#196 Von wegen faule und inkompetente Mitarbeiter ruinieren die Firma - toxische Chefs sind das schlimmste Übel!

#196 Von wegen faule und inkompetente Mitarbeiter ruinieren die Firma - toxische Chefs sind das schlimmste Übel!

Der ichbindochnichthierumbeliebtzusein.com PodCast
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vor 4 Monaten
Von wegen faule und inkompetente Mitarbeiter ruinieren die Firma -
toxische Chefs sind das schlimmste Übel!


Ich bin immer gerne bei Veranstaltungen dabei, die den
Mitarbeiter als den einzig Schuldigen identifizieren.
Rechtsanwälte, die dir die Faulen und Dummen über Board werfen,
damit der Rest des Ladens läuft? Ja, wirklich - kann es nicht
sein, dass deren Führungskraft das größere Problem darstellt?
Oder auch der typisch-toxische Mitarbeiter, der seine Kollegen
mit runterzieht: Er ist faul, aber schleimheilig (sorry, meine
Wortkreation!) und wickelt seine Führungskraft um den Finger.
Er machts nichts, aber alle seine Kollegen müssen das ausbaden.
Er leistet nicht, blendet aber den Chef als Überflieger.
Wirklich? Wäre die Welt so einfach, würde es kein einziges
Unternehmen mehr auf der Welt geben! Und andersherum ist noch
schlimmer: toxische Chefs, die alles um einen herum vergiften,
nur um selbst besser dazustehen...!
Endlich auf Netflix: The Office! / Bild-/Quelle: IMAGO/Cinema
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Stromberg - muss ich mehr sagen? Er taugt leider für alles...


Manche toxischen und aktuell noch potenziellen Mitarbeiter auf
höheren Ebene lassen sich ganz einfach vermeiden: durch gutes
Hinsehen, Misstrauen und ein paar, wenn auch leicht energischen
oder unverschämten Fragen: Nehmen wir, als halbfiktives
Beispiel, einen angeblichen Super-Vertriebler, MBA, dessen
Lebenslauf über ein halbes Jahr in den Unterlagen eines auch
eher mittelmäßigen Firmenchef versackt - um dann in weiteren
drei Monaten ausgegraben und völlig problemlos für das
Unternehmen gewinnen lässt, da der Kandidat aktuell kein
weiteres Angebot hat.
Bin ich wirklich der Einzige, der durch folgende Fakten rote
Alarmlichter blinken sieht? Super-Vertriebler, seit neun
Monaten kein Angebot? Abgesehen davon interessiert mich sein
vorhergehendes Unternehmen. Dort mal anzurufen trauen sich
einfach zu wenig Leute, es ist immer wieder erstaunlich, was
ehemalige Sekretariate und Vorgesetzte plötzlich alles
loswerden wollen. Einfach mal ausprobieren, mehr als ein Nein
oder ein Auflegen passiert nie! Eher mehr, aber "Pssst!",
offiziell ist das ja alles nicht!


Bleiben wir bei meinem halbfiktiven Beispiel : Es gibt nun mal
zu viele Vertriebler, die heute mit einem teuren, aber leider
nur billigen Standard-MBA aus irgendeiner Hochschule dieser
Welt gespuckt werden. Und die, abgesehen von den schlechtesten
Dummsprüchen ("Ich führe einen VIP-Club ein...!") der
Siebzigerjahre und den immer gleichen vier Formeln, die bloß
ihren Bonus in die Höhe treiben, nichts auf dem Kasten haben.
Aber dafür das Glas Honig, um den halbschlechten CEO um den
Finger zu wickeln. Kein Wunder, wen der sich nicht fragt, warum
so eine Koryphäe nach neun Monaten immer noch problemlos
verfügbar ist... Déjà-vu!


Und jetzt denke mal jeder an seinen schlechtesten Chef in der
bisherigen Karriere: war der streng? Ungerecht? Konnte man es
ihm nicht recht machen und sowieso was immer nur alles Dreck,
was du abgeliefert hast? Vielleicht auch noch cholerisch? Oder
nie da, praktisch ein Fernlenker, ein Hubschrauber-Führer? Oder
ein ChefChef-Einschleimer?


Das kann, selbst in Summe, muss aber noch kein toxischer Chef
sein. Aber... was macht so einen Typus an sich aus und wie kann
man ihn vermeiden?


