Auf der Spur der Hunde-Dealer

Auf der Spur der Hunde-Dealer

Das Zürcher Tierspital schlägt im Frühling Alarm: Schwer kranke Welpen bevölkern die Intensivstation. Seit Beginn der Pandemie hat sich ihre Zahl verdoppelt. Hinter süssen Welpenfotos im Internet stecken häufig Qualzuchten. DOK folgt den Spuren der Hu ...
52 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat
Das Zürcher Tierspital schlägt im Frühling Alarm: Schwer kranke
Welpen bevölkern die Intensivstation. Seit Beginn der Pandemie hat
sich ihre Zahl verdoppelt. Hinter süssen Welpenfotos im Internet
stecken häufig Qualzuchten. DOK folgt den Spuren der Hundedealer in
die Slowakei und nach Ungarn. Betroffen blickt Herr K. im
Tierspital Zürich in die traurigen Augen seines Malteser Welpen:
Erst vor einer Woche hat er Chica gekauft, einen Tag lang hat seine
Tochter mit ihr gespielt, am zweiten Tag aber beginnt sie zu
erbrechen und bekommt Durchfall. Jetzt liegt Chica apathisch mit
einer Infusion auf der Intensivstation. Diagnose: Parvovirose, eine
gefährliche Virenkrankheit, die unbehandelt tödlich ist. Die
meisten Welpen mit Parvovirose stammen aus dem Ausland und wurden
im Internet bestellt wie die kleine Malteserin. Tierärztin Iris
Reichler kritisiert, dass in der Schweiz im Gegensatz zu den
meisten EU-Staaten der Import von Welpen schon ab acht Wochen
erlaubt ist: «Die Tiere sind zu jung für einen langen Transport,
ihr Immunschutz ist noch zu schwach.» Je mehr Import-Welpen, desto
grösser ist die Gefahr, dass Tollwut wieder eingeschleppt wird. Das
Zwergspitz-Weibchen Loulou, das im Tierspital ebenfalls wegen
Parvovirose behandelt wird, hat keinen Mikrochip und ist damit
illegal eingereist. Loulou stammt vermutlich aus Moldawien, wo
Tollwut noch nicht ausgerottet ist. Käufer wie Herr K. verlieben
sich in Hundeaugen in Inseraten und glauben, ein günstiges Geschäft
zu machen. Sie rechnen nicht damit, dass zum Kaufpreis von 1400
Franken im Krankheitsfall Behandlungskosten von rund 4000 Franken
kommen. Vor allem aber unterstützen sie ein Millionengeschäft auf
Kosten des Tierwohls. Wer steckt hinter diesem Business? Die
Spurensuche führt «DOK»-Autorin Karin Bauer in Hinterhöfe und
Ställe in der Südslowakei und in Ungarn. Sie trifft auf Vermehrer,
die Muttertiere als Gebärmaschinen halten und sieht Tiere, die
qualvoll gezüchtet wurden. Eine Recherche über das verschwiegene
Netzwerk der Hundedealer.

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