Schöne Neue Welt

Schöne Neue Welt

Mein Vortrag über Technokratie und Transhumanismus
19 Minuten
Podcast
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Literatur, Philosophie, Kultur und Gesellschaft

Beschreibung

vor 4 Monaten
Zu Beginn seines Vortrags "Schöne Neue Welt – Technokratie und
Transhumanismus im 21. Jahrhundert" bei der Zukunftskonferenz 2021
in Wien erinnert der deutsche Philosoph & unabhängige
Medienmacher Gunnar Kaiser an Edward Snowden, der bereits lange vor
der Coronakrise folgendes gesagt hatte: „Die Privatsphäre
abzuschaffen mit der Begründung, ich habe nichts zu verbergen, wäre
so, wie wenn man die Meinungsfreiheit abschaffen würde, weil man
nichts zu sagen hat.“ Das Erschreckende für Gunnar Kaiser ist,
festzustellen, dass überraschend viele Menschen mit beiden Fällen
der Einschränkung - also sowohl mit der massiven Einschränkung der
Privatsphäre als auch der Meinungsfreiheit - kein Problem haben.
Der bekannte Videojournalist erklärt, dass es sich der Mainstream
eigentlich sparen hätte können, die ganzen kritischen Stimmen zu
den Coronamaßnahmen öffentlich zu diffamieren, da scheinbar niemand
daran interessiert ist, das geltende Narrativ zu hinterfragen. Nach
Aristoteles beginnt die Philosophie mit dem Staunen. Dieses Staunen
erfasste auch ihn selbst, wenn er sich die Entwicklungen der
letzten zwei Jahre ansieht, für die er zwei Erklärungen gefunden
hat: die einen sagen, der Neoliberalismus hat endgültig „die Macht
übernommen“; die anderen sehen eine kommunistische Agenda am Werk,
die die gesamte Welt gleichschalten will. Für Kaiser sind beide
Erklärungsmodelle zu vereinfachend: es steckt eine Ideologie
dahinter, der es relativ egal ist, ob man vom Kapitalismus oder vom
Kommunismus spricht. Diese technokratische Ideologie hat weder
Fahne, noch Partei, noch Führer und kann sich mit beiden genannten
-Ismen erfolgreich arrangieren. Vertreter dieser Denkschule
behaupten, dass Corona gezeigt habe, dass nur die Technokratie
unsere Probleme lösen kann – denn alle Staaten (v.a. in Asien), die
technokratisch vorgegangen sind, haben die Krise erfolgreich
bewältigt. Um sich argumentativ abzusichern, beruft man sich auf
wissenschaftliche Erkenntnisse, die der Technokrat seinen
Entscheidungen zugrunde legt. Damit umgeht man auch die in einer
Demokratie normalerweise notwendigen Diskussionen – denn wenn die
Wissenschaft den Standard vorgibt, braucht es keine Diskussion
innerhalb der Gesellschaft mehr. Und so erreicht man auch einen
großen Effizienzgewinn. Die Idee der Technokratie hat einen langen
philosophischen Vorlauf: das Philosophenkönigtum Platons ist
dahingehend als Vorläufermodell zu sehen, da der König (im Glauben
an eine natürliche Grundordnung) alle Mitglieder der Gesellschaft
im optimalen Fall an die Stelle setzt, wo sie am Effizientesten
agieren. Wichtig ist, dass dieser König einen starken Sinn für
Gerechtigkeit hat: da er als einziger die gesamte Gesellschaft
überblickt & für alle Menschen eine Entscheidung trifft, sollte
diese möglichst gerecht ausfallen. Auch bei Utopia von Thomas Morus
finden sich ähnliche Gedankengänge was die Gerechtigkeit betrifft.
In den 20er/30ern bildete sich vor allem in den USA mit technocracy
incorporated die erste technokratische Bewegung, deren Hauptinhalt
die gerechte Verteilung von Energie war. Auch dafür benötigt man
natürlich eine zentrale Planstelle: um zu kontingentieren, zu
kontrollieren und gegebenenfalls zu sanktionieren. Die Definition
der Technokratie, Ankündigungen/Drohungen von Zbigniew Brzeziński
& Klaus Schwab, dem Vorsitzenden des World Economic Forums
(WEF), über mögliche technische Überwachungsschritte ab 2030 (die
natürlich nur „im Sinne einer besseren Verwaltung“ eingeführt
werden sollen), das abnehmende Bewusstsein dafür, dass man Freiheit
nicht führ mehr Sicherheit opfern dürfe, und die ständigen
Warnungen vor künftigen Krisen, um Überwachungsmaßnahmen immer
weiter auszubauen, sind weitere Themen dieses hervorragenden
Vortrags von Gunnar Kaiser. Website der Zukunftskonferenz 2021:

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