Schwacher Euro, starke Folgen

Schwacher Euro, starke Folgen

3 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Erstmals seit 20 Jahren ist am Dienstag der Euro auf den Wert des
Dollars gefallen. Ein Euro ist nur mehr ein Dollar wert.
Begründet wird die Euroschwäche mit der höheren
Wahrscheinlichkeit einer Rezession, von der man in Europa
spricht, wenn die Wirtschaft zwei Quartale hinter einander
schrumpft. Aber auch die höheren Zinsen in den USA ziehen
internationale Investoren an, die ihr Geld aus Europa abziehen
und damit auch den Euro unter Druck bringen. Ein schwacher Euro
ist schlecht für die Konsumenten, die mehr für importierte Waren
bezahlen, die aus Ländern außerhalb der Eurozone stammen.
Schlecht auch für unsere Energiekosten, denen der schwachen Euro
noch einen zusätzlichen Preisschub verleiht, da Öl und Co meist
in Dollar verrechnet werden. Schlecht ist der starke Dollar für
USA-Reisende aus Europa, deren Urlaubskasse durch den
brustschwachen Euro zusätzlich strapaziert wird.


Andererseits profitieren europäische Investoren in Gold und
Silber vom Anstieg des Dollars, da die Edelmetalle in Dollar
gehandelt werden und somit in Euro mehr wert sind. Man darf auch
nicht außer Acht lassen, dass unsere Exporteure gegenüber
US-amerikanischen Anbietern mit einem schwachen Euro
wettbewerbsfähiger sind. Anleger dürfen sich auch freuen, wenn
ein starker Dollar die Kursverluste bei ihren US-Aktien derzeit
abfedern. Es ist, wie immer, nicht alles schwarz oder weiß zu
sehen. Daher macht es auch Sinn  –  und das ist
natürlich keine Anlageempfehlung, sondern nur meine persönliche
Meinung –, auch etwas Dollar im Portfolio zu haben. Nicht
unbedingt als physisches Geld, sondern in Form von US-Aktien,
Fonds oder anderen Wertpapieren, die man dann auch ohne
Währungsabsicherung kauft. Dabei spielt übrigens eine Rolle, in
welcher Währung die Unternehmen notieren, in die der Fonds
investiert ist. Nicht aber, ob der Fonds selbst in Dollar oder
Euro notiert. Das kommt für die Anlegerin auf das Gleiche raus.
Kaufe sie den Fonds in Dollar, rechnet ihr die Depotbank die
US-Positionen ohnehin wieder in Euro um.


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von
getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin,
Julia Kistner keine Haftung.


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Foto: Pixabay

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