Postkoloniale Soziologie – mit Marius Meinhof

Postkoloniale Soziologie – mit Marius Meinhof

1 Stunde 30 Minuten
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Gespräche über Soziologie, Philosophie und Politik

Beschreibung

vor 9 Monaten
Ob in Diskussionen um Museumsstücke aus den ehemaligen Kolonien, um
koloniale Genozide oder um Alltagsrassismus: Die westlichen
Gesellschaften lernen erst langsam, den Kolonialismus nicht nur als
eine bedauerliche Episode der Vergangenheit zu begreifen, sondern
als ein wesentliches Strukturmerkmal der eigenen Geschichte. Was
daraus für die Politik heute konkret folgt, ist ebenso umstritten
wie die Folgen für Geistes- und Sozialwissenschaften. Dies gilt
insbesondere für die Soziologie. Ihr Anspruch, zu beschreiben, was
gerade »die« moderne Gesellschaft ausmacht, wird durch den
Postkolonialismus herausgefordert. Lässt sich das bereits
entwickelte, differenzierte Vokabular von Modernisierung,
Herrschaft und Diskriminierung nicht auch für eine Soziologie des
Kolonialismus nutzen? Liegt die Aufgabe der Soziologie darin, »den«
Kolonialismus empirisch genau in seine Bestandteile zu zerlegen und
historische Fälle zu vergleichen? Oder geht es an die Überprüfung
der oft unausgesprochenen Grundlagen des Faches insgesamt? In der
Sendung sprechen wir mit Marius Meinhof, der im Rahmen einer
Auseinandersetzung in der Zeitschrift SOZIOLOGIE für eine
postkoloniale Soziologie wirbt. Nur wer kolonialistische
Denkfiguren kennt, kann ein genaues Verständnis davon entwickeln,
welche Bestandteile soziologischer Theorie darauf beruhen und in
dieser Hinsicht zu überprüfen sind. Ebenso müsse der Kanon
soziologischer Klassiker um die Klassiker des Postkolonialismus
erweitert werden. Man müsse den Postkolonialismus als
eigenständiges soziologisches Paradigma begreifen.

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