Kahlschlag – Amazonien unter Bolsonaro

Kahlschlag – Amazonien unter Bolsonaro

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro setzte auf wirtschaftliche Ausbeutung im Amazonas-Becken, er schwächte dafür systematisch Gesetze und Kontrollen zum Schutz des Regenwalds. Die Abholzung schritt in Rekordtempo voran; die organisierte Kriminalität p ...
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vor 2 Monaten
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro setzte auf wirtschaftliche
Ausbeutung im Amazonas-Becken, er schwächte dafür systematisch
Gesetze und Kontrollen zum Schutz des Regenwalds. Die Abholzung
schritt in Rekordtempo voran; die organisierte Kriminalität
profitierte. Doch es gibt auch Widerstand. André Karipuna bahnt
sich mit der Machete einen Weg durchs Dickicht. Plötzlich weitet
sich der Blick und der Anführer des indigenen Volks der Karipuna
steht vor dem jüngsten Kahlschlag, vier Hektaren wurden hier
gerodet. «Es macht mich traurig, das zu sehen, all die Zerstörung
auf unserem Land. Und der Raubbau wird Jahr für Jahr mehr», sagt
er. Das Schutzgebiet der Karipuna ist eines von 500 indigenen
Reservaten in Brasilien, diese gelten eigentlich als die
wichtigsten Bollwerke gegen die Waldzerstörung. Aber das Gesetz
wird im Amazonas oft durch das Recht des Stärkeren ersetzt. Die
Karipuna wollen das nicht hinnehmen. Laura Vicuña vom indigenen
Missionsrat Cimi unterstützt sie dabei. Oft heisse es, der Wald
werde von armen Schluckern gerodet. «Aber sie werden angeheuert,
das Holz wird verkauft, dann wird im Unterholz Feuer gelegt, Gras
wird gesät, Rinder werden drauf gestellt und niemand vertreibt
sie», sagt Vicuña. Das sei alles nur in Komplizenschaft mit
mächtigen Leuten möglich, welche den Landraub weiter vorantrieben.
Die Karipuna zogen vor Gericht, sie klagten selbst gegen die
brasilianische Zentralregierung von Präsident Jair Bolsonaro, der
sich Anfang Oktober zur Wiederwahl stellt. Schon vor seinem
Amtsantritt hatte der Rechtspopulist versprochen, er wolle
indigenes Land zur wirtschaftlichen Nutzung freigeben. Alexandre
Saraiva war vor seiner Suspendierung oberster Polizeichef im
Bundesstaat Amazonas. Er sagt, die Amazonasregion sei heute ein
Land ohne Gesetze. «Die Regeln werden von der organisierten
Kriminalität gemacht».

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