Nicola Steiner: Zufrieden und erschöpft nach dem Literaricum 2022

Nicola Steiner: Zufrieden und erschöpft nach dem Literaricum 2022

Die Kulturjournalistin und Moderatorin des Schweizer Literaturclubs Nicola Steiner schildert, wie das Literaricum ihre Sicht auf den »Bartleby« verändert hat. Außerdem gibt sie einen Hinweis, welcher Klassiker im nächsten Jahr im Mittelpunkt steht.
19 Minuten
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Der literarische Treffpunkt im Internet - Interviews, Tipps und akustische Eindrücke aus der Welt der Bücher und Hörbücher. Für Leser und Autoren.

Beschreibung

vor 4 Monaten
Sonntagmorgen. Es ist der 16. Juli 2022. Zufrieden, aber auch
erschöpft sitzt Nicola Steiner im Frühstücksraum des Hotels Burg in
Lech am Arlberg. Gestern Abend ging das Literaricum 2022 mit dem
Buchpreis- und Erich-Fried-Preis-Gewinner Frank Witzel zu Ende.
»Die Nicola fragt uns, wenn sie was wissen will. Und sonst hat die
Nicola Steiner hier das Sagen«, fasste Initiator Raoul Schrott im
Podcast-Gespräch zum Auftakt die Rolle der Kuratorin zusammen.
Alles hat wieder gut geklappt, zweieinhalb Tage lang drehten sich
die literarischen Veranstaltungen um Herman Melvilles Erzählung
»Bartleby, der Schreiber« (hier zum Download). Wer nach Lech
eingeladen wird und wie sich die Veranstaltungen um den jeweiligen
Klassiker im Mittelpunkt gruppieren, das sei schon »eine Art von
Teamarbeit«, erzählt Nicola Steiner. Der »Bartleby« habe sie seit
ihrer Jungend immer wieder »in Abständen« begleitet, weil er
überall aufpoppt. Thomas Sarbacher habe sich sofort gefreut, die
Erzählung ungekürzt lesen zu können. Für die Eröffnungsrede fragte
Nicola Steiner ihre Kollegin Elke Heidenreich an, die zum
Kritikerteam des Literaturclubs gehört. Heidenreich habe die Gabe,
Literatur so zu vermitteln, dass das Publikum von Anfang an
mitgenommen werde und selbst schwierige Stoffe für jeden
verständlich seien. Am Eröffnungsabend, dem Donnerstag, konnte man
sich davon in der neuen Dorfkirche in Lech überzeugen. Heidenreich
wiederum sei bei ihrer Beschäftigung mit Bartleby auf das Buch von
Juliane Marie Schreiber gestoßen. So ergibt eines das andere.
Obwohl »Bartleby« ein leicht zugänglicher Stoff sei, blieb er
bislang nicht nur für Nicola Steiner rätselhaft. Jetzt, nach den
Veranstaltungen in Lech, wisse sie, warum der Text so geheimnisvoll
sei. Das Literaricum habe die ganze Spannbreite der Deutungen
aufgezeigt. Wie Bürgermeister Gerhard Lucian wünscht sich auch
Nicola Steiner künftig noch mehr Interesse beim Publikum und
steigende Besucherzahlen. Allerdings habe auch die mittlerweile
legendäre Schwesterveranstaltung, das Philosophicum, vor über 25
Jahren klein angefangen. Wer das Literaricum erlebt hat, ist ohne
Frage begeistert. Einige Besucher waren schon im letzten Jahr beim
»Simplicius Simplicissimus« mit dabei und reisten wieder an. Es
sei, resümiert Steiner, nun mal keine Veranstaltung für eine
Laufkundschaft, sondern man müsse sich entscheiden, fürs
Literaricum nach Lech zu kommen. Mundpropaganda sei wichtig, denn
wie immer sei das Marketing-Budget für solche Veranstaltungen
übersichtlich. Fürs kommende Jahr gibt es bereits eine »rollende
Planung«. Demnächst werde das Datum fürs dritte Literaricum
festgelegt, und wer das Podcast-Gespräch genau anhört, bekommt
bereits einen Hinweis, um welchen Klassiker es beim Literaricum
Lech 2023 gehen könnte. Hören Sie das ausführliche Gespräch mit
Nicola Steiner, das Wolfgang Tischer am Ende des Literaricum Lech
geführt hat, im Podcast des literaturcafe.de. Nutzen Sie den Player
unten nach dem Beitrag. Der Podcast des literaturcafe.de ist zudem
auf allen Portalen wie Apple
iTunes, Spotify oder Deezer zu hören und zu
abonnieren. So verpassen Sie künftig keine Folge mehr. »Bartleby,
der Schreiber« – Download als MP3-Hörbuch und Textversion Im
literaturcafe.de können Sie den vollständigen Text von Herman
Melville und die Hörbuchfassung von Wolfgang Tischer kostenfrei
herunterladen und anhören.

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