Einfachstes Indiz und in Brillianz und Einfachheit nicht zu
überbieten: dein zukünftiger Chef hat es nicht nötig, in deinem
Vorstellungsgespräch aufzutauchen. Und du merkst an den
Reaktionen von HR und seinem Vertreter, dass da nicht eine
Beerdigung des besten Freundes, eine Verspätung des
Linienfliegers oder ein kurzfristig dringender Kundentermin in
die Quere gekommen ist. Einfach die Antennen ausfahren und auch
mal nachfragen, wann denn ein Kennenlernen im Vorfeld machbar
wäre, wenn dir hier was komisch vorkommt; zur Sicherheit noch
mal bei kununu und LinkedIn die Firma und/oder Chef oder gleich
bei Google googlen, da findet sich sicherlich was, was dein
Gefühl untermauern könnte. Dann Hände weg und ab zur nächsten
Stelle bei einer anderen Firma! Du bist nicht im Bilde darüber,
was du dir gerade erspart hast!


Gehen wir doch mal auf das Toxische im Detail ein:


Ebenfalls ein Problem ist die hohe Quote von Chefs, die das
Ende ihrer Kompetenz und somit auch das Ende ihrer
Karriereleiter erreicht haben. Da denke man nun wieder an
unseren TV-Freund Stromberg: intrigant, schleimheilig und um
keine Schleimspur und Peinlichkeit verlegen. Wenn du so jemand
als "Chef" hast - nix wie weg, du wirst hier weder gefördert
noch ist ein Weg auf der Karriereleiter machbar. Wenn du
allerdings bis zur Rente Schläfer sein möchtest, dann halte dir
den Chef warm, hier stehen die Chancen gut... ich "fürchte"
aber, dass du nicht Leser meines Blogs bist...


Auch an Stromberg orientiert, die nächste Stufe der Toxik:
komplett kompetenzlose Führungskräfte, die an ihren
unterstellten FKen vorbei einfach Mitarbeiter beauftragen -
ohne Absprache. Die Anweisungen der unterstellten
Führungskräfte einfach mal so widerrufen oder genau das
Gegenteil anweisen und Projekte einstellen oder starten, ohne
Rücksprache und Klärung. Noch schlimmer: wenn sie Verträge
zeichnen, die auf der darunter liegenden Ebene quer durch die
Firma abgestimmt als Undurchführbar ad acta gelegt wurden.


Und nochmal zu Bernd Stromberg: ganz schlimm ist die Mischung
als vorgeschobener Politik und Arschkriechen. Wenn plötzlich
eine Schachtel Kippen auf dem Schreibtisch liegt und man mit
jeder Faser das Auflauern auf ChefChef oder Konzernlenker im
Auge hat, um hier "zufällige" Treffen am Ascher vorzugaukeln.
Und immer ein Thema und eine Heldendarstellung oder ein
Schlechtreden auf den Lippen. Stellt sich mir immer die Frage:
wo sind die guten alten Konzernlenker hin, die mit Verweis auf
IHRE Führungsstufe auch mal ein "Sie sind nicht auf einer
Ebene, aus derer Sie überhaupt mit mir reden dürfen!" von sich
geben - also, wenn man sie mal braucht???


Und nun zu der letzten Stromberg'schen Stufe: das Menschliche.
Sagt sich immer so schön im schleimheiligen Gespräch nach oben
oder, noch klassischer, mit der hauseigenen Mitarbeiterzeitung,
während in Wahrheit alles, was kleiner ist, angeschrien,
angepöbelt, klein- und mundtot gemacht wird. Da wird gerne mal
überzeichnet bis zum Mobbing bzw. Bossing (eigener Blog hierzu
hier), während ChefChef das Vorlecken der Briefmarkenrücken
angeboten wird und die Schuld, so ganz nebenbei, wieder auf die
eigene so unfähige und einfach nicht führbare Mannschaft
geschoben wird...


