Gift und Galle statt kühler Vernunft und Diplomatie | Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Gift und Galle statt kühler Vernunft und Diplomatie | Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

17 Minuten

Beschreibung

vor 5 Monaten

Parlament und Bundesregierung legten einen kulturellen und
friedenspolitischen Offenbarungseid ab / Für die astronomischen
Folgekosten werden alle bluten, nur die Superreichen nicht


Ein Standpunkt von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam.


Bundeskanzler Olaf Scholz: „… Kriegstreibern wie Putin Grenzen zu
setzen“. Oppositionsführer Friedrich Merz: „… endgültig und für
alle Welt sichtbar ein Kriegsverbrecher …“) Rauschender Beifall
im Bundestag. Haben die beiden Schmähredner es jemals gewagt,
sich in dieser Form über US-amerikanische Präsidenten und
Kriegsverbrecher herzumachen? Über Bush sen. (Irak-Krieg 1991),
Clinton (Kosovo-Krieg 1998), Bush jun. (Afghanistan-Krieg 2001)
und Obama (Syrien-Krieg 2011, Libyen-Krieg 2011)?


Gegen jeden Krieg zu sein, ist selbstverständlich. In aller Welt
gibt es deshalb die Forderung, den russischen Angriff auf die
Ukraine zu verurteilen. Kaum jemand sucht Antworten, warum
ausgerechnet die Regierungen jener Länder sich damit hervortun,
die selbst zahlreiche Angriffskriege führen oder sie
unterstützen. Das geht ausdrücklich auch an die deutsche Adresse.


Die ARD-Tagesschau nennt Scholzens Rede einen „historischen
Moment“. Der Publizist Tilo Gräser hingegen empfand sie als „eine
Rede der Schande von historischem Ausmaß“. In der Tat, US-Amerika
hat Deutschland zum dritten Mal besiegt, nunmehr im Alleingang,
und Kanzler Scholz verlas den Wortlaut der deutschen
Kapitulationsurkunde in Form einer Regierungserklärung.


Scholz machte damit Kotau vor den drei Oligarchien der USA: dem
militärisch-industriellen Komplex, dem Öl-, Gas- und
Bergbausektor und dem Finanz-, Versicherungs- und
Immobiliensektor. Wer sich davon überzeugen will, braucht nur
einen Blick auf die fraglichen Börsenkurse an der Wall Street zu
werfen. Deutschland wird diesen Aktien umgehend – und entgegen
zum Trend eines Börsencrashs – zusätzlich zu neuen Höhenflügen
verhelfen. Das Herrschaftsinstrument, das sich die
supranationalen Konzerne gefügig gemacht haben, heißt NATO. Sie
war übrigens schon seit Jahren in der Ukraine militärisch
präsent, dazu bedurfte es gar nicht erst der umstrittenen
Mitgliedschaft dieses Staates, der seit dem Maidan-Putsch am
Tropf der westlichen Wertegemeinschaft hängt. Dazu weiter unten
noch mehr.


Russland hat sich mit dem Angriff auf die Ukraine ohne vorherige
Zustimmung seitens der UNO erstmals einer Vorgehensweise
angeschlossen, die sich bisher die USA vorbehalten hatten. Deren
20-jähriger Krieg gegen Afghanistan forderte mindestens 240.000
Tote, und ihr zweiter Irak-Krieg endete mit mindestens 220.000
zivilen Opfern. An diesem Krieg war übrigens die Bundeswehr
ebenfalls beteiligt. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat
das zwar als rechtswidrig beurteilt, doch solche
höchstrichterlichen Ansichten haben die Regierung noch nie groß
gestört. Über die Entkräftung des Völkerrechts, zu der nun auch
Russland beiträgt, ist schon viel Notwendiges, Lesens- und
Bedenkenswertes geschrieben worden, auch über Moskaus objektiv
gegebene Gründe. Wir wenden uns deshalb einem anderen Aspekt zu.


Eines der erklärten Ziele des russischen Angriffs ist die
Entnazifizierung der Ukraine. Es wird mit Sicherheit verfehlt.
Nicht, weil es sich bei dem „Nazi-Vorwurf“ um eine „absurde,
brutale Lüge“ handelt, wie in der Tagesschau kolportiert. Auch
der Tagesschau-„Faktenfinder“ behauptet unter Berufung auf
NATO-oliv-Grüne Zeugen, es handele sich um pure russische
Propaganda. Das ist eine längst weit verbreitete
Realitätsverleugnung; in der Ukraine treiben viel zu viele
Neonazis ihr mörderisches Unwesen, viel zuviele Rechtsextremisten
haben bestimmenden Einfluss in diesem Staat, und deshalb wird das
Entnazifizierungsziel verfehlt. ... hier weiterlesen:
https://apolut.net/gift-und-galle-statt-kuehler-vernunft-und-diplomatie-von-friedhelm-klinkhammer-und-volker-braeutigam/





See acast.com/privacy for privacy and opt-out information.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...
15
15
:
: