Auch Gold kauft man nicht ohne Risiko

Auch Gold kauft man nicht ohne Risiko

4 Minuten

Beschreibung

vor 2 Monaten

Oh je, wenn ich mir von Sentix ihre berühmten
Börsen-Stimmungsindikatoren ansehe und sie mit jenen während
früherer Kapitalmarktkrisen vergleiche,  ja dann schaut´s
bitter aus: Die Stimmung für US-Aktien ist aktuell deutlich
schlechter als im Jahr 2001 – wir erinnern uns traurig an 9/11,
dem Anschlag auf das New Yorker World Trade Center und davor die
Dotcom-Blase  – und auch noch gedrückter als 2008, der
Pleite der Lehmann Brothers- Investmentbank am 15 . September
nach der Immobilienkrise.  Heute könnten die Vorboten eines
weiteren Kursdebakels die hohen Energiepreise und Zinsanstiege
sein. 


Davon abgesehen, dass der September kein heilsbringender Monat zu
sein scheint, sollte man solche Parallelen nicht ohne Glaskugel
ziehen. Im Ernst: Es ist schon Zeit, die Märkte jetzt intensiver
zu beobachten, aber von Aktien in Gold zu switchen ist meiner
persönlichen Meinung nach nicht die Lösung. Gold ist zwar schon
langfristig immer ein Inflationsschutz gewesen. Wer sich etwa
exakt vor 23. Jahren Gold gekauft hat, hat in Dollar gerechnet
heute 455 Prozent mehr Goldwert, in Euro umgerechnet sogar 483
Prozent. Das heißt aber auch dass der Dollar in den letzten 23
Jahren satte 28 Prozent zugelegt hat. Und da bin ich jetzt am
Punkt: Kaufe ich jetzt besonders als Europäer Gold, dann zahle
ich auch für den hohen Dollarkurs zum Euro eine beachtliche
Prämie – außer ich gehe davon aus, das der Euro auch die nächsten
Jahrzehnte gegenüber dem Dollar weiter an Wert verliert. Neben
den hohen Dollar machen noch die steigenden Zinsen derzeit den
Goldkauf ungemütlich. Gehen wir  einmal davon aus, dass der
Ukraine-Krieg nicht zum Weltkrieg eskaliert, dann wird der
Goldpreis  zumindest in den nächsten beiden Jahren von den
Notenbanken ausgebremst wird. Der hohe Dollar kann Anlegern im
Euro-Raum also nur ein Mühlstein sein. Geht der Dollar wieder
zurück, sollte sich tatsächlich Frieden in Europa abzeichnen und
die EZB bei den Zinsen der US-FED nachziehen, dann verliert der
Euro-Goldanleger beim Wechselkurs Geld. Steigt der Dollar
hingegen weiter, bringt er Gold doppelt unter Druck: Zum einen
weil sich der Dollar- zum Goldpreis fast immer gegenläufig
bewegt. Zum anderen, weil zunehmend Anleger den Safe Haven nicht
mehr in Gold, sondern im Dollar sehen. Also kein Gold kaufen? Das
würde ich jenen, die noch keines in Ihrem Vermögensportfolio
besitzen, auch nicht raten. Besser Gold in Raten kaufen, aber aus
Spesensicht bitte nicht in Stückelungen unter einer Unze. Dafür
kann man, wie in der aktuellen Folge der GELDMEISTERIN
beschrieben, einen fix und fertigen Gold-Sparplan abschließen und
dabei akribisch auf die Spesen achten.  Man braucht aber
nicht unbedingt einen vorgefertigten Sparplan mit Gold im
Schweizer Zollfreilager. Denn Gold ist europaweit ohnedies
umsatzsteuerbefreit – im Gegensatz zu Silber... 


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Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von
getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia
Kistner keine Haftung. Denn handelt sich weder um eine
Steuer-, Rechts- noch Finanzberatung, sondern nur um die
persönliche Meinung der Autorin.


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Foto Unsplash/Jinmin Pang



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