Wirtschaftsnews vom 17. Mai 2022

Wirtschaftsnews vom 17. Mai 2022

Wirtschaftsnews

Beschreibung

vor 8 Monaten

Thema heute:   

KIT: Kleine Anpassungen, große Wirkung: Forschende untersuchen
Potenziale des ÖPNV der Zukunft


 


 


Individuell und zu jeder Zeit mobil – auch ohne eigenes Auto.
Damit das möglich wird, kooperieren Verkehrsbetriebe mit
Anbietern neuer Mobilitätsformen wie Bikesharing, Carsharing oder
Ridepooling.


Wie das öffentliche Mobilitätsangebot der Zukunft in der Region
Karlsruhe aussehen sollte, damit es den Bedürfnissen der
Bürgerinnen und Bürger optimal gerecht wird, haben Forschende des
Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) untersucht. Ergebnis:
Sind Pooling- und Sharing-Dienste flächendeckend verfügbar und
wird der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) weiter verbessert,
profitieren beide – und verringern damit den Autoverkehr.


„Jeder eingesparte Kilometer im Autoverkehr hilft in Zeiten von
Klimawandel, hohen Spritpreisen und angestrebter Unabhängigkeit
von ausländischen Energielieferungen. In der Kombination von
öffentlichen mit anderen Verkehrsmitteln stecken gute
Einsparpotenziale“, sagt Dr. Martin Kagerbauer vom Institut für
Verkehrswesen (IfV) des KIT. Im Projekt „regiomove“ schafft der
Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) eine Vernetzung der
unterschiedlichen Mobilitätsangebote digital über eine App und in
Form von Mobilitätshubs – also Stationen, wo Nutzerinnen und
Nutzer möglichst einfach zwischen den Verkehrsmitteln wechseln
können.


Sharing und Pooling muss flächendeckend möglich sein


Ob und wie das am besten funktioniert, haben die Forschenden in
unterschiedlichen Zukunftsszenarien des gesamten
Mobilitätsverbundes in Verkehrsnachfragesimulationen modelliert:
„Sharing- und Pooling-Angebote können helfen, dass der ÖPNV
besser genutzt wird – aber nur, wenn sie wirklich flächendeckend
verfügbar sind“, so Kagerbauer. „Im Moment haben aber lediglich
bis zu zehn Prozent der Bevölkerung – je nach Region
unterschiedlich – Zugang zu solchen Angeboten“, ergänzt Tim Wörle
vom IfV.


Keine Konkurrenz zum ÖPNV


In den Szenarien der Forschenden wird außerdem deutlich, dass die
neuen Mobilitätsangebote nahezu keine Konkurrenz zum öffentlichen
Verkehr oder anderen umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wie dem
eigenen Fahrrad sind. Im Gegenteil: „Der ÖPNV, der aktuell etwa
zwölf Prozent des Gesamtverkehrsaufkommens in der Region
Karlsruhe ausmacht, profitiert bei der Verdopplung der Sharing-
und Pooling-Angebote mit leichten Wachstumstendenzen, die
ebenfalls beim Fahrrad zu beobachten sind“, sagt Wörle.  


 


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