Nordirland – trotz wirtschaftlichem Erfolg staut sich die Wut

Nordirland – trotz wirtschaftlichem Erfolg staut sich die Wut

Beim Brexit war allen klar, um den Frieden in Nordirland nicht zu gefährden, darf zwischen Nordirland und Irland keine harte Grenze entstehen. Nordirland blieb deshalb im EU-Binnenmarkt. Diese Entscheidung lässt jetzt aber die Emotionen hochgehen, ins ...
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vor 2 Monaten
Beim Brexit war allen klar, um den Frieden in Nordirland nicht zu
gefährden, darf zwischen Nordirland und Irland keine harte Grenze
entstehen. Nordirland blieb deshalb im EU-Binnenmarkt. Diese
Entscheidung lässt jetzt aber die Emotionen hochgehen, insbesondere
bei den protestantischen Unionisten. Beide Seiten haben sich
einvernehmlich darauf geeinigt, die Regierung von Boris Johnson in
London und die Europäische Union: Nordirland bleibt im
EU-Binnenmarkt. Das hat den Vorteil, dass sich Menschen und Güter
weiterhin völlig ungehindert zwischen dem Norden der Insel und der
Republik Irland hin und her bewegen können. Es hat aber den
Nachteil, dass es jetzt in der Irischen See eine Zollgrenze gibt,
die Nordirland vom britischen Mutterland trennt. Die
protestantischen Unionisten fühlen sich deshalb verraten und sehen
ihre britische Identität in Gefahr. Immer wieder führt die
Frustration zu Protesten, wiederholt schon zu Gewalt. Busse und
Autos brannten. Steine und Flaschen flogen. Die Emotionen gehen
hoch, obwohl die Unternehmen in Nordirland zufrieden sind mit der
neuen Lösung. Seit dem Brexit floriert das Geschäft nämlich in
beide Richtungen, zum Süden der Insel hin und – trotz der neuen
Zollgrenze in der Irischen See - zum Mutterland auf der anderen
Seite. Warum sind Fragen der Identität wichtiger als der
wirtschaftliche Erfolg? Diese Frage steht im Mittelpunkt der
Reportage aus Nordirland.

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