Drängler und Schleicher: So reagieren Sie richtig

Drängler und Schleicher: So reagieren Sie richtig

Wir kennen sie: Autofahrer:innen, die gemütlich auf der Überholspur schleichen. Oder die anderen, die Kontaktfreudigen, die nahe auffahren und ungeduldig drängeln. Beide sind unangenehm und gefährlich. Aber wie reagiert man richtig auf sie? Tipp Numme ...
6 Minuten

Beschreibung

vor 2 Monaten
Wir kennen sie: Autofahrer:innen, die gemütlich auf der Überholspur
schleichen. Oder die anderen, die Kontaktfreudigen, die nahe
auffahren und ungeduldig drängeln. Beide sind unangenehm und
gefährlich. Aber wie reagiert man richtig auf sie? Tipp Nummer 1:
Ruhe bewahren. Wann spricht man von Drängeln? Eine klare Definition
gibt es nicht. Im Gesetz steht, dass Lenkerinnen und Lenker
jederzeit stoppen können müssen, wenn das vordere Fahrzeug
unerwartet bremst. Dabei spielen jeweils diverse Faktoren eine
Rolle, zum Beispiel Wetter, Strassenverhältnisse oder
Verkehrsaufkommen. Daher gibt es keinen fix definierten, richtigen
Abstand, der einzuhalten ist. Wer auf der sicheren Seite sein will,
orientiert sich an den gängigen Faustregeln. Diese Faustregeln
helfen, sicher Abstand zu halten: * Halber Tacho: Diese Regel
besagt, dass der Abstand zum vorderen Auto mindestens die Hälfte
der Geschwindigkeit betragen sollte. Fahre ich also 120 km/h,
sollte der Abstand 60 Meter betragen. Als Orientierungshilfe zur
Abschätzung der Distanz helfen die schwarz-weissen
Markierungspfosten seitlich der Fahrbahn. Sie stehen jeweils 50
Meter auseinander. * 2-Sekungen-Regel: Der Abstand zum anderen Auto
sollte mindestens 2 Sekunden betragen. Am einfachsten merke ich mir
eine markante Stelle, zum Beispiel einen Brückenpfeiler. Sobald das
vordere Fahrzeug diesen passiert, beginne ich zu zählen – 21, 22.
Frühestens dann sollte ich den Brückenpfeiler passieren. Wie
verhält man sich, wenn ein Drängler an der Stossstange klebt?
Grundsätzlich gilt: Vernünftig sein und Platz machen. Auf der
Autobahn gilt sowieso: Die Überholspur ist zum Überholen da, die
rechte Spur zum Fahren. Wer auf der linken Seite bleibt, ohne zu
überholen, riskiert eine Busse. Hat man einen Drängler oder eine
Dränglerin im Nacken, wechselt man so oder so besser auf die rechte
Spur, um die Situation zu entschärfen. Ist ein Spurwechsel nicht
sofort möglich, ruhig bleiben und entspannt weiterfahren, bis die
Möglichkeit da ist. Machen Sie den Weg frei und denken Sie nicht:
«Dem zeig ichs jetzt aber!» Mit Selbstjustiz gegen Dränglerinnen:
Keine gute Idee! Man sieht es immer wieder: Autofahrer und
Autofahrerinnen, die sich von drängelnden Artgenossen bedroht
fühlen, werden gerne mal extra langsam, lassen kurz das Bremslicht
aufleuchten als Warnung oder bremsen den Verfolger aus. Das
unterlässt man besser. Genauso wie Drängeln ist auch unnötiges
Bremsen eine Verkehrsregelverletzung. Je nach Situation eine
leichte oder eine schwere. Bei beiden Verletzungen – Drängeln und
Bremsen – kann es bis zur Nötigung oder Gefährdung des Lebens
gehen. Das ist mit hohen Bussen oder sogar Ausweisentzug verbunden.
Wie werde ich nicht zum Drängler? Hat man einen notorischen
Linksfahrer vor sich, heisst es auch hier: Ruhig bleiben. Rechts
überholen ist verboten. Ändert sich nach einer gewissen Zeit
nichts, darf man kurz die Lichthupe betätigen. Bedenken Sie aber:
Die Lichthupe ist zum Warnen da. Braucht man sie für anderes, droht
eine Busse. Setzen Sie dieses Instrument daher überlegt ein. Einmal
kurz lichthupen, mit genügend Abstand. Lassen Sie kein
Lichthupe-Gewitter los oder blinken Sie nicht kilometerlang links,
um anzuzeigen, dass sie vorei möchten. Auch das wird als Nötigung
angesehen. Wenn alles nichts nützt: Atmen Sie tief durch und machen
Sie sich bewusst, dass wir alle mal Fehler machen. Üben Sie sich in
Geduld. Denn Drängler kommen meistens auch nicht viel weiter.
Häufig trifft man sie spätestens bei der nächsten Baustelle wieder
an.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15
:
: