lügen über meine Mutter» beschreibt Daniela Dröscher die desolate
Ehe ihrer Eltern. Jahrelang das beherrschende Thema innerhalb der
Familie: das Körpergewicht der Mutter. Er wolle eine «vorzeigbare
Frau» haben, sagt der Vater wieder und wieder. Alles, was ihm
misslingt, führt er auf das Gewicht seiner Gattin zurück. Ein
packendes und vor allem formal sehr interessantes autofiktionales
Werk, findet Katja Schönherr. Im heutigen Kurztipp stellt Britta
Spichiger das Buch «Krawall und Kekse» vor. Die US-amerikanische
Autorin Shirley Jackson – in erster Linie bekannt als Verfasserin
von Horrorgeschichten – erzählt darin von ihrem turbulenten
Familienleben. Der wiederaufgelegte Roman aus dem Jahr 1953 ist
beste Unterhaltung für alle, die wissen, wie es sich anfühlt, wenn
man mitten in der Nacht barfuss auf einen Legostein tritt. Jackson
zeigt sich aber nicht nur als humorvolle Erzählerin, sondern auch
als kritische Frau, die sich mit konventioneller Rollenverteilung
auseinandersetzt. Buchhinweise: * Daniela Dröscher. Lügen über
meine Mutter. 440 Seiten. Kiepenheuer & Witsch, 2022. * Alain
Claude Sulzer. Doppelleben. 304 Seiten. Galiani Berlin, 2022. *
Shirley Jackson. Krawall und Kekse. Aus dem Englischen von Nicole
Seifert. 256 Seiten. Arche Verlag, 2022.

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