Sudan – der lange Atem der Revolution

Sudan – der lange Atem der Revolution

Vor drei Jahren wurde Diktator Omar al-Bashir nach einem monatelangen Volksaufstand entmachtet. Eine Demokratie schien möglich, das Land kam aus der Isolation. Doch dann setzte das Militär dem Experiment mit einem Putsch ein Ende. Die Protestbewegung ...
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vor 1 Monat
Vor drei Jahren wurde Diktator Omar al-Bashir nach einem
monatelangen Volksaufstand entmachtet. Eine Demokratie schien
möglich, das Land kam aus der Isolation. Doch dann setzte das
Militär dem Experiment mit einem Putsch ein Ende. Die
Protestbewegung kämpft weiter und zahlt dafür einen hohen Preis.
«Wir waren so glücklich und so voller Hoffnung und wir spürten,
dass ein grosser Wandel bevorstand». Das sagt die 23-jährige
sudanesische Studentin Anda Kamal, die von Anfang an bei den
Protesten gegen Diktator al-Baschir dabei war. Es ging von Anfang
an nicht nur um al-Baschir, sondern um einen grundlegenden Wandel
der Gesellschaft, und um Gerechtigkeit. Die Verantwortlichen für
die jahrelangen Gewalttaten – Stichwort Darfur, Stichwort
Bürgerkrieg – sollten zur Verantwortung gezogen werden. Der
erhoffte grosse Wandel aber ist ausgeblieben. Das Militär hat die
Macht wieder an sich gerissen. Anda Kamal und ihre Mitstreiter und
Mitstreiterinnen aber wollen nicht aufgeben. Der Preis dafür ist
aber hoch: Fast jeden Tag werden Menschen bei Strassenprotesten
getötet. Deshalb fragen sich inzwischen viele, ob der ersehnte
Wandel die vielen Toten wert ist. Ausserdem gehen in der
Protestbewegung die Meinungen auseinander darüber, wie wichtig
Frauenrechte sind, wie weit die Forderungen nach gesellschaftlichem
Wandel gehen sollen. Aufgeben aber – das ist für viele der
Aktivisten und Aktivistinnen keine Option – die Revolution, so
zeigt sich, hat einen langen Atem.

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