Ein neues Buch von Sigmund Freud

Ein neues Buch von Sigmund Freud

19. Januar 1922
9 Minuten
Podcast
Podcaster
Der Podcast mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Welt vor hundert Jahren

Beschreibung

vor 4 Monaten
Zu den zahlreichen historischen Privilegien der Presse in den
1920er Jahren gehörte, dass sie neben vielen anderen epochalen
Ereignissen immer wieder auch Neuerscheinungen eines gewissen Dr.
Sigmund Freud aus Wien besprechen durfte. Dessen Grundlagenwerke
Die Traumdeutung oder Vorlesungen zur Einführung in die
Psychoanalyse waren vor einhundert Jahren zwar bereits längst
veröffentlicht und gesellschaftlich rezipiert worden. Freud war
jedoch ein äußerst fleißiger Denker und Schreiber, der beinahe im
Jahresrhythmus seine Theorie vertiefende neue Studien nachlegte.
1921 war in diesem Zuge die Schrift Massenpsychologie und
Ich-Analyse herausgekommen, die schon damals, äußerst prophetisch,
die Verführbarkeit politischer Massen durch charismatische
Führerfiguren unter die Lupe nahm. Wie unmittelbar biographisch ihn
dieses Thema dereinst einholen würde, mochte Freud damals ebenso
wenig geahnt haben, wie sein Rezensent in der Berliner
Börsen-Zeitung vom 19. Januar 1922, Hanns Brodnitz – der sich
anders als Freud nicht mehr rechtzeitig ins Exil retten konnte und
1944 von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde. Es liest Frank
Riede.

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