René Magritte – oder warum nichts ist, wie es scheint

René Magritte – oder warum nichts ist, wie es scheint

43 Minuten
Podcast
Podcaster
Der Kunstpodcast mit Florian Illies und Giovanni di Lorenzo

Beschreibung

vor 2 Monaten
Er ist der bekannteste Surrealist und bis heute geben seine
schwebenden Bilder jedem Betrachter unlösbare Rätsel auf: René
Magritte. In der neuesten Folge des Podcast „Augen zu“ von ZEIT und
ZEIT ONLINE gehen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo der Frage
nach, wie es Magritte gelang, die Kunst der Moderne mit der Magie
des Alltäglichen zu bereichern. Seine Motive gehören zu den
bekanntesten Bilderfindungen des 20. Jahrhunderts: das sich unter
Decken umarmende Paar, der riesige Apfel in einem Zimmer, die
Wolken, die durch ein Haus ziehen – und natürlich „Ceci ne pas une
pipe“, „Das ist keine Pfeife“, geschrieben unter das Bild einer
Pfeife, damit wir auf immer realisieren, dass nichts so ist, wie es
scheint. Und dass ein Bild immer ein Bild bleibt und nie eine
Wirklichkeit wird. 1898 in Belgien geboren fand Magritte in den
Zwanzigerjahren zu seinem charakteristischen Stil einer
verschobenen Realität. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht,
herkömmliche Sehgewohnheiten nachhaltig zu irritieren – und zwar in
einem altmeisterlich genauen Malstil, mit dem er scheinbar
romantische Szenerien durch kleine, aber entscheidende Eingriffe
logisch durcheinanderwirbelte. In der neuen Folge von „Augen zu“
diskutieren Florian Illies und Giovanni di Lorenzo leidenschaftlich
darüber, ob die jahrzehntelange Variation dieses Prinzips einer
nachhaltigen Wirklichkeitsverwirrung ausreicht, um ihn zu einem der
größten Künstler des 20. Jahrhunderts zu zählen. Einig sind sich
die beiden Gastgeber des Podcasts aber bei der Frage nach ihrem
Lieblingsbild Magrittes: Es ist „Das Reich der Lichter“ ("L’Empire
des Lumieres“) von 1961, eine verstörende Verschränkung einer
nächtlichen Häuserzeile mit beleuchteten Fenstern mit einem
taghellen Himmel darüber hat beide in ihren Bann gezogen. In diesem
Frühjahr wurde das Bild, das sich seit der Entstehung im
Familienbesitz befand, für 71 Millionen Euro versteigert. Es ist
damit nicht nur das betörendste, sondern auch das teuerste Bild
Magrittes. Am besten kennenlernen kann man das Werk Magrittes in
seiner belgischen Heimatstadt Brüssel – und zwar nicht nur im
Magritte-Museum, sondern auch in seinem ehemaligen Wohnhaus mit der
originalen Einrichtung, wo man sieht, wie auf einer Staffelei in
einem bürgerlichen Esszimmer einige der nachhaltigsten
Erschütterungen der bürgerlichen Sehgewohnheiten des 20.
Jahrhunderts entstanden sind. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben
Sie uns gern an augenzu@zeit.de.

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