Neue Bücher von Doron Rabinovici und Deborah Levy

Neue Bücher von Doron Rabinovici und Deborah Levy

Deborah Levy spürt in «Ein eigenes Haus» der Frage nach, was es heisst, eine Frau zu sein. Doron Rabinovici analysiert in «Die Einstellung» die politische Gegenwart, und Max Frisch zerlegt mit «Wilhelm Tell für die Schule» einen nationalen Mythos.
24 Minuten

Beschreibung

vor 9 Monaten
Deborah Levy spürt in «Ein eigenes Haus» der Frage nach, was es
heisst, eine Frau zu sein. Doron Rabinovici analysiert in «Die
Einstellung» die politische Gegenwart, und Max Frisch zerlegt mit
«Wilhelm Tell für die Schule» einen nationalen Mythos. Wie behält
man die Hauptrolle im eigenen Leben? Diese Frage stellt die
britische Schriftstellerin Deborah Levy in ihrem Buch «Ein eigenes
Haus». Es ist der dritte Teil ihrer «living autobiography» – also
des Schreibens ihrer Autobiografie, während sie ihr Leben lebt. Im
aktuellen Werk steht Levy vor der Situation, dass ihre Kinder
ausziehen und sie sich allein ein neues Leben aufbauen, ein neues
Zuhause finden muss. Damit einher geht die Frage: Was bedeutet denn
ein Zuhause überhaupt? Nach den ersten beiden Bänden ist auch
dieses Buch inspirierende Lektüre, findet Britta Spichiger. Weil es
unter anderem zeigt, wie man sich im eigenen Leben einrichten und
trotzdem weiterträumen kann. Der rassistische Spitzenkandidat einer
populistischen Rechtspartei scheint bei den bevorstehenden Wahlen
nicht zu stoppen zu sein. Ein Fotograf im Auftrag einer liberalen
Zeitung soll dies bewerkstelligen, indem er ein Foto schiesst,
welches die Bösartigkeit des Demagogen für alle sichtbar entlarvt.
Dies ist die Ausgangslage des neuen Romans «Die Einstellung» des
Österreichers Doron Rabinovici. Das Buch sei eine packende
literarische Analyse unserer Gegenwart, in der die Demokratie durch
Populismus, Fake-News und Polarisierung unter Druck ist, findet
Felix Münger. Im heutigen Kurztipp stellt Annette König «Wilhelm
Tell für die Schule» von Max Frisch vor. Eine humorvolle Demontage
des berühmten nationalen Mythos. Frischs Adaption ist aktueller
denn je: Ende Februar erscheint Joachim B. Schmidts
Kriminalgeschichte «Tell» – und Milo Rau inszeniert Schillers
«Wilhelm Tell» im Schauspielhaus Zürich. Buchhinweise: Deborah
Levy. Ein eigenes Haus. Aus dem Englischen von Barbara Schaden. 224
Seiten. Hoffmann und Campe, 2021. Doron Rabinovici. Die
Einstellung. 224 Seiten. Suhrkamp, 2022. Max Frisch. Wilhelm Tell
für die Schule. 96 Seiten. Suhrkamp Taschenbuch, 1971.

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