Wirtschaftsnews vom 09. August 2022

Wirtschaftsnews vom 09. August 2022

Wirtschaftsnews

Beschreibung

vor 1 Monat

Thema heute:   


Preiserhöhung als Belastungsprobe für die
Prime-Kundenloyalität


 


Wie sagt man so schön? Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er
auf´s Eis. Der Esel in unserem Fall ist Amazon, das Eis ist die
Preissteigerung bei Prime.


Amazon kommt aktuell gleich mehrfach in die Schlagzeilen. Das
relative Umsatzwachstum im 2. Quartal ist laut der Studie
OpinionTRAIN, die Johannes Hercher, Vorstand der Rogator AG, als
Co-Autor verfasst hat, vergleichsweise gering, trotzdem reagieren
die Börsen mit einem Kurssprung. Nicht unabhängig davon ist die
vor einigen Tagen angekündigte Preissteigerung für die
Prime-Kundschaft.


In Deutschland wird das Abo nach dem 15. September 8,99 Euro pro
Monat statt bisher 7,99 Euro kosten. Das klingt im ersten Moment
nicht nach einer besonders großen Steigerung, aber es sind
immerhin 12 Euro jährlich, pro Jahr werden somit 89,90 statt
zuvor 69 Euro fällig, also satte 30 % mehr, wie sogar die
tagesschau meldet.  Die vorherige Preisanpassung
erfolgte im Jahr 2017, damals wurde der Preis von 49 Euro auf 69
Euro erhöht. Schaut man sich also den gesamten Zeitraum von 2016
bis 2023 an, so ergibt sich eine Preissteigerung von 83 % für das
Prime-Abo. Das ist schon eine extreme Preissteigerung.


Umgerechnet entspricht diese einer durchschnittlichen jährlichen
Preiserhöhung um mehr als 9 %. Kundenfreundlich ist etwas
anderes. Dazu kommt, dass sich immer mehr Kunden in den sozialen
Netzwerken über die Art und Weise der Zustellung beklagen. Laut
Zustellprotokoll werden die Sendungen an Hausbewohner übergeben,
an die Poststelle und ähnliches. In einer Vielzahl der Fälle
erfolgt in Wirklichkeit aber kein Kontakt, die Sendungen werden
einfach vor die Haustüre geworfen oder hinter Mülltonnen, wie der
Autor dieses Beitrages vielfach selbst erleben musste. Angeblich
wurden sogar großformatige Pakete in schmale Briefkastenschlitze
gesteckt. Man fühlt sich an den Film: „Liebling, ich habe die
Kinder geschrumpft!“ erinnert, nur dass hier wohl die Pakete um
95 Prozent geschrumpft werden müssten.


Kontakte zu Pressestelle von Amazon und längere E-Mail-Wechsel
mit einer Stelle namens Executive Customer Relations hatten
natürlich keinerlei Effekt, außer der Beteuerung, dieses
Verfahren würde abgestellt. Sie ahnen es, die Päckchen und Pakete
liegen weiterhin vor der Tür.  Wir planen übrigens in
Erinnerung an das legendäre „Wie bitte!?“ die Sendereihe „Wo
bitte?!“ gemeint ist damit natürlich „Wo bitte ist mein
Päckchen?!“


 


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unter:
https://www.was-audio.de/aanews/News20220809_kvp.mp3
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