Aber Vorsicht: nicht jeder Stromberg ist ein Stromberg! Nur
weil eine neue, oder wie ich lieber dazu sage, eine junge
Führungskraft es nicht gebacken bekommt und sich durch Druck
eine Stimme verschaffen will oder eben dem Druck von oben nicht
gewachsen ist und das eben auch mal an den Mitarbeiters
auslebt, ist das nicht in jedem Fall gleich toxisch.
Unprofessionell und ungeschult, ahnungslos und ins kalte Wasser
geschmissen, ja. Aber nicht zwangsweise schon toxisch - siehe
Stromberg Staffel eins bis fünf...! Wer also immer Ideen für
dämlich und dumm abstempelt, um dann Fähnchen im Wind zu
spielen und den "Quatsch" dann als ihre Ideen nach oben
verkaufen, die Leute für dumm darstellen und Meinungen einfach
todbügeln... ja, was nun machen?!?


Love it, change it or leave it!
Suche mal das Gespräch mit dem Chef. Wenn du dich danach wie
Ulf oder Ernie fühlst, hast du ein klares Anzeichen. Höre doch
mal beim Betriebsrat vorbei. Bist du nicht der Erste, der hier
mit dem Namen der Führungskraft an die Tür klopf? Wie sieht es
beim Chef des "Toxikologen" so aus? Ist da ein offenes Ohr?
Lasst euch aber nicht als Spitzel gegen den eigenen Chef mit
Ausblick auf Karriere oder eine baldige Kündigung des
Giftzwergs ein, das kann ganz schnell nach hinten gehen - und
dann hast du niemanden auf deiner Seite! Und der letzte Weg
geht in die HR... ihr kennt meine Meinung, ich halte von diesem
Berufszweig soviel wie von Hellseherei, also geht diesen
Schritt nur, wenn ein überraschender Exit eurer Person aus dem
Unternehmen nicht das Schlimmste ist, was euch passieren kann.
Und passt auf, sofern ihr das ermitteln könnt, nicht bei dem
Personaler zu landen, der euren Problemchef eingestellt
und/oder befördert hat...!


So oder so, fangt schon mal an, Stellenanzeigen zu lesen. Klar,
auch die internen, wenn sie weit genug weg sind. Aber, auch
wenn Stromberg eine Ausnahme zu sein scheint, es liegt einiges
im Argen, wenn mein einen Chef dieser Art, noch dazu, wenn er
außer heißer Luft wenig vorzuweisen hat, schalten und walten
lässt. Die Chance ist groß, dass du intern an anderer Stelle
wieder so einen oder einen noch schlimmeren Typen dieser Art
vor der Nase hast...


Und wenn du schon extern suchst, dann checke die Firmen auch
mal über kununu und xing und Google ab. Lasst euch aber nicht
von den unethisch-erschlichenen fünf-Sterne-Beurteilungen von
Bewerbern aus den Gesprächen täuschen! Es interessiert kein
Schwein, dass das Gespräch professionell und eine erste
Rückmeldung in drei Tagen vorlag. Diese Kommentare zu Firmen
sind reiner Müll - und,  im Rahmen eines
Vorstellungsgesprächs angeschnitten, quasi schon wertlose
Bestechung. Geht tiefer, auch gerne ein paar Wochen oder Monate
zurück. Ins Sommerloch, in die Jahreszahlenberichts-Saison oder
in eine kritische Firmenphase. Diese Kommentare, ob nun gut
oder schlecht, sagen viel mehr über die Kultur, auf die man
trifft und damit auch die höhere oder niedrigere Quote an
toxischen Chefs aus, als die Dauer des Vorstellungsgesprächs...


Ich würde mir wünschen, dass ihr das hier alles lest, den Kopf
schüttelt und euch denkt, was der Steve wieder für weltfremden
Quatsch hier im Blog hat. Und weiter mit Job und Chef
hochgradig zufrieden seid und so gar nicht auf die Rente oder
den kommenden Urlaub giert. Nur leider ist dem nicht immer
so...


Aber, auch hier lohnt ein Blick auf eines der Stromberg-Zitate:


"Ich bin ja quasi die perfekte Mischung aus jung, aber sehr
erfahren. Gibt`s in der Form ja sonst nur auf dem
Straßenstrich."


Und wer immer noch nicht genug haben kann, von Stromberg und
Co: Netflix zeigt ab Mitte Januar alle Folgen vom USA-Klau "The
Office" und Stromberg-Vorbild der britischen Serie "The
Office". Wer also Gift mit Gift bekämpfen will: Ich wünsche
euch viel Spaß! 


 
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