«Best of»: Ali der irakische Übersetzer: Geschichte eines Verrats

«Best of»: Ali der irakische Übersetzer: Geschichte eines Verrats

Ende 2021 zogen sich die US-Truppen aus dem Irak zurück. Der Rückzug war weniger chaotisch als jener aus Afghanistan. Doch zurück blieben Menschen wie Ali, der für die Amerikaner als Übersetzer arbeitete. Dies ist die Geschichte darüber, wie Ali im St ...
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vor 1 Monat
Ende 2021 zogen sich die US-Truppen aus dem Irak zurück. Der
Rückzug war weniger chaotisch als jener aus Afghanistan. Doch
zurück blieben Menschen wie Ali, der für die Amerikaner als
Übersetzer arbeitete. Dies ist die Geschichte darüber, wie Ali im
Stich gelassen wurde – und mit ihm der ganze Irak.
SRF-Korrespondentin Susanne Brunner lernte ihn 2020 zufällig
kennen, auf dem Tahrir-Platz in der irakischen Hauptstadt Bagdad:
Der Mann nennt sich Ali, ist keine 30 Jahre alt. Der junge Iraker
hat sich den Menschen angeschlossen, die dort unter Lebensgefahr
demonstrieren. Ali hat Angst – und doch erzählt er seine
Geschichte, zuerst via E-Mails und Sprachnachrichten, fast zwei
Jahre später auch in ein SRF-Mikrofon, als es zum zweiten Treffen
kommt: Ali erzählt davon, wie er Übersetzer für die von ihm
bewunderten US-Truppen wurde, wie er auf eine bessere Zukunft für
sich und sein Land hoffte. Und Ali erzählt davon, wie irakische
Soldaten ihn als Verräter sahen, wie er und andere Übersetzer zum
Ziel der gefürchteten Milizen wurden. Und er erzählt davon, wie die
USA ihn einfach fallen liessen – und wie er bis heute fürchten
muss, für seine Rolle als Übersetzer umgebracht zu werden. Alis
Geschichte steht stellvertretend dafür, wie die USA zuerst in den
Irak einmarschierten, das Regime von Saddam Hussein stürzten – das
Land aber dann im Stich liessen. (Erstausstrahlung: 19. Februar
2022)

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