Wirtschaftsnews vom 16. November 2021

Wirtschaftsnews vom 16. November 2021

Wirtschaftsnews

Beschreibung

vor 1 Jahr

Thema heute:   


Personalkosten in Arztpraxen zwischen 2016 und 2019 um 21,9
Prozent je Praxisinhaber gestiegen


 


 


Die in den vergangenen Jahren eher schwache wirtschaftliche
Entwicklung in den Arztpraxen hat sich nur langsam verbessert.
Unter Berücksichtigung der Verbraucherpreise sind die
Jahresüberschüsse in den Jahren 2016 bis 2019 inflationsbereinigt
lediglich um durchschnittlich 1,3 Prozent pro Jahr
angewachsen.


Im gleichen Zeitraum stiegen jedoch die Betriebskosten um 14
Prozent stark an. Der Kostenanstieg hat damit die Entwicklung der
Verbraucherpreise, die im gleichen Zeitraum im Bundesdurchschnitt
um 4,8 Prozent zunahmen, um nahezu das Dreifache überschritten.
Größter Kostenfaktor für die Praxen sind die Ausgaben für
Personal, die 55 Prozent der Gesamtaufwendungen umfassen. Diese
sind 2019 um insgesamt 6,7 Prozent gestiegen, von 2016 bis 2019
sogar um 21,9 Prozent. Die größten Kostensprünge gab es zudem bei
Aufwendungen für Material und Labor (+12,2 Prozent) sowie bei der
Miete für Praxisräume (+5 Prozent).


Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat in ihrer Bedeutung
für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte weiter zugenommen.
So sind die GKV-Einnahmen an den Gesamteinnahmen im dreijährigen
Beobachtungszeitraum mit einem Plus von11,6 Prozent
überdurchschnittlich stark angestiegen. Die Zuwachsrate bei den
Privateinnahmen lag mit 8,6 Prozent hingegen unter dem
Durchschnitt.


Das sind die zentralen Ergebnisse einer Vorabinformation des
Zi-Praxis-Panels (ZiPP), mit dem das Zentralinstitut für die
kassenärztliche Versorgung (Zi) die wirtschaftliche Lage der
Arztpraxen zwischen 2016 und 2019 analysiert hat. „Da die
Inflationsrate in den vergangenen Jahren sehr niedrig war und nur
etwa ein Drittel des heutigen Wertes betrug, sind diese
Vergangenheitswerte keine gute Basis, um über die aktuelle
wirtschaftliche Lage der Arztpraxen heute zu urteilen. Bei der
derzeitigen Inflationsrate von 4,1 Prozent würden die Praxen bei
vergleichbarer Einnahmen- und Kostenentwicklung reale Verluste
machen. Die Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung
gründet aber auf dem Fundament einer soliden wirtschaftlichen
Basis der Niederlassung“, sagte man beim Zi. Nur wenn auch die
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, könne es gelingen,
junge Ärztinnen und Ärzte verstärkt für die medizinische
Versorgung in der eigenen Praxis zu begeistern.


 


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