Beschreibung

vor 11 Monaten
"Die glauben auch, dass ihnen die Straße gehört", fluchen die einen
Verkehrsteilnehmer über besonders rücksichtslose andere. Sie gehört
natürlich niemandem speziell, aber Menschen in Automobilen sind
häufig privilegiert: Straßenbau, Aufteilung von Spuren und
Ampelschaltungen richten sich nach ihren Bedürfnissen. Diese
sogenannte Verkehrshierarchie ist in Großbritannien jetzt umgekehrt
worden: nach einem neuen Gesetz haben die Bedürfnisse von
Fußgängern Vorrang, dann kommen die Radfahrer und dann erst die
Autos. Möglicherweise führt das zu einer völlig neuen und anderen
Verkehrsplanung. Staus wird es aber wohl trotzdem geben, denn die
Frage: "Wem gehört die Straße" wird immer neu gestellt. Zum
Beispiel von Demonstranten. Ob sie nun für das Klima die Autobahn
in Berlin blockieren oder in Kanada gegen die Impfpflicht mit
Lastern das Rathaus belagern - die Straße sorgt für Öffentlichkeit
und verleiht Macht. Jedenfalls denen, denen sie gehört.

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