Wirtschaftsnews vom 20. September 2022

Wirtschaftsnews vom 20. September 2022

Wirtschaftsnews

Beschreibung

vor 2 Monaten

Thema heute:
Verwitwung verdreifacht das Risiko finanzieller Überlastung durch
Wohnkosten


 


Der Verlust des Partners oder der Partnerin ist
nicht nur emotional und sozial ein tiefgreifender Einschnitt, er
hat oft auch Auswirkungen auf die finanzielle Lage der
Hinterbliebenen - wenn sich das Verhältnis von Einnahmen und
Ausgaben ändert.


Regelmäßige Ausgaben müssen dann daran angepasst oder ein höherer
Anteil des Einkommens für die Konsumausgaben aufgewendet werden.
Hierzu zählen die Wohnkosten, die nicht ohne Weiteres gesenkt
werden können.


Die Wohnkostenbelastung nimmt durch Verwitwung zu


Die statistischen Analysen von Daten aus den fünf Jahren vor dem
Todesfall bis zum 5. Jahr nach der Verwitwung zeigen, dass
Verwitwung im Alter unmittelbar und anhaltend mit einer Zunahme
der Wohnkostenbelastung - dem Anteil des monatlichen Einkommens,
der für das Wohnen aufgewendet wird - von ca. 17 auf 25 Prozent
einhergeht.


Mehr Haushalte sind nach Verwitwung von einer
Wohnkostenüberlastung betroffen und das Armutsrisiko steigt


Der gestiegene Anteil an Einkommen, der für die Wohnkosten
aufgebracht wird bzw. werden muss, führt auch zu einem größeren
Anteil an Haushalten, die finanziell überlastet sind. Nach der
vom Statistikamt der Europäischen Union verwendeten Definition
wird von Überlastung ausgegangen, wenn mehr als vierzig Prozent
des Einkommens für die Wohnkosten aufzubringen sind. Nach den
Ergebnissen der Studie verdreifacht sich das Überlastungsrisiko
von 6 Prozent vor der Verwitwung auf 19 Prozent danach, d. h.
etwa ein Fünftel der untersuchten Altersgruppe ist nach
Verwitwung von ihren Wohnkosten überbelastet.


Eine Wohnkostenüberlastung führt häufig dazu, dass das
verbleibende Haushaltseinkommen unter der Armutsschwelle liegt.
Nahezu alle (95%) überlasteten Verwitweten aus dem unteren
Einkommensdrittel haben nach Abzug der Wohnkosten ein
verbleibendes Einkommen unterhalb der Armutsschwelle. Dies trifft
jedoch auch auf immerhin zwei Drittel der Überlasteten zu, die
vor der Verwitwung dem oberen Einkommensdrittel angehörten.


Geschlecht, Einkommensniveau und Wohnsituation sind
maßgebliche Einflussfaktoren für die Wohnkostenbelastung nach
Verwitwung


Wie stark die Wohnkostenbelastung nach dem Tod des Ehepartners
oder der Ehepartnerin steigt, hängt in erheblichem Maße vom
Geschlecht, dem Einkommensniveau vor dem Todesfall und davon ab,
ob man zur Miete wohnt oder im selbstgenutzten Wohneigentum.


Zur Miete wohnende einkommensschwächere Witwen sind besonders
gefährdet


Bei ungünstigem Zusammentreffen von Merkmalen kann die Verwitwung
zu einer gravierenden Zunahme der Wohnkostenbelastung führen.
Frauen, die zur Miete wohnen und aus dem unteren und mittleren
Einkommensdrittel kommen, stellen ein Viertel der Verwitweten im
Untersuchungszeitraum. Diese Frauen erleben nach dem Tod ihres
Ehemanns den stärksten Anstieg ihrer Wohnkostenbelastung. Ihr
Überlastungsrisiko steigt von 9 auf 32 Prozent und ihnen
verbleiben nach Abzug der Wohnkosten monatlich weniger als 900
Euro Resteinkommen, gemessen an Preisen von 2016.


 


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