Italiens Milliarden-Chance

Italiens Milliarden-Chance

Mit ihrem bislang grössten Wachstumspaket will die EU Europas Volkswirtschaften ankurbeln. Das meiste Geld fliesst nach Italien: Insgesamt 191 Milliarden Euro. Für Italien ist das eine einzigartige Chance. Doch alle wollen teilhaben am Milliardenkuchen.
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vor 4 Monaten
Mit ihrem bislang grössten Wachstumspaket will die EU Europas
Volkswirtschaften ankurbeln. Das meiste Geld fliesst nach Italien:
Insgesamt 191 Milliarden Euro. Für Italien ist das eine
einzigartige Chance. Doch alle wollen teilhaben am
Milliardenkuchen. Für Italien ist der Geldsegen aus Brüssel eine
riesige Herausforderung und zugleich die einzigartige Chance, alten
Übeln endlich den Garaus zu machen: Endlich ist Geld da, um
dringend nötige Reformen zu finanzieren. Die Liste der Baustellen
im Land ist lang und reicht von städtebaulichen Vorhaben über
Eisenbahnnetz und Infrastruktur bis zur Digitalisierung von
Verwaltung und Justiz. Damit das Geld dorthin fliesst, wo es am
Sinnvollsten eingesetzt werden kann, hat Italien einen Wettbewerb
lanciert: Gemeinden, Städte und Regionen sollen innert kürzester
Zeit realisierbare Projekte einreichen. Die vielversprechendsten
darunter erhalten dann von der Regierung in Rom einen Teil des
Geldes. Doch die politische Unsicherheit im Land, Jahrzehnte der
Misswirtschaft und das Wirtschaftsgefälle zwischen Nord- und
Süd-Italien drohen die Chance zunichte zu machen: Im wirtschaftlich
schwachen Süden, dort, wo Investitionen am Dringendsten nötig
wären, fehlen jetzt etwa die nötigen Fachkräfte, um Projekte
ausarbeiten zu können, die überhaupt wettbewerbsfähig sind. Und:
ein Teil der Milliarden aus Brüssel ist nur ausgeliehen. Steigen
die Schuldzinsen, wächst Italien Schuldenlast weiter. So kommt es
zu einem Wettlauf gegen die Zeit.

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