Wirtschaftsnews vom 22. April 2022

Wirtschaftsnews vom 22. April 2022

Wirtschaftsnews

Beschreibung

vor 9 Monaten

Thema heute:


Projektteam der Hochschule Koblenz will gemeinsam mit der
Verbandsgemeinde Weißenthurm Frühwarnsystem mit technischen Daten
aus der Natur entwickeln


 


 


Die durch die Extremwetterlage verursachte Naturkatastrophe an
Ahr, Erft und Kyll im Juli 2021 hat deutlich gemacht, welche
Bedrohungen vom Klimawandel ausgehen können. Um die
Vorhersagequalität und damit den Schutz der Bevölkerung zu
verbessern, hat sich unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas
Schnick vom Fachbereich Ingenieurwesen der Hochschule Koblenz ein
interdisziplinäres Team zur Entwicklung eines Frühwarnsystems
zusammengefunden.


In dem Projekt sollen beispielsweise bestehende Wetterdaten durch
exakte technische Naturbeobachtungen ergänzt und zu verbesserten
Prognosen bezüglich Hitze-, Dürre-, Trockenheit-, Sturm- und
Flutphänomenen kombiniert werden. Derzeit wird geprüft, ob der
Lützelbach im rheinland-pfälzischen Mühlheim-Kärlich im Landkreis
Mayen-Koblenz in das Forschungsprojekt einfließen könnte.


 „Es gibt bereits ähnliche Systeme, die jedoch hohe
Anschaffungskosten verursachen und daher für viele Kommunen und
Landkreise nicht in der Breite erschwinglich sind“, erklärt dazu
Maschinenbauprofessor Schnick. Wie kostengünstig sich solche
Systeme jedoch selbst zusammenbauen lassen, konnte er in einem
bereits erfolgreich laufenden Projekt beweisen: Im Rahmen des
Konzepts „Essbare Stadt“ Andernach in der Nähe von Weißenturm
entwickelte er eine sensorautarke Lösung für die Digitalisierung
der städtischen Bienenkörbe. Als Basis für diese Technik wählte
er industrietaugliche Komponenten aus, die mit einem
überschaubaren finanziellen Aufwand die komplexe Aufgabe der
Datenerfassung und Übertragung leisten können.


Die gewonnenen Daten können aufgearbeitet in der Andernach-App
dargestellt werden. Dieses System dient als Grundlage zur
Entwicklung des Frühwarnsystems. Die vorhandene Lösung kann mit
unabhängiger Energieversorgung sowie mit weiteren physikalischen
Messsystemen ausgestattet werden. Auf Anregung des
Verbandsgemeinderatsmitgliedes Karl Mannheim prüften bei einem
Ortstermin in Mühlheim-Kärlich Vertreterinnen und Vertreter der
Hochschule Koblenz sowie der Verbandsgemeinde Weißenthurm,
inwieweit sich der Lützelbach in dieses Forschungsprojekt
integrieren lässt. So könnten technische Daten des Lützelbachs
wie etwa die Bodenfeuchtigkeit oder Pegelstände mit einfließen.
Es gelte zu prüfen, inwieweit die aktuellen Maßnahmen, die auf
Kreisebene angelaufen sind, durch ein solches System sinnvoll
ergänzt und schnellstmöglich umgesetzt werden können.


 


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