Folge 51: Eine Mythologie für England: Der Herr der Ringe

Folge 51: Eine Mythologie für England: Der Herr der Ringe

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10 Minuten
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Literatur, Bücher, Film
MEP
Kempten

Beschreibung

vor 2 Monaten

Es gibt sogar unter den gebildeten Leuten (oder gerade dort) die
nie versiegenden Stimmen, die raunen, Tolkien habe sich bei
seinem epochemachenden Werk vom zweiten Weltkrieg inspirieren
lassen; dann kam John Garth und erklärte in seiner
Tolkien-Biographie der Welt, es handle sich um den ersten
Weltkrieg, den Tolkien da verarbeite. Tolkien selbst waren diese
Verweise schon zu Lebzeiten suspekt – und das zu recht. Es ist
nicht ungewöhnlich, dass die Analyse eines
Literaturwissenschaftlers mehr über den Analytiker aussagt als
über das eigentliche Werk. Das ist das eine. Das andere ist die
Tatsache, dass man sich in Mainstream-Kreisen den Erfolg eines
Fantasy-Werkes irgendwie erklären muss, um sich ihm bedenkenlos
widmen zu können.


Selbstverständlich war Tolkien als Autor von Ideen inspiriert,
die aus unserer Welt stammen, aber das ist eine Binsenweisheit,
die nirgendwohin führt.


Und damit begrüße ich euch zu einer Sendung, die natürlich zu
unseren Buchbesprechungen gehört, aber da es sich um den Herrn
der Ringe handelt, natürlich viel mehr ist. Es stellt sich die
Frage, wie sinnvoll es ist, das beinahe schon zu Tode besprochene
Werk Tolkiens noch einmal aufzuwärmen, aber das Phantastikon
würde seinen Namen nicht verdienen, wenn es auf dieses
Epochemachende Werk aus welchen Gründen auch immer verzichten
würde.
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