Frankreich: Macrons Milliarden für Marseille

Frankreich: Macrons Milliarden für Marseille

In manche der nördlichen Vorstädte Marseilles wagt sich die Polizei nur noch in Mannschaftsstärke. Der Staat hat sich zurückgezogen, Drogenbanden kontrollieren die Zugänge, blutige Abrechnungen machen Schlagzeilen. Doch die Politik in Paris gelobt Bes ...
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vor 2 Monaten
In manche der nördlichen Vorstädte Marseilles wagt sich die Polizei
nur noch in Mannschaftsstärke. Der Staat hat sich zurückgezogen,
Drogenbanden kontrollieren die Zugänge, blutige Abrechnungen machen
Schlagzeilen. Doch die Politik in Paris gelobt Besserung - nicht
zum ersten Mal. Die «Quartiers Nord», die Hochhaussiedlungen im
Norden von Marseille, sind seit Jahrzehnten soziale Brennpunkte.
Die Arbeitslosigkeit ist hoch, Drogenclans terrorisieren die
Menschen, die in den grauen Sozialwohnungsblocks wohnen. Diese
klagen darüber, dass der Staat sie im Stich lasse. Tatsächlich
investierten die Marseiller Politiker lieber in glamouröse
Prestigeprojekte als in die Erschliessung der peripheren Quartiere.
Doch der französische Präsident Emmanuel Macron gelobte vor seiner
Wiederwahl Besserung: Ein milliardenschwerer Masterplan für
Marseille soll die «Quartiers Nord» zurück in den Kontrollbereich
des Staates holen. «Wenn wir es schaffen, wenigstens die Schulen
etwas zu verbessern, endlich den öffentlichen Nahverkehr
auszubauen, dann lässt sich ein Horizont erahnen», sagt der
Journalist Xavier Monnier in Marseille. Mit dem Zauberstab geht das
nicht. «Es braucht dazu mindestens ein Jahrzehnt des politischen
Willens». An dem hat es bisher stets gefehlt. Die Hoffnung aufgeben
mag Monnier nicht und fragt sich zugleich: «Vielleicht ist das
naiv?» Reportage aus dem Quartier «La Castellane» am nördlichen
Rand der zweitgrössten Stadt Frankreichs.

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